Schwarmstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwarmstedt
Schwarmstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwarmstedt hervorgehoben
52.6666666666679.616666666666726Koordinaten: 52° 40′ N, 9° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Heidekreis
Samtgemeinde: Schwarmstedt
Höhe: 26 m ü. NHN
Fläche: 29,92 km²
Einwohner: 5353 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 179 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29690
Vorwahl: 05071
Kfz-Kennzeichen: HK
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 020
Gemeindegliederung: 3 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 1
29690 Schwarmstedt
Webpräsenz: www.schwarmstedt.de
Bürgermeisterin: Claudia Schiesgeries (SPD)
Lage der Gemeinde Schwarmstedt im Landkreis Heidekreis
Landkreis Heidekreis Niedersachsen Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Landkreis Verden Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Uelzen Landkreis Celle Lindwedel Buchholz Schwarmstedt Essel Hademstorf Gilten Grethem Eickeloh Hodenhagen Böhme Häuslingen Ahlden Frankenfeld Rethem Walsrode Neuenkirchen Bomlitz Schneverdingen Osterheide Bad Fallingbostel Wietzendorf Soltau Munster BispingenKarte
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Schwarmstedt ist eine Gemeinde in der nach ihr benannten Samtgemeinde Schwarmstedt im Süden des Landkreises Heidekreis in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Schwarmstedt liegt in der weiten Talsandebene des Aller-Urstromtals an der Leine, die nördlich von Schwarmstedt in die hier etwas kleinere Aller mündet.

Ortsteile der Gemeinde sind das nördlich vom Kernort Schwarmstedt gelegene Bothmer sowie Grindau im Süden.

St.Laurentius-Kirche

Geschichte[Bearbeiten]

Gegen 1150 schenkte Edelherr Mirabilis dem Bistum Minden die Ländereien um die Kirche von Schwarmstedt (ecclesia swarmstede). Sie war der kirchliche Mittelpunkt der einstigen Amtsvogtei Essel. Der Kirchenbau wurde um 1510 durch eine dreischiffige Hallenkirche im gotischen Stil ersetzt (die heutige St. Laurentius-Kirche). Vermutlich zum Ende des 14. Jahrhunderts fielen die Ländereien an das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg.

Für die wirtschaftliche Entwicklung Schwarmstedts wurde nach der Mittelpunktsfunktion der Kirche die Entwicklung der Verkehrswege wesentlich. Dies war zunächst die Schifffahrt auf der regulierten Leine, dann der Ausbau der Straße Celle – Ahlden. Auch die Einrichtung der Poststelle förderte die Entwicklung. 1890 wurde die Heidebahn bis Visselhövede eröffnet, welche 1901 von Walsrode bis nach Buchholz in der Nordheide weitergeführt wurde. Wenig später (1903[2] bis 1905) wurde die – heute stillgelegte – Allertalbahn Gifhorn – Celle – Verden (Aller) gebaut.

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Bothmer und Grindau eingegliedert.[3] Am 7. März 1974 wurde im Zuge der Gebietsreform des Landes Niedersachsen die Samtgemeinde Schwarmstedt gebildet.

Religion[Bearbeiten]

Die Kirchengemeinde St. Laurentius gehört zum Kirchenkreis Walsrode. Sie wird von einem 2003 gegründeten Förderverein unterstützt.

Die katholische Kirche Heilig Geist befindet sich im Süden von Schwarmstedt, am Alten Heuweg. Sie wurde 1960/61 errichtet und am 23. Juli 1961 geweiht. Ihre gleichnamige Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Hannover.

Eine Neuapostolische Kirche befindet sich im Osten von Schwarmstedt, an der Straße Am Ring. Ihre Gemeinde besteht seit 1950 und gehört zum Kirchenbezirk Hannover-Nord.

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 12 Räten der SPD und 5 Räten der CDU.

Bürgermeisterin ist Claudia Schiesgeries (SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Schwarmstedter Wappens lautet: „In Silber ein roter Hauptschragen, darin eine goldene Pflugschar, begleitet von zwei silbernen Radkreuzen.“

Der vom Schildhaupt und Andreaskreuz (Wappen des Geschlechts von Hademstorf) vereinte Hauptschragen ehrt das Andenken des zur lüneburgischen Ritterschaft gehörenden Rittergeschlechts, das 400 Jahre im Besitz des Gutes gewesen ist und weist Schwarmstedt als Verkehrsknotenpunkt aus, der dem Ort auch den Vorrang in kirchlicher und wirtschaftlicher Sicht seit Jahrhunderten bescheinigt. Die Pflugschar betont die frühere landwirtschaftliche Struktur des Dorfes. Die beiden Radkreuze sind Sinnbilder der vereinten weltlichen und kirchlichen Macht als Heils-, Wunsch- und Abwehrzeichen aus germanischer Zeit, wie sie im Schnitzwerk der Bauernhäuser zu finden sind.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften bestehen zu Kröpelin (Mecklenburg-Vorpommern) und Miekinia in der polnischen Wojwodschaft Dolny Slask (Niederschlesien).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Harry’s klingendes Museum zeigt eine Vielzahl mechanischer Musikinstrumente von ihren Anfängen bis 1920 und führt sie vor.
  • Die Alte Dorfschule von 1909 im Ortsteil Bothmer wurde zu einem Schulmuseum umgebaut und zeigt, wie einklassige Schulen vergangener Zeiten aussahen.
  • Zwischen Bothmer und Gilten befindet sich die Galerie-Holländer-Windmühle Bothmer, die im Jahr 1822 die bis dahin betriebene Wassermühle ersetzte.
  • Ebenfalls im Ortsteil Bothmer befindet sich das Schloss Bothmer sowie mehrere Rittergüter.
  • Die evangelisch-lutherische Kirche St. Laurentius ist benannt nach Laurentius von Rom, sie befindet sich in der Ortsmitte an der Kirchstraße. Das heutige Kirchengebäude wurde um 1510 erbaut, etwa 100 Jahre später wurde der Turm erneuert.
  • Der Friedhof wurde im 19. Jahrhundert angelegt und in den 1960er Jahren zur heutigen Größe erweitert. Die Friedhofskapelle wurde 1867 eingeweiht und im 20. Jahrhundert zweimal erweitert.

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Schwarmstedt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zum regionalen Standortmarketing-Verbund Aller-Leine-Tal und ist Standort der Unternehmen GP Günter Papenburg AG (Bauunternehmen) sowie Snackmaster Tiefkühlkost GmbH & Co KG.

Verkehr[Bearbeiten]

Schwarmstedt liegt an der ostwestlich verlaufenden Bundesstraße 214 zwischen den Städten Nienburg/Weser und Celle und verfügt über einen Anschluss an die A 7.

Der Bahnhof Schwarmstedt an der nordsüdlich verlaufenden Heidebahn zwischen Walsrode und Hannover ist mit dem „Schwarmstedt-Tarif“ [4] an den Großraumverkehr Hannover angeschlossen. Die Fahrt nach Hannover dauert etwa 30 Minuten.

Bildung[Bearbeiten]

Grundschulen befinden sich in Schwarmstedt und in Bothmer. Beide Grundschulen bieten als offene Ganztags-Grundschule Kindern als zusätzliches Angebot die Möglichkeit in der Schule zu essen, ihre Hausaufgaben zu machen und entsprechende Freizeitangeboten zu nutzen. [5]

Schwarmstedt verfügt mit der „Wilhelm-Röpke-Schule“ über ein umfassendes weiterführendes Schulangebot, das alle Schulabschlüsse einschließlich Abitur vor Ort ermöglicht. Die Schule wird als Kooperative Gesamtschule (KGS) geführt und aufgrund ihres großen Angebots inzwischen von rd. 1350 Schülern aus dem Heidekreis, dem Landkreis Celle und der Region Hannover besucht. Sie wurde für ihre Arbeit 2013 im Wettbewerb "Starke Schule" als beste Schule Niedersachsens ausgezeichnet. Hierbei wurde insbesondere die hervorragende Qualifizierung für den Übergang von Schule in den Beruf gewürdigt. [6] Die KGS bietet seit 2003 zudem eine umfassende Ganztagsbetreuung an und arbeitet als "eigenverantwortliche Schule" an der Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht. [7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Zu den bekanntesten Persönlichkeiten gehört der am 10. Oktober 1899 in Schwarmstedt geborene Nationalökonom Wilhelm Röpke, der als Wissenschaftler und politischer Berater die Entwicklung im Nachkriegsdeutschland maßgeblich mitgeprägt hat. Ihm zu Ehren trägt die örtliche Schule seinen Namen.
  • Friedrich-Otto Ripke (* 21. April 1953), Politiker (CDU), Niedersächsischer CDU-Generalsekretär und niedersächsischer Staatssekretär im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
  • Peter Rabe (* 10. November 1951), Politiker (SPD), Mitglied des Niedersächsischen Landtages
  • Carl Beddermann (* 1941), Deutscher Jurist, Politiker und Berater des polnischen Vizepremierministers
  • Friedrich Kemnade (* 12. Dezember 1911; † 29. Januar 2008 in Hamburg) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Konteradmiral der Bundesmarine
  • Fritz Koch (* 1951), Zeichner und Maler

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Pries: Schwarmstedt ist schön. Moderne Gemeinde im Aller-Leine-Tal. 1987, ISBN 3-89264-062-9
  • Werner Pries: Schwarmstedt in alten Ansichten. 1989, ISBN 90-288-2951-2
  • Werner Pries: Der Cicero auf dem Dorfe: Wunderliche Geschichten zwischen Stade, Schwarmstedt und dem Genfer See. Erzählungen und Geschichten von Prof. Dr. Wilhelm Röpke. Geiger-Verlag, 2002, ISBN 3-89570-794-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwarmstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schwarmstedt – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Bahnhöfe und Bahnstrecken (unter Celle)
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 224.
  4. Schwarmstedt-Tarif Informationen zum Bahntarif
  5. Vorstellung der Grundschule Schwarmstedt
  6. KGS beim Wettbewerb “Starke Schulen” ausgezeichnet Bericht auf der Homepage von Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs
  7. Schulvorstellung auf der Homepage der KGS Schwarmstedt