Schwarzer Montag

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Der Kursverlauf des Dow Jones drei Monate vor und nach dem Schwarzen Montag

Der Schwarze Montag am 19. Oktober 1987 war der erste Börsenkrach nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Dow Jones fiel innerhalb eines Tages um 22,6 % (508 Punkte); dies war der größte prozentuale Rückgang innerhalb eines Tages in dessen Geschichte. Der Sturz breitete sich schnell auf alle wichtigen internationalen Börsen aus. Bis Ende Oktober fielen die Börsenkurse in Australien um 41,8 %, in Kanada um 22,5 %, in Hongkong um 45,8 % und in Großbritannien um 26,4 %.

Dem Crash gingen keine einschneidenden Ereignisse voraus. Bis heute ist umstritten, welche Faktoren zu diesem Börsencrash führten.

Die Bezeichnung lehnt sich an die Bezeichnung Schwarzer Donnerstag für den New Yorker Crash vom 24. Oktober 1929 an, der die Weltwirtschaftskrise einleitete.

Auch der 8. August 2011 wird „Schwarzer Montag“ genannt. An diesem Tag entzog die Ratingagentur Standard & Poors den Vereinigten Staaten die Bonitäts-Bestnote AAA.[1]

Gründe[Bearbeiten]

Der Dow Jones hatte sich seit 1985 fast verdoppelt; im August 1987 mehrten sich aber Anzeichen für ein Ende der Hausse. So gelang es dem Kabinett Reagan nicht, die Inflation und das überbordende Handelsdefizit (1987 betrug es 152,1 Mrd. US-Dollar) in den Griff zu bekommen. Die Unsicherheit nahm zu, als die US-Notenbank zum ersten Mal seit drei Jahren den Leitzins für kurzfristige Kredite anhob. Der Dow Jones hatte seit seinem Hoch im August bis zum 13. Oktober 1987 in mehreren Sprüngen etwa 475 Punkte verloren.

Hinzu kam eine zunehmende Unsicherheit auf den Währungsmärkten und ein Vertrauensverlust in den US-Dollar. Die Abwertung des Dollars im Zuge des Plaza-Abkommens schien mit dem Louvre-Abkommen im Februar 1987 zwar zunächst gestoppt, Ende September kamen in den Medien allerdings Gerüchte über einen Streit innerhalb der G7-Staaten auf. Am Freitag vor dem Börsencrash fiel der Dollarkurs abrupt auf 1,77 DM ab. Die Unsicherheit verstärkte sich noch durch einen Artikel in der darauf folgenden Sonntagsausgabe der New York Times, in der sich der damalige US-Finanzminister James Baker indirekt gegen eine weitere Stützung des Dollarkurses aussprach und damit drohte, den Dollar noch weiter sinken zu lassen, falls Deutschland sich im Zinsstreit nicht kompromissbereit zeige.

Zum Ausmaß des Börsencrashs trug wesentlich die zunehmende Computerisierung des Börsenhandels (Computerbörse, Automatisierter Handel) bei. Seit den frühen 1980er Jahren setzten die Händler verstärkt Computer für ihre Portfoliostrategien ein und in der Regel hatten die großen Banken sehr ähnliche Systeme zur dynamischen Absicherung. Die weitgehende Automatisierung führte dazu, dass binnen kurzer Zeit, nachdem ein erster Verkaufsdruck entstanden war, die Absicherungsstrategien entweder Aktien leerverkauften (Shortselling) oder Short Futures-Kontrakte und Put-Optionen an den Terminbörsen erwarben. Die Menge an simultan eingehenden Orders erzeugte weiteren Verkaufsdruck und es kam zu einem Kaskadeneffekt.

Folgen[Bearbeiten]

Am 20. Oktober 1987 fiel der Dow Jones zunächst weiter bis auf 1739 Punkte, der Nikkei 225 in Japan rutschte um 14,9 Prozent (3383 Punkte) auf 21910 Punkte. An vielen Börsen wurde daraufhin kurzzeitig der Handel ausgesetzt; unter anderem deshalb, weil die damalige Computertechnik dem hohen Ordervolumen nicht gewachsen war. Dies gab der US-Zentralbank Zeit, Liquidität in den Markt zu pumpen und den Crash abzufedern. Zusätzlich begannen Unternehmen damit, ihre eigenen Aktien zurückzukaufen (sei es um den Kurs zu stützen und/oder um die niedrigen Kurse als Kaufgelegenheit zu nutzen). Am Ende der Woche notierte der Dow Jones wieder bei 1951 Punkten.

15 Monate nach dem „Schwarzen Montag“ hatte der Dow Jones mit 2247 Punkten wieder sein Niveau vor dem Börsencrash erreicht.

Literatur[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. reuters.com 8. August 2011: Analysis: France, Britain AAA-ratings under scrutiny