Schwarzsauer

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Schwarzsauer

Schwarzsauer (niederdeutsch Swattsuer oder Swartsuur) ist ein traditionelles Gericht aus Blut in Teilen Norddeutschlands und früher auch in Ostpreußen. Es entspricht weitgehend der spartanischen Blutsuppe.

Eine Variante des Gerichts ohne Blut nennt sich Weißsauer.[1]

Name und Zubereitung[Bearbeiten]

Der Name leitet sich vom Schweineblut ab, das durch die Zugabe von Essigsud gerinnt, völlig schwarz wird und hinzugefügte Fleischreste und Schwarten verbindet. Für den Sud werden Gewürze wie Lorbeer, ganze Pfefferkörner, Nelken, Zwiebeln und etwas Zucker und Wurzelgemüse in Essigwasser aufgekocht.

Verbreitung[Bearbeiten]

Da das Gericht heutigen Essgewohnheiten nicht mehr entspricht, ist es heute nur noch selten anzutreffen. In Hamburg, Mecklenburg und Schleswig-Holstein wurde es früher immer am Tag der Schlachtung zubereitet, um die nicht für die Wurst- oder Frischfleischherstellung benötigten Reste und auch das frische Schweineblut zu verwerten.

In Ostpreußen, in Pommern und Ostfriesland war das Gericht eher mit Geflügel bekannt, meist wurde es dann als Schwarzsauer von Gänseklein oder Schwarzsauer von Entenklein bezeichnet. Zubereitet wurde es unter anderem mit Füßen und Darm von Gänsen oder Enten. Dazu wurde der Geflügeldarm gereinigt, gründlich gewaschen und um die gewaschenen Gänse- bzw. Entenfüße gewickelt. Diese wurden dann im Sud gekocht.

Aufgrund der preiswerten Zutaten war Schwarzsauer früher und bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein „Arme-Leute-Essen“. Als Beilage dienten Kartoffeln oder Klöße.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rita Sörgel: Rübenmus und Schwarzsauer – oder: sie heiratet ja doch. Eine Kindheit und Jugend in der Kriegs- und Nachkriegszeit in Kiel. Amani International Publishing, Kiel 2009, ISBN 978-3-938054-33-8 (Erlebnisbericht zur Kieler Lokalgeschichte 1937–1955).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sophie Wilhelmine Scheibler: Allgemeines deutsches Kochbuch für alle Stände, oder gründliche Anweisung alle Arten Speisen und Backwerke auf die wohlfeilste und schmackhafteste Art zuzubereiten: Ein unentbehrliches Handbuch für angehende Hausmütter, Haushälterinnen und Köchinnen, C.F. Amelangs Verlag, Leipzig und Berlin, 1866, S. 183 und 186