Schwarzau im Gebirge

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Schwarzau im Gebirge
Wappen von Schwarzau im Gebirge
Schwarzau im Gebirge (Österreich)
Schwarzau im Gebirge
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Fläche: 192,17 km²
Koordinaten: 47° 49′ N, 15° 42′ O47.81166666666715.705618Koordinaten: 47° 48′ 42″ N, 15° 42′ 18″ O
Höhe: 618 m ü. A.
Einwohner: 668 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 3,5 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2661, 2662
Vorwahl: 0 26 67
Gemeindekennziffer: 3 18 36
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 60
2662 Schwarzau im Gebirge
Website: www.schwarzauimgebirge.at
Politik
Bürgermeister: Michael Streif (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
10
5
10 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Schwarzau im Gebirge im Bezirk Neunkirchen
Altendorf Aspang-Markt Aspangberg-St. Peter Breitenau Breitenstein Buchbach Bürg-Vöstenhof Edlitz Enzenreith Feistritz am Wechsel Gloggnitz Grafenbach-St. Valentin Grimmenstein Grünbach am Schneeberg Höflein an der Hohen Wand Kirchberg am Wechsel Mönichkirchen Natschbach-Loipersbach Neunkirchen (Niederösterreich) Otterthal Payerbach Pitten Prigglitz Puchberg am Schneeberg Raach am Hochgebirge Reichenau an der Rax Scheiblingkirchen-Thernberg Schottwien Schrattenbach Schwarzau am Steinfeld Schwarzau im Gebirge Seebenstein Semmering St. Corona am Wechsel St. Egyden am Steinfeld Ternitz Thomasberg Trattenbach Warth Wartmannstetten Willendorf Wimpassing im Schwarzatale Würflach Zöbern NiederösterreichLage der Gemeinde Schwarzau im Gebirge im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Schwarzau im Gebirge, Pfarrkirche
Schwarzau im Gebirge, Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schwarzau im Gebirge ist eine Marktgemeinde mit 668 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

Mit dem Naturpark Falkenstein zählt der Ort zum Naherholungsgebiet Wiens.

In Naßwald, einer der Rotten, befindet sich eine Forstverwaltung der Gemeinde Wien, die die Quellgebiete der I. Wiener Hochquellenwasserleitung betreut. Außerdem ist in Naßwald zur Erinnerung an den Gründer der Rotte, den Schwemmunternehmer und „Raxkönig“ Georg Hubmer, eine nach ihm benannte Gedächtnisstätte in Form einer Holzknechthütte eingerichtet worden.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Schwarzau liegt zwischen Rax und Schneeberg an der Schwarza. Obwohl weniger als 1.000 Einwohner gezählt werden, ist Schwarzau mit 190 km² eine der flächenmäßig größten Gemeinden Niederösterreichs.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Gegend (65)
  • Graben (234)
  • Preintal (140)
  • Schwarzau im Gebirge (190)
  • Steinbruch (5)
  • Trauch (2)
  • Vois (77)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Schwarzau im Gebirge.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

St. Aegyd am Neuwalde
(Bez. Lilienfeld)
Rohr im Gebirge
(Bez. Wr. Neustadt-Land)
Gutenstein
(Bez. Wr. Neustadt-Land)
Nachbargemeinden Puchberg am Schneeberg
Altenberg an der Rax
(Stmk., Bez. Bruck-Mürzzuschlag)
Kapellen
(Stmk., Bez. Bruck-Mürzzuschlag)
Reichenau an der Rax

Geschichte[Bearbeiten]

Schwarzau[Bearbeiten]

Ursprünglich ein Kirchenweiler. Um 1220 war Schwarzau mit der landesfürstlichen Herrschaft Gutenstein vereinigt. Ab 1595 hatte das Hoyos'sche Adelsgeschlecht das Patronat inne und Mitte des 19. Jahrhunderts kam Schwarzau in den Besitz der Reichsgrafen Hoyos.[2]

Naßwald[Bearbeiten]

Ab 1784 siedelten sich in Naßwald protestantische Holzfäller aus Gosau an und gründeten die zweitälteste protestantische Gemeinde Österreichs.[2] Unter Georg Hubmer entstanden für die damalige Zeit großartige Schwemmanlagen sowie am „Gscheidl“, der Wasserscheide zwischen Stiller Mürz und Preinbach, ein 430 Meter langer Schwemmtunnel. Deshalb entwickelte sich diese Rotte, trotz der überwiegend römisch-katholischen Bewohner der Umgebung, zu einer protestantischen Gemeinde mit eigener Kirche (Evangelische Pfarrkirche Naßwald). Eine weitere Sehenswürdigkeit bildete die Waldbahn Naßwald, eine Museumsbahn, die vom Ortskern ausgehend etwa 900 Meter in das Heufußtal errichtet wurde (2008 eingestellt).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 74,6 % der Einwohner römisch-katholisch und 11,6 % evangelisch. 5,3 % sind Muslime, 2,4 % gehören orthodoxen Kirchen an und 0,1 % sind israelitisch. 4,2 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Südansicht der katholischen Pfarrkirche
Die Kirche wurde auf einer Anhöhe mitten im Ort errichtet und ist überwiegend von einer Kirchhofmauer umgeben, die teilweise erneuert ist. Ursprünglich eine spätromanische Chorquadratkirche aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts, die Anfang des 18. Jahrhunderts barockisiert wurde. Der viergeschossige vorgestellte barocke Westturm mit verschindelter Zwiebelhaube wurde im Zuge der Barockisierung 1715/17 errichtet. 1975 wurden an der Langhausnordwand Fragmente einer Wandmalerei aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts freigelegt. Die Einrichtung stammt vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert. Die spätklassizistische Orgel ist ein Werk von Josef Loyp aus dem Jahr 1838.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
64,58 %
(-6,19 %p)
33,17 %
(+3,94 %p)
2,24 %
(n. k.)
2005

2010


Bürgermeister der Marktgemeinde ist Michael Streif, Amtsleiter Ernst Kienbink. Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 bei insgesamt 15 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 5, SPÖ 10, andere keine Sitze.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 37, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 60. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 353. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,32 Prozent.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwarzau im Gebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. a b Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau. Teil 2, Verlag Berger, Horn/Wien 2003, Seite 2156 ff, ISBN 3-85028-365-8
  3. Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau, Teil 2. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, Seite 2157f, ISBN 3-85028-365-8