Schweizer Viertel (Berlin-Lichterfelde)

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Das Schweizer Viertel liegt im Berliner Ortsteil Lichterfelde des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Das Viertel wird eingegrenzt von der Finkensteinallee im Norden, der Goerzallee bzw. dem Engadinerweg im Osten, dem Ortlerweg, der Appenzeller und der Luzerner Straße im Süden sowie von der Aarauer Straße bzw. der nach Johann Anton Wilhelm von Carstenn benannten Carstennstraße im Westen.

Straßenschilder in einer Siedlung am westlichsten Punkt des Schweizer Viertels

Bis etwa 1850 war Giesensdorf der größere bekannte Ort im Süden von Steglitz, erst später wurde die Ortschaft Lichtervelde (damaliger Name) bekannter und Giesensdorf 1878 nach Groß-Lichterfelde eingemeindet. Johann Anton Wilhelm von Carstenn, Planer und Architekt dieser Gegend, hatte die unmittelbare Umgebung der Preußischen Hauptkadettenanstalt für einfachere Gebäude für das Personal der Anstalt vorgesehen; dabei ging es z. B. um die Verlängerungen der Baseler Straße und der Berner Straße in südlicher Richtung. Dadurch wurde eine räumliche Trennung zu der weiter nördlich liegenden Villenkolonie Lichterfelde-West erreicht, in der ein Großteil der Offiziere lebte. Die Bebauung stockte allerdings und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts entstanden nur wenige gründerzeitliche Mietblocks. Eine verstärkte Bebauung setzte dann in den 1920er Jahren ein, mit zeittypischen Siedlungshäusern.

Erst in den 1930er Jahren wurde die Bebauung des Schweizer Viertels zügig fortgesetzt. Die ursprünglich nur nummerierten Straßen erhielten Namen von Schweizer Städten, Kantonen und Gebirgen wie Aarau, Aarberg, Altdorf, Appenzell, Basel, Bern, Brienz, Brig, Chur, Engadin, Engelberg, Genf, Lausanne, Luzern, Murten, Obwalden, Ortler (der allerdings nicht in der Schweiz, sondern im früher österreichischen, heute italienischen Vinschgau liegt), Thun, Waadt oder Zürich sowie von der bekannten Schweizer Bergwiese Rütli. Bis in die 1950er Jahre hinein fuhr die Straßenbahn ab Rathaus Steglitz durch die Ringstraße und Carstennstraße und endete am Thuner Platz. Heute verläuft der Busverkehr durch die Ring-, Carstenn- und Luzerner Straße, weitere Busse fahren die Goerzallee entlang bzw. aus Zehlendorf kommend aus dem Osteweg in die Appenzeller Straße Richtung Lankwitz.

Westlich hinter der Aarauer Straße schließen sich vier Kleingartenkolonien an, die auch in ihrem Namen Bezug auf das Viertel nehmen, so bei Rütli oder Schweizerland. Hinter den Kolonien, südwestlich und bereits im Ortsteil Zehlendorf, lag das US-Kasernengelände McNair Barracks. Nach 1945 wurden Häuser von Faschisten vorübergehend beschlagnahmt; die Besitzer mussten sich in der Stadt nach Mietwohnungen umsehen und US-Militärpersönlichkeiten zogen ein. Das Schweizer Viertel wurde in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis Anfang der 1990er Jahre stark durch die Kasernen der Alliierten (Andrew Barracks) – insbesondere der dort lebenden Soldaten – geprägt. Nach dem Abzug der Alliierten im Jahr 1994 wurde das freigewordene Kasernengelände in Bauland für kleine Stadtvillen und Reihenhäuser sowie in ein kleines Einkaufszentrum an der Goerzallee/Lausanner Straße umgewandelt. Ehemals durch die Kasernen limitierte Straßen (so die Altdorfer-, die Züricher- und die Thuner Straße) wurden geöffnet und durch neue Wege ergänzt; diese wurden nach Schweizer Persönlichkeiten wie Johanna Spyri, Elisabeth Feller oder Marie Vögtlin benannt.

Zu den bekannteren Personen, die im Schweizer Viertel lebten oder leben gehören Leon Boden, Manfred Günther sowie Johannes Wendt.

Siehe auch[Bearbeiten]

52.42665805555613.297276111111Koordinaten: 52° 25′ 36″ N, 13° 17′ 50″ O