Schwarze Wanne

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Als Schwarze Wanne wird die aus Bitumendickbeschichtung oder Kunststoffbahnen hergestellte, im Boden befindliche Abdichtung eines Bauwerkes bezeichnet.

Verwendung[Bearbeiten]

Diese Abdichtung befindet sich in der Regel auf der Außenseite des Gebäudes. Bei Wänden hat diese selten direkten Kontakt mit dem Boden. Zum Schutz der Abdichtung wird auf der Außenseite in der Regel eine Schutzschicht zum Beispiel aus Perimeterdämmplatten oder Dränplatten (ähnlich wie Schaumpolystyrolplatten) hergestellt. Bei der Bodenplatte wird die Abdichtung auf eine zusätzlich eingebrachte Betonschicht (Sauberkeitsschicht) geklebt. Sie muss in vielen Bereichen vor dem Bau des eigentlichen Tragwerkes hergestellt werden, was eine besondere Sorgfalt erfordert, da eine nachträgliche Sanierung kaum möglich bzw. sehr aufwendig und somit teuer ist. Diese Bauweise wird hauptsächlich bei drückendem Wasser eingesetzt, d.h. das Gebäude steht im Grundwasser.

Die Bauweise der Schwarzen Wanne gilt heute unter einigen Fachleuten als veraltet, da qualitativ hochwertige und kostengünstige Alternativbauweisen zur Verfügung stünden.[1] Dennoch wird sie vielfach angewendet und kommt unter anderem in der Altbausanierung zum Einsatz. Als Alternative wird in der Regel eine Weiße Wanne aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt, da diese Technik inzwischen ausreichend ausgereift ist und eine nahezu vollständige Abdichtung gewährleistet. Da die Weiße Wanne aber im Gegensatz zur Schwarzen Wanne nicht auch dampfdicht ist, wird diese Bauweise von einigen Spezialisten als grundsätzlicher Baumangel angesehen.[2]

Eine Schwarze Wanne mit einer lose verlegten Kunststoff-Dichtungsbahn, z. B. aus PEHD (Polyethylen High Density), ermöglicht es, die Dämmung mit einzuschließen und so vor Wasser aus dem Erdreich zu schützen. Der Taupunkt wird damit auf die Abdichtungsinnenseite verlegt. Eine Belüftungsbahn zwischen Abdichtung und Mauerwerk gewährleistet den Abtransport von Schwitzwasser bzw. mit Feuchtigkeit angereicherter Raumluft und sorgt für einen atmungsaktiven Wohnkeller. Dieses System greift das Prinzip des zweischaligen Mauerwerks auf.

Normen und Standards[Bearbeiten]

  • DIN 18195 – Bauwerksabdichtung
  • ATV DIN 18336 – Abdichtungsarbeiten
  • Richtlinie für Planung und Ausführung von Abdichtungen mit kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Weber, Volker Hafkesbrink (Hrsg.): Bauwerksabdichtung in der Altbausanierung. Verfahren und juristische Betrachtungsweise. Teubner, Wiesbaden 2006, ISBN 3-519-00460-7.
  • Karl Lufsky, Michael Bonk, Erich Cziesielski: Bauwerksabdichtung. 6., aktualisierte Auflage, Teubner, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-519-45226-3.
  • So wird wirklich abgedichtet. In: Bautenschutz + Bausanierung (Sonderdruck), Bd. 22 (1999), Teil 1, ISSN 0170-9267.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Lufsky, Michael Bonk, Erich Cziesielski: Bauwerksabdichtung, Seite 433.
  2. Deutsche BauZeitschrift (DBZ), Jg. 53 (2005), Nr. 10, Seite 79–80, ISSN 0011-4782.