Schweinsgalopp (Pratchett)

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Schweinsgalopp (Englischer Titel: Hogfather) ist ein Roman von Terry Pratchett. Es ist der zwanzigste Scheibenwelt-Roman. Schweinsgalopp wurde 1996 veröffentlicht und 1997 für den British Fantasy Award nominiert. Ort der Handlung sind Ankh-Morpork und Umgebung. Schweinsgalopp gehört zu den Tod-Geschichten weshalb Tod und seine Enkelin Susanne Sto Helit eine prominente Rolle bei der Rettung des Weihnachtsfestes und letztlich der ganzen Scheibenwelt, spielen. Der Charakter des Schneevaters wird als feste Größe in der Scheibenwelt etabliert. Er tritt danach auch in späteren Romanen in Nebenrollen auf. Schweinsgalopp streift folgende Themen mehr oder weniger intensiv: Weihnachten, Silvester, Nikolaus, die Kraft des Glaubens, ökonomische Gerechtigkeit und nicht zuletzt kindliche Alpträume.

Deutsche Ausgabe[Bearbeiten]

Goldmann, 1998, ISBN 3-442-41631-0

Handlung[Bearbeiten]

Ein weiteres Mal versuchen die Revisoren, die Buchhalter des Universums (englisch: „Auditors“), die schon in „Alles Sense“ den Tod in Rente schickten, dem Leben auf der Scheibenwelt Probleme zu machen. Sie schließen mit der Assassinengilde einen 1-Million-Dollar-Kontrakt auf den Schneevater (engl. Hogfather, das Scheibenweltäquivalent des Weihnachtsmanns) ab. Und Herr Kaffeetrinken (engl. Teatime, ausgesprochen „Teh-ah-tim-eh“), ein selbst für die Assassinen ziemlich irrer Mörder, hat schon einen Plan, der sogar gelingt. Der Schneevater ist also, wenn schon nicht tot, so doch derart geschwächt, dass er seinen Pflichten nicht mehr nachkommen kann. Es ist Silvester. Der Schneevater muss mit seinem, von vier Schweinen gezogenen, Schlitten all die Wünsche erfüllen, die Kinder auf ihren Wunschzetteln aufgeschrieben haben. Andernfalls würde am Neujahrsmorgen die Sonne nicht aufgehen.

Niemand glaubt mehr wirklich an diese Drohung, aber sowohl Tod als auch die Revisoren wissen, dass sie stimmt. Notgedrungen schlüpft Tod also selbst in diese Rolle und liefert, als Schneevater verkleidet, Geschenke aus. Es gilt, um jeden Preis, den Glauben an den Schneevater am Leben zu halten. Nachdem er das HoHoHo ausreichend geübt hat, findet Tod regelrecht gefallen an diesem neuen Job; immerhin wurde er noch nie so sehnsüchtig erwartet. Zunehmende Kommerzialisierung und süßliche Klischees des Weihnachtsfestes kommen in einigen absurden Szenen zum Ausdruck. In einem Kaufhaus Ankh-Morporks nimmt der, den Schneevater mimende, Tod den Platz ein, der eigentlich für einen als Schneevater verkleideten Schauspieler reserviert ist. Statt künstlicher Schweine umlagern nun, zum Entzücken der Kinder, borstige, stinkende und dampfend urinierende Wildschweine den grobklotzigen Schlitten des Schneevaters. Die Kleinen bekommen außerdem genau das, was sie sich zu Weihnachten wünschen, egal, wie teuer oder gefährlich diese Wünsche sind.

Susanne Sto Helit, Tods Enkelin, muss dafür die Suche nach dem Schneevater übernehmen. Sein plötzliches Verschwinden hat auf der Scheibenwelt ein gewaltiges Glaubensvakuum hinterlassen, das sich nun selbsttätig zu füllen beginnt. Alle möglichen und unmöglichen Kreaturen gewinnen Realität. Die Kraft des Wortes, vor allem wenn das Wort von einem Zauberer ausgesprochen wird, gewinnt ganz neue Bedeutung. So erscheint der Warzengnom, eine Haarausfallfee, der Sockenvertilger, die Gutelaunefee und last but not least, der O-Gott-des-Katzenjammers.

Mit Hilfe des O-Gott des Katzenjammers ermittelt Susanne, wie der Angriff auf dem Schneevater erfolgte und wo sich die Bösewichte nun aufhalten. Es ist das Schloss der Zahnfee wo der Assassine, mit Hilfe des ältesten Voodoo, durch die gesammelten Zähne den Glauben der Kinder an den Schneevater erschüttert. Susannes Versuch dem bösen Treiben Einhalt zu gebieten endet fast in der Katastrophe. Herr Kaffeetrinken erweist sich ihr gewachsen. Ihr Großvater, diesmal in seiner Funktion als Tod, glaubt jedoch fest an Susanne, und damit hat er, wie eigentlich immer, Recht.

Hogfather, der Film[Bearbeiten]

Am 25. und 27. Dezember 2006 strahlte der zur British Sky Broadcasting Gesellschaft gehörende Fernsehsender Sky One eine zweiteilige TV-Adaption des Romans aus. Die aufwendige Verfilmung mit einem Budget von 6 Millionen Pfund[1] wurde in den Three Mills Studios in London gedreht und war die erste Sky-Eigenproduktion, welche gänzlich in High Definition-Technik aufgenommen wurde. Als Darsteller konnten – neben etlichen Nachwuchsschauspielern – unter anderem Joss Ackland (Mustrum Ridcully) und David Jason (Albert) gewonnen werden.

Die deutsch synchronisierte Version kam im Dezember 2007 in Deutschland auf DVD in den Handel, zeitgleich zur Ausstrahlung im deutschen Fernsehen am 25. Dezember auf ProSieben. Das deutsche Dialogbuch stammte von Masen Abou-Dakn und orientierte sich eng an der deutschen Romanfassung.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Auch als (gekürztes) Hörbuch, Sprecher: Rufus Beck, ISBN 3-86604-721-5.

Ungekürztes Hörbuch, Download 2011, Sprecher: Volker Niederfahrenhorst.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Mob Film Co.: http://www.mobfilm.com/tv_drama_f1.htm. Stand 9. Januar 2008.
  2. Synchronisation, 22. September 2010