Schweizer Wanderwege

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Wanderrouten im Wanderland Schweiz, Stand 2006
Wanderweg in Einsiedeln, im Hintergrund der Sihlsee

Die Schweizer Wanderwege (vormals Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege, Abkürzung SAW) ist die Dachorganisation der kantonalen Wanderwegvereine der Schweiz sowie Liechtensteins. Unter dem Namen Wanderland Schweiz sind die Wanderwege auch Teil des Projekts SchweizMobil. Die Schweiz verfügt über ein Netz von einheitlich markierten Wanderwegen von einer Länge von insgesamt 62.000 km, davon 14.000 km Hartbelag und 21.000 km Bergwege.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Wandern durch Natur und Bergwelt auch unter der Schweizer Bevölkerung populär. Mit dem Aufkommen des Autos gerieten die Wanderer auf den Strassen jedoch zunehmend in die Defensive. Nach einer Schulreise über die Klausenpassstrasse regte daher der Lehrer Johann Jakob Ess die Schaffung von speziellen Wanderrouten an. Mit der steigenden Anzahl dieser Routen stieg jedoch auch die Vielfalt ihrer Signalisationen. Daher gründete 1933 wiederum Jakob Ess, diesmal zusammen mit dem damaligen Sekretär der Stiftung Pro Juventute und des Bunds der Schweizer Jugendherbergen, Otto Binder, die Zürcherische Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege. Ein Jahr später, 1934, folgte die gesamtschweizerische Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege (SAW). Bereits am Gründungstag wurde ein für die ganze Schweiz einheitlicher Wegweiser – gelbe Tafeln, schwarze Schrift – festgelegt.[1]

Die SAW, unterstützt die kantonalen Wanderwegvereine, koordiniert die Anlage der Kantons- und Landesgrenzen überschreitenden Wanderwege und legt einheitliche Kriterien zur Wegmarkierung fest. Zur Zeit umfasst das schweizerische Wanderwegnetz eine Gesamtlänge von 62.416 km. Seit 2008 werden die Wanderwege der SAW zusammen mit SchweizMobil verwaltet. Durch SchweizMobil möchte man den Tourismus in der Schweiz steigern. Da die Schweizer Wanderwege ein wichtiger Bestandteil Schweizer „Touristensportarten“ sind, werden sie in SchweizMobil eingegliedert, um dadurch auch genauere Einteilungen und Nummerierungen der Wanderwege zu erzielen Signalisation (weiter unten).

In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landestopografie werden Wanderkarten im Massstab 1:50.000 produziert, und vier Mal jährlich wird die Zeitschrift „Wanderland Schweiz“ herausgegeben. Die Routen wurden am 25. April 2008 bekannt gegeben.[2]'

Signalisation[Bearbeiten]

Wanderweg-Kategorien[Bearbeiten]

Oben standardisierte Wegweiser für Wanderwege, Bergwanderwege, Kulturwege und Alpinwanderwege. Dazwischen nicht standardisierte Zusatzwegweiser.

Es werden folgende Weg-Kategorien unterschieden:

  • Wanderwege stellen keine besonderen Anforderungen. Steile Passagen werden mit Stufen überwunden und Absturzstellen werden mit Geländern gesichert.
    Markiert werden Wanderwege durch gelbe Wegweiser, gelbe Richtungspfeile und gelbe Rhomben.
  • Kulturwege (Themenwanderwege) stellen keine besonderen Anforderungen.
    Markiert werden Kulturwege durch braune Wegweiser, braune Richtungspfeile und braune Rhomben.
  • Bergwanderwege sind überwiegend steil und schmal und teilweise exponiert, besonders schwierige Passagen sind aber mit Seilen oder Ketten gesichert. Feste Schuhe mit griffiger Sohle, der Witterung entsprechende Ausrüstung und das Mitführen topografischer Karten werden vorausgesetzt.
    Markiert werden Bergwanderwege durch gelbe Wegweiser mit weiss-rot-weisser Spitze, weiss-rot-weisse Richtungspfeile und weiss-rot-weisse Farbstriche.
  • Alpinwanderwege führen teilweise durch wegloses Gelände, über Schneefelder und Geröllhalden und können auch kurze Kletterstellen enthalten. Bauliche Vorkehrungen und Sicherungen können nicht erwartet werden. Zusätzlich zur Ausrüstung für Bergwanderwege werden Höhenmesser und Kompass, für Gletscherüberquerungen Seil und Pickel vorausgesetzt. Routenführerliteratur wird empfohlen.
    Markiert werden Alpinwanderwege durch blaue Wegweiser mit weiss-blau-weisser Spitze, weiss-blau-weisse Richtungspfeile und weiss-blau-weisse Farbstriche.
  • Winterwanderwege sind Wanderwege, welche nur während der Wintermonate signalisiert werden. Sie stellen keine besonderen Anforderungen, doch ist auf Schnee mit Rutschgefahr zu rechnen.
    Markiert werden Winterwanderwege durch rosarote Wegweiser und rosarote Pfosten.

Beschilderung[Bearbeiten]

Die Wegweiser für Wanderwege sind einheitlich gelb, wobei die Spitzen für Bergwanderwege weiss/rot/weiss und für Bergrouten weiss/blau/weiss markiert sind. Seit März 2008 werden die Wanderwege in der Schweiz neu signalisiert. Die Routen werden neu nummeriert, nationale Routen erhalten eine einstellige und regionale Routen eine zweistellige Nummer. Lokale Wanderwege erhalten einen Namen oder eine dreistellige Nummer. Die vollständige Signalisation ist voraussichtlich im Sommer 2008 beendet.

Die Signalisation der Wanderwege im Wanderland Schweiz. Der untere Wegweiser ist für regionale Wanderrouten.
Rückwege der Jakobspilger

Wege der Jakobspilger

Es werden verschiedene Typen von Wegweisern unterschieden:

  • Ein Hauptwegweiser gibt auf einem weissen Feld den Standort und die Standorthöhe an und auf gelben Pfeilen die Ziele mit Marschzeiten, wobei das nächstgelegene Ziel einer Route oben angeordnet ist, das weiter entfernte Routenziel unten. Auf einer Wegweisertafel können mehrere Routen angezeigt werden, sie werden durch einen horizontalen Strich voneinander getrennt.
  • Bei Verzweigungen sind nur die verschiedenen Ziele ohne Marschzeiten aufgeführt.
  • Bei Weggabelungen wird der Wanderweg durch einen gelben Wegweiser "Wanderweg", durch ein gelbes Rautenschild oder eine aufgemalte gelbe Raute markiert, bei Bergwanderwegen durch weiss-rot-weisse Streifen.

Die Zeitangaben der Wegstunden sind für die ganze Schweiz einheitlich: der offizielle Rotsockentrott rechnet mit 4,2 km pro Stunde mit Zu- und Abschlägen je nach Steigung oder Gefälle, wobei Pausen nicht eingerechnet sind.

Die internationalen Wanderwege erhalten zusätzlich das Logo des Weges (wie auf dem Bild rechts zu sehen ist), hier beispielsweise das Logo der ViaJacobi (Jakobsweg).

In Ergänzung zur bestehenden Signalisation werden gelbe Richtungszeiger mit grünen Routenfeldern für die Kennzeichnung von nationalen, regionalen und lokalen Routen montiert. Diese Art der Signalisation wird bei den Velorouten bereits seit mehreren Jahren angewendet.

Durch die Einteilung möchte man das Planen der Wanderer erleichtern. Für eine nationale Route wird etwa einen Monat benötigt, regionale Routen sind für zwei bis drei Tage gedacht, lokale Routen sind an einem Tag zu bewältigen. Als Highlights werden Abschnitte bezeichnet, deren Attraktionsfaktor durch eine schöne Aussicht oder die Lage an einem See stark verbessert wird.

Zahlreiche Routen wurden schon seit viel längerer Zeit markiert. Man findet daher auch ältere Markierungen in verschiedensten Farben, oft auf Routen ausserhalb des offiziellen Wegnetzes. Offizielle Markierungen ausserhalb des Wegnetzes wurden in der Folge konsequent grau übermalt (Abwehr von Haftungsansprüchen). Wegmarkierungen weisen auf Art und Umfang des Unterhalts hin und lassen nur grobe Rückschlüsse auf die zu erwartenden Schwierigkeiten zu.

In einer Volksabstimmung wurde 1979 die verfassungsmässige Grundlage für die Förderung der Fuss- und Wanderwege durch den Bund geschaffen. Darauf basierend setzte der Bundesrat im Jahr 1987 das vom Parlament verabschiedete Bundesgesetz über Fuss- und Wanderwege sowie die Verordnung über Fuss- und Wanderwege in Kraft. Gestützt darauf hat das Bundesamt für Strassen (ASTRA) im Jahr 2005 Regeln für die einheitliche Signalisierung der Wanderwege erlassen. Dabei wurden die bereits bestehenden Regelungen weitgehend übernommen, neu ist aber auch die einheitliche Verwendung der Schrift Astra Frutiger Standard auf den Wegweisern verbindlich vorgeschrieben. Viele Wegweiser sind heute aber in Helvetica beschriftet. Nach langen Verhandlungen hielt das ASTRA zwar an seiner Forderung fest, legte die Übergangsfrist aber so fest, dass sie die zu erwartende natürliche Lebensdauer der meisten Schilder übersteigt, so dass diese Regelung keine zusätzlichen Kosten verursachen wird.

Beispiele für Wanderwege[Bearbeiten]

Nationale Wanderwege[Bearbeiten]

Nationale Routen durchqueren einen grossen Teil der Schweiz, und ihre Ausgangspunkte und Ziele liegen meist im grenznahen Bereich.

Regionale Wanderwege[Bearbeiten]

Regionale Routen führen über mehrere Kantone.

Beispiele mit Routennummer:

Lokale Wanderwege[Bearbeiten]

Lokale Routen stellen einen herausragenden Wanderweg eines Ortes / einer Region dar.

Beispiele:

Internationale Wanderwege[Bearbeiten]

Historische Transitwege[Bearbeiten]

Weitere Wanderwege[Bearbeiten]

Wegweiser für Sternweg vom Jura zum Rütli

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schweizer Wanderwegweiser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.swisshiking.ch Internetauftritt von Schweizer Wanderwege, früher SAW
  2. Wanderland Schweiz: Routen, abgerufen am 4. Dezember 2008
  3. Wandersite: Sternwege zum Rütli, abgerufen am 4. Dezember 2008
  4. Wandersite: Via Engiadina - Engadiner Höhenweg, abgerufen am 4. Dezember 2008