Schweizer Pass

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Dieser Artikel behandelt den Schweizer Reisepass; zu den Gebirgspässen siehe Liste der Pässe in der Schweiz.
Schweizer Pass (Pass 06)

Als Schweizer Pass oder Schweizerpass (französisch Passeport suisse, italienisch Passaporto svizzero, rätoromanisch Passaport svizzer) wird der offizielle Reisepass der Schweizerischen Eidgenossenschaft bezeichnet.

Die ersten Schweizer Pässe wurden 1915 ausgegeben, sie waren noch nicht im bekannten Rot gehalten, sondern von einer grau-grünen unbedruckten Hülle umgeben. 1932 wurde die zweite Serie erstellt, diese Pässe waren damals braun, besassen aber erstmals einen Aussenaufdruck, dessen Mitte der Schweizerschild zierte und seit 1959 tragen sie – bis heutzutage – ihr charakteristisches Rot. Bis 1985 wurde der Pass in Französisch, Deutsch, Italienisch und Englisch (in dieser Reihenfolge) gedruckt; in der Serie des Passes 85 wurde die vierte, zuvor neu hinzugekommene, offizielle Landessprache (Rätoromanisch) in den Pass aufgenommen und die Reihenfolge in Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch und Englisch abgeändert.

Aufbau des Passes 10[Bearbeiten]

Der neue E-Pass 10 ist mit einem RFID-Chip (Transponder) ausgerüstet. Der Pass 10 enthält 40 nummerierte Seiten und eine Informationskarte. Für Visa und Stempel stehen rund 36 Seiten zur Verfügung. Die erste nummerierte Seite dient der Unterschrift des Passinhabers und amtlichen Ergänzungen, die zweite und dritte nummerierte Seite listet die auf der Infokarte ersichtlichen Informationen in 26 verschiedene Sprachen übersetzt auf. Die letzte nummerierte Seite 40 erklärt die Handhabung des Passes und enthält die Informationen des Herausgebers in den vier offiziellen Amtssprachen der Schweiz: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Jede Seite ist anders gestaltet: Kantonswappen plus ein architektonisches Element auf den Seiten 8 bis 33, Farben des Hintergrundmotivs und Durchsichtregister.

Infokarte[Bearbeiten]

Die aus Plastik bestehende Infokarte des Passes enthält folgende Informationen:

  • (links) Foto des Passinhabers
  • Passtyp (PA - ohne biometrische Daten, PM - mit biometrischen Daten, PD - "Not-Pass"/temporär, PB - Diplomatischer Pass)
  • Passcode (CHE = Confederatio Helvetica)
  • Passnummer (im Pass: Pass Nr.)
  • 1 Name
  • 2 Vorname(n)
  • 3 Nationalität (Schweiz)
  • 4 Geburtsdatum (dd.mm.yyyy)
  • 5 Geschlecht (M/F)
  • 6 Grösse (cm)
  • 7 Heimatort (unterscheidet sich in der Regel vom Geburtsort. Letzterer steht nicht im Pass)
  • 8 Ausgestellungsdatum (im Pass: Ausgestellt am)
  • 9 Ausstellende Behörde (im Pass: Behörde)
  • 10 Gültigkeitsdauer (im Pass: Gültig bis)

Die Infokarte endet mit der maschinenlesbaren Zone (MRZ). Die Umlaute (ä, ü, ö) werden ausgeschrieben (ae, ue, oe). Weitere Sonderzeichen werden nach den Vorgaben der ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation) umgesetzt.

Amtliche Bemerkungen[Bearbeiten]

Auf der Seite 1 des Schweizer Passes steht eine elfte Information:

  • 11 Amtliche Ergänzungen

Sprache[Bearbeiten]

Der Pass ist vollständig in den vier Landessprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch) sowie teilweise in Englisch (ausgenommen die letzte Seite, welche die Handhabung des Passes beschreibt) verfasst. Auf der Innenseite des hinteren Umschlags wird in 13 Sprachen, darunter die 12 in der EU gesprochenen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Norwegisch, Niederländisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch), erläutert, dass der Pass 40 nummerierte Seiten enthält.

Beim Pass 10, ab dem Jahre 2010 ausgestellt, sind auf der Seite drei 13 weitere Sprachen hinzugefügt worden, um den ausländischen Behörden der im Jahre 2004 um 10 Länder erweiterten EU mit der Übersetzung der Infokarte und den amtlichen Bemerkungen auf Seite eins entgegenzukommen. Somit hat der Schweizer Pass nun insgesamt 26 Sprachen und übertrifft somit selbst die EU-Pässe um drei Sprachen.

Die Pässe im Laufe der Zeit[Bearbeiten]

Aktuell – Pass 10[Bearbeiten]

Die technischen Standards für elektronisch lesbare Pässe (auch E-Pass oder biometrischer Pass) wurden von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO festgelegt, in der auch die Schweiz einsitzt. Die USA hatten die Arbeiten der ICAO beschleunigt: Sie forderten nämlich, dass nach dem 25. Oktober 2006 ausgestellte Pässe, für eine visumsfreie Reise in und durch die USA elektronisch lesbare Daten enthalten müssen.

Richtlinien für elektronische Pässe hat auch die EU erlassen. So sind die Schengen-Staaten seit 2006 verpflichtet, nur noch E-Pässe auszustellen (ausgenommen Not-Pässe/vorläufige Reisepässe). Die so genannte EG-Ausweisverordnung ist für die Schweiz als assoziiertes Mitglied des Schengener Abkommens massgebend.

Seit dem 1. März 2010 wird der Pass 10 ausgegeben, welcher nur noch mit biometrischen Daten – Foto und Fingerabdrücke – erhältlich ist. Die Schweiz muss den Pass 10 ausstellen, um weiterhin dem Schengenraum anzugehören. Der Pass 10 ist ausser dem Datenchip praktisch identisch mit dem Pass 03/06. Die rechtlichen Grundlagen für den Pass 10 wurden nach einem fakultativen Referendum durch die Volksabstimmung vom 17. Mai 2009 mit 50,1 % der Stimmen angenommen.

Pass 06[Bearbeiten]

Der Pass ist rot gefärbt und mit fühlbaren Schweizerkreuzen auf dem Umschlag versehen (Blindprägung). Der Pass ist mit «Schweizer Pass» (deutsch), «Passeport suisse» (französisch), «Passaporto svizzero» (italienisch), «Passaport svizzer» (rätoromanisch) und «Swiss passport» (englisch) in der oberen, rechten Ecke angeschrieben. Gleich darunter befindet sich in weiss ein Schweizerkreuz. Auch der Pass 06 ist mit einem RFID-Chip (Transponder) ausgerüstet. Der Pass 06 wurde ab 2006 als Übergangslösung eingeführt. Er sollte bloss bis zur definitiven Einführung des Passes 10 via Volksabstimmung eingeführt werden, welcher nun auch biometrische Daten enthält. Der Pass 06 wurde nur für eine Gültigkeit von 5 Jahren produziert, weil er zur Sammlung von Erfahrungen dieser neuen Version vorgesehen war. Die Preise für diese Version wurden drastisch erhöht, weil die Umlaufmenge dieser Version sehr klein war und die Kosten somit auf den Bürger abgewälzt werden mussten. Der ab 2006 herausgegebene biometrische Pass 06 enthält zusätzlich unten rechts das Logo des RFID-Chips zur Kennzeichnung biometrischer Pässe.

Der ältere Pass 03 ist weiterhin gültig, konnte jedoch aufgrund der Schengenraum-Regeln nur noch bis zum 15. Februar 2010 beantragt werden.[1]

Provisorischer Pass[Bearbeiten]

Der provisorische Pass wird oft auch als Not-Pass bezeichnet. Er kann gemäss Ausweisverordnung in dringenden Fällen ausgestellt werden, wenn die Zeit zur Erlangung eines ordentlichen Passes nicht ausreicht, ein gültiger Ausweis nicht behändigt und vorgelegt werden kann oder ein gültiger Ausweis den Anforderungen eines Ziellandes nicht genügt.[2] Zudem kann ein provisorischer Pass auch dann ausgestellt werden, wenn ohne einen solchen Pass die Rückreise in die Schweiz nicht möglich ist.

Der provisorische Pass ist technisch gesehen dasselbe wie der Pass 03. Auch nach dem 1. März 2010 wird der provisorische Pass keine biometrischen Daten beinhalten.

Auf dem Umschlag wird der provisorische Pass klar als solcher bezeichnet und am unteren Rand ist er zusätzlich mit einem weissen Band markiert. Im Unterschied zum Pass 03 umfasst der provisorische Pass nur 16 Seiten. Er enthält statt einer Polykarbonatkarte eine laminierte Sicherheitspapier-Seite mit den Personalien. Der provisorische Pass entspricht den internationalen Sicherheitsanforderungen für solche Dokumente und ist maschinenlesbar.

Der provisorische Pass muss im Ausland via Botschaft oder Konsulat beantragt werden.

In der Schweiz kann er zum Beispiel von der Gemeinde oder dem Kanton beantragt bzw. ausgestellt werden,[3] insbesondere aber auch am Flughafen Zürich/Kloten von der Flughafenpolizei.[4]

Der Pass ist nur für eine Reise gültig,[4] bei der Einreise wird er vom Schweizer Zoll eingezogen.[3]

Pass 03[Bearbeiten]

Der Pass 03 wurde am 1. Januar 2003 als Ablösung des Passes 85 eingeführt, da dieser den internationalen Standards nicht mehr entsprach. Der Pass 03 ist auch der erste Pass, welcher zuvorderst mit einer Polykarbonat-Karte ausgestattet und damit maschinenlesbar ist. Er ist abgesehen vom Fehlen biometrischer Daten identisch mit dem Pass 06.

Pass 85[Bearbeiten]

Der 1985 eingeführte Pass enthält keine Infokarte und ist somit nicht maschinenlesbar. Auf dem mittelroten vorderen Umschlag ist in der Mitte ein grosses Schweizer Kreuz und in dessen oberen rechten Ecke senkrecht „Schweizer Pass“ in fünf Sprachen geschrieben. Die Sicherheitsmerkmale sind UV-reagierenden Papier, Wasserzeichen mit Seitennummer und Schweizer Kreuz, Guillochen mit wechselnder Farbe, Durchsichtregister und Druckelemente mit Kippeffekt auf dem inneren Umschlagseite. Das Foto wurde eingeklebt und mit zwei Reliefstempeln versehen. Auch ein Schwarzweissbild galt als gültiges Foto. Wie bei den älteren Pässen enthält die Personenbeschreibung Haarfarbe und Augenfarbe.

Pass 59[Bearbeiten]

Der 1959 eingeführte Pass besitzt einen dunkelroten Umschlag mit einem Schweizer Wappen auf der linken Seite, rechts davon sind auf drei Zeilen die Worte «Passeport Suisse», «Schweizerpass» und «Passaporto Svizzero» aufgeführt. Die Innenseiten sind viersprachig: Französisch, Deutsch, Italienisch – die damaligen drei Amtssprachen – und Englisch. Sicherheitsmerkmale sind Wasserzeichen und Guillochen.

Pässe von 1915 und 1932[Bearbeiten]

Die Pässe von 1915 und 1932 enthalten keine Sicherheitsmerkmale. Der Pass von 1915 wurde sogar noch handschriftlich erstellt und bei beiden Pässen fehlt die rätoromanische Beschreibung. Das Foto im Pass 1915 hatte zudem noch keine Begrenzung und durfte über die Markierung der Seitenränder hinausreichen.

Visumfreie und visumpflichtige Länder[Bearbeiten]

Für sämtliche Schengen-Länder, die Länder Südamerikas so wie einigen anderen Ländern besteht keine Visumpflicht. Einzelheiten sind in der Grafik aufgeführt.

Länder und Gebiete mit visumpflicht bzw. visumfrei für Schweizer Bürger

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schweizer Pässe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pass 03. Bundesamt für Polizei, 25. Januar 2010, abgerufen am 28. Januar 2010.
  2. http://www.ejpd.admin.ch/content/pass/de/home/ausweise/provisorischer_pass.html
  3. a b http://www.ktipp.ch/themen/beitrag/1052256/Teurer_Spass_Schweizer_Pass_fuer_Vergessliche
  4. a b http://www.ktipp.ch/themen/beitrag/1014875/Spezielles_Buero_in_Zuerich-Kloten_stellt_jaehrlich_5000_Paesse_aus_-_Im_Notfall_hilft_ein_Notpass