Schwarzmund-Grundel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwarzmund-Grundel
Schwarzmund-Grundel (Neogobius melanostomus)

Schwarzmund-Grundel (Neogobius melanostomus)

Systematik
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Grundelartige (Gobiiformes)
Familie: Grundeln (Gobiidae)
Unterfamilie: Benthophilinae
Gattung: Neogobius
Art: Schwarzmund-Grundel
Wissenschaftlicher Name
Neogobius melanostomus
Pallas, 1814

Die Schwarzmund-Grundel (Neogobius melanostomus (Syn.: Apollonia melanostomus)) ist ein europäischer Brack- und Süßwasserfisch.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Schwarzmund-Grundel hat eine typische Grundelgestalt und wird 15 bis 25 Zentimeter lang. Entlang der Seitenlinie befindet sich eine Reihe länglicher dunkler Flecken, vom Mundwinkel bis zum Auge besitzt sie zudem eine dunkle Zeichnung. Auf der vorderen Rückenflosse befindet sich ein sehr auffälliger, schwarzer Augenfleck. Während der Laichzeit sind männliche Schwarzmund-Grundeln vollständig schwarz gefärbt.

Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet (grün) und Ausbreitungsgebiet (rot)

Sie lebt im Brackwasser, an den Küsten des Schwarzen, des Asowschen- und mit der Unterart Neogobius melanostomus affinis an der westlichen Küste des Kaspischen Meeres. Außerdem bewohnt sie die Flüsse, die in diese Meere münden. Im Ballastwasser von Schiffen und durch den Bau des Main-Donau-Kanals auch auf natürlichem Wege konnte die Schwarzmund-Grundel sich inzwischen bis an die Nordsee ausbreiten und besiedelt als Neozoon zahlreiche mitteleuropäische Gewässer, in denen sie ursprünglich nicht heimisch ist, darunter Main, Rhein[1][2], Mosel, Lahn, Neckar, Trave, Oder, Eider [3] und Nord-Ostsee-Kanal. Im Ballastwasser von Schiffen ist sie bis in die nordamerikanischen Großen Seen gelangt.[4] Im Sommer hält sie sich im flachen Wasser auf und zieht im Winter in Tiefen von bis zu 60 Meter.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Die Schwarzmund-Grundel laicht von April bis September. Sie legt 320 bis 1000 große, ovale (2,2 x 3,9 Millimeter) Eier, die an Steine geklebt werden und vom während der Brutzeit schwarzen Männchen bewacht werden. Die Jungen schlüpfen nach zwei Wochen und sind schon voll entwickelt. Die Grundel hat kein Larvenstadium. Weibchen werden nach zwei bis drei, Männchen nach drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Nach ihrer ersten Laichsaison sterben die Männchen. Aufgrund ihrer Ausbreitungsfreudigkeit und Fortpflanzungspotenz gilt die Grundel als invasive Art, die gegenüber vielen heimischen Arten als Nahrungs- und Raumkonkurrent auftritt. [5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.rheinfischerei-nrw.de/fischerei-themen/grundel-problematik/
  2. http://www.deutschlandfunk.de/grundelinvasion-im-rhein.676.de.html?dram:article_id=258609
  3. Fisch aus dem Schwarzen Meer erobert Lübecker Gewässer. Lübecker Nachrichten, 13. August 2011, abgerufen am 24. August 2013.
  4.  Matthew E. Neilson, Carol A. Stepien: Escape from the Ponto-Caspian: Evolution and biogeography of an endemic goby species flock (Benthophilinae: Gobiidae: Teleostei). In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 52, Nr. 1, 2009, S. 84–102, doi:10.1016/j.ympev.2008.12.023.
  5. Die Invasion der Schwarzmeergrundeln. Neue Zürcher Zeitung, 3. Oktober 2012, abgerufen am 24. August 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwarzmund-Grundel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien