Schwarzenberg (Vorarlberg)

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Schwarzenberg
Wappen von Schwarzenberg
Schwarzenberg (Vorarlberg) (Österreich)
Schwarzenberg (Vorarlberg)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 25,78 km²
Koordinaten: 47° 25′ N, 9° 51′ O47.4133333333339.8530555555556696Koordinaten: 47° 24′ 48″ N, 9° 51′ 11″ O
Höhe: 696 m ü. A.
Einwohner: 1.852 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 72 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6867
Vorwahl: 05512
Gemeindekennziffer: 8 02 36
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hof 454
6867 Schwarzenberg
Website: www.schwarzenberg.at
Politik
Bürgermeister: Armin Berchtold
Gemeindevertretung: (2010)
(18 Mitglieder)
18 Schwarzenberger Bürgerliste
Lage der Gemeinde Schwarzenberg im Bezirk Bregenz
Alberschwende Andelsbuch Au Bezau Bildstein Bizau Bregenz Buch Damüls Doren Egg Eichenberg Fußach Gaißau Hard Hittisau Höchst Hörbranz Hohenweiler Kennelbach Krumbach Langen bei Bregenz Langenegg Lauterach Lingenau Lochau Mellau Mittelberg Möggers Reuthe Riefensberg Schnepfau Schoppernau Schröcken Schwarzach Schwarzenberg Sibratsgfäll Sulzberg Warth Wolfurt VorarlbergLage der Gemeinde Schwarzenberg (Vorarlberg) im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortsteil der Gemeinde Schwarzenberg
Ortsteil der Gemeinde Schwarzenberg
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Schwarzenberg ist eine Gemeinde im Bezirk Bregenz des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg mit 1852 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013).

Geografie[Bearbeiten]

Schwarzenberg liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz südlich des Bodensees auf 696 Metern Höhe. Die Gemeinde liegt mit Egg und Andelsbuch im weiten Talkessel des mittleren Bregenzerwaldes. Es erstreckt sich von den Höhen des Hochälpele (1467 m ü. A.), dem Bödele und der Lorena bis an die waldreichen Ufer der Bregenzer Ach. Das Zentrum mit der Kirche liegt auf 700 m ü. A.. Die Gemeinde umfasst eine Fläche von 26 km² und zählt ca. 1900 Einwohner.

Schwarzenberg liegt eingebettet in die wellige und mischwaldreiche Landschaft, die von grünen Bergkuppen umsäumt wird. Die Gemeinde hat trotz der Bautätigkeit der letzten Jahrzehnte ihre ursprüngliche Weilerstruktur erhalten. Alte traditionelle Bauernhäuser mit Schindelbeschlag und dem typischen „Schopf“ beherrschen noch die bebaute Landschaft. Ein Kranz von Vorsässhütten – ebenfalls völlig in Holz gestaltet – umrahmen die ganzjährig bewohnten Weiler.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Schwarzenberg teilt sich ihre Gemeindegrenze mit fünf anderen Vorarlberger Gemeinden. Von diesen liegen vier genauso wie Schwarzenberg im politischen Bezirk Bregenz, nämlich Alberschwende, Egg, Andelsbuch und Reuthe. Einzig die Bezirkshauptstadt Dornbirn liegt als Nachbargemeinde im angrenzenden gleichnamigen Bezirk Dornbirn.

Geschichte[Bearbeiten]

1270 wird erstmals ein Pfarrer von „Swa(r)zinberch“ erwähnt. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg und auch Schwarzenberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Allerdings bestand eine weitreichende Bregenzerwäldler Selbstverwaltung bis zur Besetzung durch Napoleon. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Schwarzenberg seit dessen Gründung 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 5,5 Prozent.

Politik[Bearbeiten]

  • Bürgermeister ist Armin Berchtold.
  • Die Gemeindevertretung besteht aus 18 Mitgliedern, von der alle der Schwarzenberger Bürgerliste entstammen.

Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schwarzenberg (Vorarlberg)

Angelika-Kaufmann-Saal[Bearbeiten]

Der im Jahr 2001 fertiggestellte Umbau des Angelika-Kauffmann-Saales hat bei den Künstlern und beim Publikum große Begeisterung hervorgerufen. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde der Angelika-Kauffmann-Saal gemeinsam mit dem Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses und dem Salzburger Mozarteum zu den drei besten Kammermusiksälen der Welt gezählt und die Neue Zürcher Zeitung bezeichnete die Akustik des Angelika-Kauffmann-Saales als „schlechthin ideal“. Die Lüftungsanlage ist mit erhöhten Anforderungen an die Akustik 25 dB (A) rundfunktauglich ausgeführt. Durch Schallschleusen und die Schallschutzverglasung werden die Veranstaltungsräume akustisch voneinander getrennt.

Museum

Angelika-Kauffmann-Museum[Bearbeiten]

Angelika-Kauffmann-Museum: Das ursprüngliche Heimatmuseum wurde 1913 gegründet. Nach der dritten Übersiedlung befindet es sich seit 1928 im Kleberhaus. Im vorderen Teil wird Bregenzerwälder Wohnkultur des 19. Jahrhunderts gezeigt. Im Erdgeschoß: Schopf (Laube), Küche, Stube, Gaden (Elternschlafraum), Trachten- und Tonwarenausstellung. Im Obergeschoss: Kinderschlafzimmer, Ausstellung von Milchverarbeitungsgeräten und religiöse Kleinkunst. Im Dachgeschoss: alte Waffen, Musikinstrumente, Tafelgeräte, geschmiedete Grabkreuze.

Im mittleren Teil werden Werke von Angelika Kauffmann gezeigt: Ölgemälde, Stiche, Porzellan, Erinnerungsgegenstände, Briefe. Angelika Kauffmann (1741–1807) vermachte ihrer Heimatgemeinde Schwarzenberg die Apostelmedaillons in der Pfarrkirche sowie das Hochaltarbild, das sie in ihren letzten Jahren in Rom malte.

Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr wurde die jetzige Galerie im Angelika-Kauffmann-Museum um Ausstellungsräume erweitert, die musealen Standards in Bezug auf Sicherheit und konservatorische Gesichtspunkte entsprechen.

Dorfkern[Bearbeiten]

Der Dorfplatz um den Brunnen bei der Kirche gilt als der schönste und besterhaltene des Landes Vorarlberg. Die behäbigen Häuser, die unter Denkmalschutz stehen, lassen erahnen, dass hier bedeutender Wohlstand blühte. Einstmals wirtete man in sechs Gasthäusern, die in ununterbrochener Reihe dem Zentrum ein stattliches Gepräge geben. Sie erinnern an die Zeit, in der der ganze Warenverkehr des Bregenzerwaldes in Säumertransporten über die zwei Schwarzenberger Pässe, die Lose (heute Bödele genannt) und die Lorena in den Rheintal-, Bodenseeraum und bis nach Oberitalien ging. Die Wirte waren zugleich auch Großbauern, Händler und Geldverleiher und spielten in der Talschaftspolitik eine wichtige Rolle.

Pfarrkirche Schwarzenberg[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche – nach dem Dorfbrand 1755 neu errichtet – zählt zu den schönsten Barockbauten Vorarlbergs. Was die Schwarzenberger Kirche zu einer vielbesuchten Kunststätte macht, sind die Gemälde der beiden Schwarzenberger Künstler Joseph Johann Kauffmann und seiner Tochter Angelika Kauffmann. Von der Hand des Vaters stammen die Kreuzwegbilder sowie die Hauptbilder auf den Seitenaltären. Angelika schuf als Sechzehnjährige die Apostelmedaillons in Freskotechnik. In ihren letzten Lebensjahren widmete sie ihrer Heimatpfarre das Hochaltarbild, darstellend die Krönung Mariens durch die Heiligste Dreifaltigkeit, der die Kirche geweiht ist. Es ist Angelikas bedeutendstes religiöses Werk.

Wälderbähnle am Bahnhof Schwarzenberg

Museumsbahn Wälderbähnle[Bearbeiten]

Schwarzenberg ist eine Station an der Bregenzerwaldbahn, die heute noch als Museumsbahn betrieben wird.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Angelika-Kauffmann-Saal – zur Schubertiade 2004
Alpabtrieb vor 1960

Schubertiade[Bearbeiten]

Die Schubertiade Schwarzenberg findet jährlich im Sommer statt. Das Festival konzentriert sich auf im normalen Konzertbetrieb oft übersehene Werke Franz Schuberts und anderer Komponisten der Romantik. Viele der berühmtesten Sänger, Klavierbegleiter und Kammermusikensembles der Welt nehmen an der Schubertiade teil, deren ebenso internationales Stammpublikum oft für die ganze Dauer des Festivals anreist. Die Konzerte finden hauptsächlich im Angelika-Kauffmann-Saal und im Dorfsaal statt.

Schwarzenberger Alptag und Markt[Bearbeiten]

  • Der Alptag findet jährlich in der Woche vor dem Markt statt (und der alljährliche Markt Mitte September). Die besonders schön geschmückten Alpen mit ca. 700 Rindern (Kühe und Jungvieh) und Schafen ziehen ins Dorf zurück. Nach 400-jähriger Tradition ist der Alptag in Schwarzenberg ein großer Festtag für Älpler und Bauern.
  • Der Schwarzenberger Markt findet alljährlich Mitte September statt, und ist historisch gewachsen und entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem Jahresereignis in der Region Bregenzerwald. Im Laufe der Zeit hat sich der Markt von einer Nahversorgungseinrichtung zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt mit traditionellem Charakter gewandelt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

  • Insgesamt sind in Schwarzenberg rund 80 Unternehmen mit ca. 350 Arbeitsplätzen angesiedelt.
  • Gewerbegebiet Dorn: Das Gewerbegebiet Dorn liegt am nördlichen Eingangstor von Schwarzenberg. Die Anfänge des Gewerbegebiets Dorn liegen im Jahr 2002, als eine 30.000 Quadratmeter große Fläche im Norden Schwarzenbergs als Betriebsgebiet umgewidmet wurde. Heute nutzen acht Klein- und Mittelbetriebe 70 % der Fläche, die restlichen 8.500 Quadratmeter sind noch nicht vergeben. Unternehmen aus verschiedenen Sparten sind im Gewerbegebiet Dorn zu finden. Insgesamt beschäftigen die Unternehmen etwa 50 Mitarbeiter, was fast 15 % der Gesamtbeschäftigten in Schwarzenberg entspricht. (Stand: November 2006)

Tourismus[Bearbeiten]

Eine einzigartige Landschaft, gesunde Luft und Höhenlage sowie heimelige Gasthöfe mit familiärem Kontakt ziehen heute wie vor 100 Jahren Gäste aus vielen Ländern an.

Unzählige Winter- und Sommerwanderwege stehen den Gästen ebenso zur Verfügung wie zwei Tennisplätze, ein Freibad und ein Klettergarten. Dieses Angebot wird erweitert durch die Mitgliedschaft bei der Käsestrasse Bregenzerwald. Ca. 50.000 Gäste nächtigen jedes Jahr in Schwarzenberg. Etwa 55 % davon fallen auf den Sommertourismus, welcher durch die Schubertiade gestärkt wird.

Im Winter besitzt Schwarzenberg mit dem Skigebiet Bödele-Hochälpele-Haldenlifte ein eigenes Skisport-Ressort mit 1 Sesselbahn und 7 Schleppliften. Vom Skigebiet ist eine Talabfahrt bis ins Dorfzentrum möglich. Hier fanden auch schon Weltcup-Abfahrtsläufe der Damen statt.

Bildung[Bearbeiten]

In Schwarzenberg gibt es (Stand November 2006) 105 Volksschüler. Damit ist der Ort die Gemeinde Vorarlbergs mit der höchsten Anzahl von Volksschülern in Relation zur Einwohnerzahl. In Schwarzenberg gibt es zudem einen Kindergarten mit 65 Kindern und fünf Betreuerinnen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwarzenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien