Schwarzer Stein (Mekka)

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Muslimische Pilger, die sich um den Schwarzen Stein drängen, um ihn küssen oder mit der Hand berühren zu können.

Der Schwarze Stein (arabisch ‏الحجر الأسود‎, DMG al-ḥaǧar al-aswad) ist ein Kultstein an der al-Kaʿba (Kaaba) in Mekka, der im Rahmen des Tawāf, der rituellen Umkreisung dieses Heiligtums, durch Küssen, Berühren oder Zeigen mit der Hand verehrt wird. Seit dem 19. Jahrhundert wird er als Meteorit gedeutet, die tatsächliche Beschaffenheit ist allerdings unbekannt, da der Stein bisher nie wissenschaftlich untersucht wurde.[1] Es gibt auch Vermutungen, es könnte sich um einen Tektiten[2] oder Achat[3] handeln.

Die Verehrung des Schwarzen Steins geht auf den altarabischen paganen Steinkult zurück. Im Zuge der Islamisierung dieses Rituals wurde dem Stein eine übernatürliche Herkunft zugeschrieben. Verschiedene Traditionen, die im Namen von ʿAlī ibn Abī Tālib überliefert werden, besagen, dass Abraham den Stein von dem Engel Gabriel erhalten habe.[4] Andere Sahāba (Prophetengefährten) standen der Verehrung des Schwarzen Steins dagegen kritisch gegenüber, weil sie darin ein Relikt des altarabischen Heidentums sahen. So wird zum Beispiel von ʿUmar ibn al-Chattāb überliefert, dass er bei einem Aufenthalt in Mekka den Stein küsste, dann jedoch sagte: „Ich weiß, dass du ein Stein bist und weder nützen noch schaden kannst. Hätte ich nicht gesehen, wie der Gottesgesandte dich küsste, hätte ich dich nicht geküsst.“[5]

Nachdem der Schwarze Stein 683 bei der Belagerung von Mekka von einem Katapultgeschoss getroffen und in Stücke gebrochen worden war, ließ ʿAbdallāh ibn az-Zubair ihn mit einer Silbereinfassung versehen. Im Jahre 931 wurde der Schwarze Stein von den ismailitischen Qaramita nach Bahrain verschleppt; erst 951 kehrte er (auf Vermittlung der ebenfalls ismailitischen Fatimiden) nach Mekka zurück.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Black Stone of Mecca. Encyclopædia Britannica, 2014, abgerufen am 17. November 2014 (englisch).
    Vgl. außerdem  Ken Taylor: Kosmische Kultstätten der Welt – von Stonehenge bis zu den Maya-Tempeln. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-440-13221-0, S. 167.,
     Mohd. A. R. Kahn: On the Meteoritic Origin of the Black Stone of the Ka’bah. Volume 2, Nr. 4, The Meteoritical Society, 1938, S. 49–53, doi:10.1111/j.1945-5100.1938.tb00192.x (kostenpflichtige Online-Version).
  2.  Elsebeth Thomsen: New Light on the Origin of the Holy Black Stone of the Ka’ba. In: Meteoritics. Volume 15, Nr. 1, 1980, S. 87 (Online).
  3.  Robert S. Dietz, John McHone: Kaaba Stone: Not a Meteorite, Probably an Agate. In: Meteoritics. 9, Nr. 2, 1974, S. 173–179 (Online).
  4.  Reuven Firestone: Journeys in Holy Lands. The Development of the Abraham-Ishmael Legend in Islamic Exegesis. Albany 1990, S. 83 ff..
  5.  Reuven Firestone: Journeys in Holy Lands. The Development of the Abraham-Ishmael Legend in Islamic Exegesis. Albany 1990, S. 92.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Reuven Firestone: Journeys in Holy Lands. The Development of the Abraham-Ishmael Legend in Islamic Exegesis. Albany 1990, S. 80–93.