Schwedische Auswanderung im 19. Jahrhundert

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Schwedische Auswanderer besteigen 1905 in Göteborg ein Schiff
Verteilung von Amerikanern mit schwedischen Vorfahren im Jahr 2000

Ab 1820 kam es in Schweden aufgrund einer geringeren Sterblichkeitsrate und aufgrund der Fortschritte der Medizin zu einem starken Anstieg der Bevölkerung und zu Landflucht, besonders aus Värmland und Småland.

Zwischen 1848 und 1930 wanderten über 1 Million Schweden (etwa 20 % der Bevölkerung) in die USA aus und ließen sich besonders im Mittleren Westen nieder, wo billig Land zu erwerben war (Minnesota, Kansas, Illinois).

Der Homestead Act, der 1862 in den USA in Kraft trat, erleichterte auch die Einwanderung aus der Alten Welt. 1908 wurde ein Bericht im Auftrag des schwedischen Reichstages publiziert, der Ursachen der Auswanderung (Armut, Unzufriedenheit) benannte. Daraufhin kam es zu Sozialreformen in Schweden, so wurden etwa das allgemeine Männerwahlrecht eingeführt, die Wohnqualität und die Volksbildung verbessert. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die schwedische Auswanderung allmählich zum Erliegen.

Etwa 20 % der Exilanten kehrten Anfang des 20. Jahrhunderts wieder zurück; viele konnten beträchtliche Summen investieren, die sie in den Vereinigten Staaten erarbeitet hatten. Die Mehrheit blieb als Schwedenamerikaner in der neuen Heimat.

Im Haus der Auswanderer in Växjö (Småland) gibt es seit 1968 ein Dokumentationszentrum. Die touristische Strecke Utvandrarnas väg erinnert an die Zeit der Emigration.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]