Schwarze Sonne

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Schwarze Sonne (Begriffsklärung) aufgeführt.
Eine am Sonnenrad im ehemaligen Obergruppenführersaal der Wewelsburg angelehnte Darstellung der „Schwarzen Sonne“
Eine am Sonnenrad im ehemaligen Obergruppenführersaal der Wewelsburg angelehnte Darstellung der „Schwarzen Sonne“

Die Schwarze Sonne ist ein esoterisches Symbol von der Gestalt eines zwölfspeichigen Sonnenrades. Das Symbol ist heute vor allem in der Neonazi-Szene sowie im neuheidnischen Umfeld verbreitet. Obwohl es bereits für die Zeit der Völkerwanderung belegt ist, gehen die heute verwendeten Gestaltungen ebenso wie die Bezeichnung auf ein in der Zeit des Nationalsozialismus in der Wewelsburg angebrachtes Ornament zurück.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Herkunft und Verbreitung

Als Vorlage für das Ornament dienten wahrscheinlich bronzene Zierfibeln aus der Merowingerzeit,[1] die als Darstellungen der sichtbaren Sonne bzw. ihres Laufes durch die zwölf Monate des Jahres gedeutet werden,[2] ähnliche Funde mit sieben Speichen[3] und zwölf Speichen mit einer umschlossenen Swastika[4] sind ebenfalls bekannt.

Die SS ließ ein vergleichbares Ornament in Gestalt einer dunkelgrünen, kreisförmigen Inkrustation, in deren Mitte sich möglicherweise eine goldene Scheibe[5][6] befand, in den Marmorboden des ehemaligen Obergruppenführersaales im Nordturm der Wewelsburg bei Paderborn ein. Die Wewelsburg sollte zur repräsentativen und ideologischen Zentrale des SS-Ordens ausgebaut werden und war ein geplanter Mittelpunkt einer „artgemäßen“ Religion.[7][8] Der Nordturm hätte nach Aussagen der damaligen Architekten der „Mittelpunkt der Welt“ werden sollen.

Die Bezeichnung „Schwarze Sonne“ für das Wewelsburger Sonnenrad kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg auf.[9] Normalerweise kann der Raum, in dem sich das Sonnenrad befindet, nur von außen durch eine Gittertür hindurch betrachtet werden. Durch die Lichtverhältnisse erscheint das Ornament eher schwarz als dunkelgrün. Die Schwarze Sonne wird verbreitet mit der mystisch-esoterischen Seite des Nationalsozialismus in Verbindung gebracht und wird von Teilen der Neonazi- und der neuheidnischen Szene inzwischen als Erkennungszeichen verwendet.[10]

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Informationen über die wahrscheinliche Vorlage für das Ornament
  2. Nicholas Goodrick-Clarke: Black Sun: Aryan Cults, Esoteric Nazism and the Politics of Identity. New York University Press, New York 2003, ISBN 0-8147-3124-4
  3. Hans-Joachim Diesner, Die Völkerwanderung, Gütersloh 1980
  4. museum-haag.de: 1. Geschoss, letztes Bild (deutsch, abgerufen am 10. März 2008)
  5. nationalsozialismus.de: Nationalsozialismus.de » SS – Zukunftspläne (deutsch, abgerufen am 10. März 2008); am Ende des Artikels finden sich Informationen zur ursprünglichen Gestalt des Sonnenrades und zur geplanten Funktion der Wewelsburg.
  6. Im Bonusmaterial der DVD „Schwarze Sonne“ (Interview mit dem Autor) wird ebenfalls eine goldene Scheibe erwähnt, die sich im Mittelpunkt des Sonnenrades befunden haben soll.
  7. Informationen über die geplante Funktion der Wewelsburg
  8. Die Wewelsburg als „Zentrum der neuen Welt“
  9. DVD Schwarze Sonne – Kultorte und Esoterik des III. Reichs
  10. Die Schwarze Sonne als neues Symbol der rechten Szene www.ida-nrw.de

[Bearbeiten] Literatur

  • Rüdiger Sünner: Schwarze Sonne. Entfesselung und Missbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik. Freiburg i.Br. Verlag Herder/Spektrum, 1999, ISBN 3451271869
  • Nicholas Goodrick-Clarke: Black Sun: Aryan Cults, Esoteric Nazism and the Politics of Identity. New York University Press, New York 2003, ISBN 0-8147-3124-4

[Bearbeiten] DVDs

  • Rüdiger Sünner: DVD Schwarze Sonne – Kultorte und Esoterik des III. Reichs. absolut MEDIEN GmbH, ASIN B00005AMS8

[Bearbeiten] Weblinks

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