Schwarzer September (Terrororganisation)

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Schwarzer September (arabisch ‏منظمة أيلول الأسود‎ Munaẓẓamat Ailūl al-aswad ‚Organisation des Schwarzen Septembers‘) war die Terrorgruppe, die die Geiselnahme von München bei den Olympischen Spielen 1972 verübte. Das Oberhaupt der Terrorgruppe zu dieser Zeit war Ali Hassan Salameh. Die Gruppierung leitete ihren Namen von einem Rebellen-Aufstand während des Jordanischen Bürgerkrieges im September 1970 ab.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Name der Gruppe gründete sich auf einen Konflikt, der am 1. September 1970 begann, als ein Attentat auf König Hussein von Jordanien verübt wurde, worauf dieser am 16. September die Militärherrschaft übernahm und die militanten Palästinenser bekämpfte. Die Gruppe Schwarzer September begann als eine kleine Zelle von Fatah-Männern, die entschlossen waren, Rache an König Hussein und der jordanischen Armee zu nehmen. Zulauf erhielt die Organisation von der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), von As-Sa'iqa - einer palästinensischen Gruppe aus der Baath-Partei (Syrien), die im September 1966 entstanden war - und von anderen Gruppierungen.

Anschläge[Bearbeiten]

Am 5. September 1972 stürmten acht bewaffnete Mitglieder der Terrororganisation das Wohnquartier der israelischen Mannschaft während der Olympischen Sommerspiele in München und nahmen elf Mannschaftsmitglieder als Geiseln. Die Geiselnahme von München endete mit einer gescheiterten Geiselbefreiung durch die Polizei.

Nach der Geiselnahme von München zeigte sich die Gruppe für die Ermordung des jordanischen Premierministers Wasfi Tell am 28. November 1971 verantwortlich. Außerdem wurden von Kommandos des „Schwarzen September“ fünf in Deutschland lebende Jordanier getötet.

In den Monaten September und Oktober 1972 wurden Dutzende von Briefbomben von Amsterdam aus an israelische Diplomaten in aller Welt geschickt. Am 19. September 1972 starb Dr. Ami Shachori, landwirtschaftlicher Berater der israelischen Botschaft in London, im Alter von 44 Jahren durch ein solches Briefbombenattentat.[1]

Am 5. August 1973 eröffneten die beiden militanten Palästinenser Talaat Hussein Abdallah und Zemed Mohammed Ahmed, die sich als Mitglieder der Gruppe „Schwarzer September“ bezeichneten, das Feuer auf eine Passagier-Lounge auf dem Flughafen von Athen, wobei drei Menschen getötet und 55 verwundet wurden.

Mutmaßliche Mitglieder[Bearbeiten]

Im Auftrag von Israels Ministerpräsidentin Golda Meir wurde nach dem Attentat in München eine Liste mutmaßlicher Mitglieder der Gruppe „Schwarzer September“ zusammengestellt. Diese Liste wurde aber im Laufe der Zeit erweitert. Eine offizielle Version ist bisher nicht veröffentlicht worden.

Als mutmaßliche Mitglieder gelten:

Zerschlagung[Bearbeiten]

Die Gruppe wurde im Laufe der Jahre vom israelischen Geheimdienst Mossad zerschlagen. Ein Großteil der Mitglieder wurde von Agenten der Spezialeinheit Caesarea in verschiedenen Staaten Europas aufgespürt und getötet.

Zusammenarbeit mit anderen radikalen Gruppen[Bearbeiten]

Uneinigkeit herrscht unter Historikern und Journalisten über die Struktur der Organisation und das Ausmaß, in dem die Gruppe von der Fatah gesteuert wurde.

Im Juni 2012 berichtet Der Spiegel, dass die Terrorgruppe 1972 von deutschen Neonazis tatkräftige Unterstützung erhalten hatte. So wurde bekannt, dass die palästinensischen Terroristen mit Hilfe von Deutschen an falsche Papiere und Waffen gelangten und dass der deutsche Neonazi Willi Pohl den Drahtzieher der Anschläge, Abu Daud, durch Deutschland chauffiert und ihm anderweitig geholfen hatte.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht im TIME Magazin am 2. Oktober 1972 (englisch)
  2. Spiegel-Online, abgefragt am 18. Juni 2012