Schwarzer Heilbutt

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Schwarzer Heilbutt
Reinhardtius hippoglossoides.jpg

Schwarzer Heilbutt (Reinhardtius hippoglossoides)

Systematik
Ordnung: Plattfische (Pleuronectiformes)
Unterordnung: Pleuronectoidei
Familie: Schollen (Pleuronectidae)
Unterfamilie: Hippoglossinae
Gattung: Reinhardtius
Art: Schwarzer Heilbutt
Wissenschaftlicher Name
Reinhardtius hippoglossoides
(Walbaum, 1792)

Der Schwarze Heilbutt (Reinhardtius hippoglossoides) ist ein großer Plattfisch, der in kalten Meeren der nördlichen Hemisphäre lebt. Sein Vorkommen im Atlantik reicht vom Norden Irlands über Schottland, die Färöern, Island bis zum Süden Grönlands, weiter zur Küste Labradors und rund um Neufundland bis nach New Jersey. Außerdem lebt er entlang der Küste Norwegens bis nach Spitzbergen und zur südlichen Barentssee, sowie im nördlichen Pazifik vom Japanischen Meer bis zur Tschuktschensee, bei den Aleuten und entlang der Küste Alaskas bis Baja California.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Schwarze Heilbutt hat einen langgestreckten, asymmetrischen, seitlich stark abgeflachten Körper. Das Maul ist groß und reicht bis unter das rechte Auge. Die Rückenflosse beginnt hinter dem linken Auge. Das Seitenlinienorgan ist fast gerade, die Schuppen glatt. Er wird i. d. R. 80 bis 120 Zentimeter lang.
Im September 2013 wurde vor der Küste Norwegens ein schwarzer Heilbutt gefangen der fast 170 kg wog und auf ein Alter von 150 Jahre geschätzt wird.[1] Der größte jemals gefischte schwarze Heilbutt wurde im Juli 2011 in Norwegen gefischt, er wog 245 kg bei einer Gesamtlänge von 255 cm.[2]

Flossenformel: Dorsale 83-108, Anale 62-79

Lebensweise[Bearbeiten]

Der Schwarze Heilbutt lebt auf Weichböden in Tiefen von 200 bis 1500 Metern, bei Temperaturen von -1,5 bis 4,5 °C. Die Jungfische leben oft pelagisch. Er ernährt sich von bodenbewohnenden Wirbellosen und Fischen, darunter Aalmutterarten, Rotbarsche und Lodden.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Die Fische laichen im Winter im freien Wasser in Tiefen von 800 bis 1200 Metern. Die Eier sind pelagisch, und haben einen Durchmesser von 4 mm. Die schlüpfenden Larven sind etwa 10 bis 15 mm lang. Mit einer Länge von 6 bis 8 Zentimeter gehen die zunächst pelagischen Larven zum Bodenleben über und ziehen mit fortschreitendem Wachstum in immer größere Tiefen. Die Männchen werden nach 7 bis 8 Jahren, mit einer Länge von 55 bis 65 Zentimeter geschlechtsreif, die Weibchen brauchen dazu 9 bis 11 Jahre und sind dann 65 bis 80 Zentimeter lang.

Nutzung[Bearbeiten]

Der Schwarze Heilbutt wird mit Langleinen und Schleppnetzen vor allem bei Island, Westgrönland und Nordnorwegen gefangen.

Schutz[Bearbeiten]

Laut NRK soll es ab 2013 ein Fangverbot in Norwegen auf Heilbutt geben. Südnorwegen und die norwegischen Küstengewässer ab dem 62 Breitengrad sind davon betroffen. Laut NRK hat sich der Heilbuttbestand durch die Touristenfischerein so schlecht entwickelt, dass ein Fangverbot unumgänglich geworden ist. Touristen sollen jährlich über 5600 Heilbutte in Norwegen fangen und deshalb ist der Heilbuttbestand so stark rückläufig das der Heilbutt ab 2013 geschützt werden soll.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bent J. Muus: Die Meeresfische Europas. In Nordsee, Ostsee und Atlantik. Franckh-Kosmos Verlag, ISBN 3-440-07804-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.shortnews.de/id/1049890/norwegen-fischer-ziehen-150-jahre-alten-heilbutt-aus-dem-meer Norwegen Fischer ziehen 150 Jahre alten Heilbutt aus dem Meer
  2. http://www.fisch-hitparade.de/fischhitparade/all/20-heilbutt.html Heilbutt Fang-Weltrekordliste
  3. http://www.norwegen-angelfreunde.de/showthread.php?19007-Fangverbot-von-Heilbutt-in-Norwegen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reinhardtius hippoglossoides – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien