Schweizerische Gesellschaft für Neue Musik

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Die Schweizerische Gesellschaft für Neue Musik (SGNM; frz. Société Suisse de Musique Contemporaine, SSMC; ital. Società Svizzera per la Musica Contemporanea, SSMC) ist eine nationale Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM).

Geschichte[Bearbeiten]

Die IGNM Schweiz wurde im Oktober 1922 mit der Unterstützung des Winterthurer Mäzenen Werner Reinhart, der massgeblich an der Gründung der ISCM beteiligt war, als eine der weltweit ersten ISCM-Landessektionen gegründet. Sie hat sich die Förderung zeitgenössischer Musik zum Ziel gesetzt. Ihr erster Präsident war der Komponist und Dirigent Volkmar Andreae aus Zürich. Auf eine Initiative von Paul Sacher teilte sich die IGNM Schweiz 1946–2001 das Sekretariat zusammen mit dem Schweizerischen Tonkünstlerverein. 1995 wurde die IGNM Schweiz im Künstlerhaus Boswil in die Schweizerische Gesellschaft für Neue Musik (SGNM/SSMC) umbenannt.

Der SGNM gehören neben verschiedenen Festivals und Ensembles für Neue Musik die Schweizer IGNM-Ortsgruppen in Basel, Bern, Lausanne, La Chaux-de-Fonds, Luzern, in der Zentralschweiz, in St. Gallen und im Wallis als Mitglieder an.

Die Schweizer IGNM beherbergte bis dato insgesamt sechsmal die ISCM World Music Days (Weltmusiktage): 1926 (Zürich), 1929 (Genf), 1957 (Zürich), 1970 (Basel), 1991 (Zürich) und die ISCM World Music Days 2004 unter der Leitung von Mathias Steinauer unter dem Motto «Trans it». In die Annalen der Weltmusiktage in der Schweiz fallen viele musikgeschichtlich bedeutende Uraufführungen, darunter 1926 die viel beachtete Uraufführung von Anton Weberns 5 Orchesterstücke op. 10 unter seiner Leitung, und 1957 in Zürich die szenische Uraufführung von Arnold Schönbergs Opernfragment Moses und Aron. 1957 wurde – ebenfalls in Zürich – erstmals in der Geschichte der ISCM Weltmusiktage elektronische Musik gespielt.

Von 2007 bis 2010 stand der Pianist Max E. Keller der Organisation vor. Die Ernst von Siemens Musikstiftung förderte 2010 das Projekt «carte blanche-rouge».[1] Beteiligt waren die Ensembles Vortex und Mondrian. Nach Nicolas Farine (2010–2013) präsidiert seit 2014 Javier Hagen die SGNM.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Atlantis Musikbuch-Verlag, Zürich 1982, ISBN 3-7611-0596-7.
  • Joseph Willimann: pro Musica – der neuen Musik zulieb. 50 Jahre Pro Musica, Ortsgruppe Zürich der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Atlantis Musikbuch, Zürich 1988, ISBN 3-254-00148-6.
  • Thomas Meyer: World Music Days Zürich 1991 / Weltmusiktage Zürich 1991 – Programm. Swiss Society for Contemporary Music c/o SAFIMM, NZZ Fretz AG, Schlieren 1991.
  • B. Geller, M. Favre, A. Briner, P.-A. Gaillard: Tendances et réalisations – volume commémoratif publié à l’occasion du 75e anniversaire de l’Association des musiciens suisses, 1900–1975. Schweizerischer Tonkünstlerverein/Association Suisse des Musiciens, Atlantis Musikbuch Verlag, Zürich 1975, ISBN 978-376110464-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. carte blanche-rouge
  2. Schweizer Musikzeitung, 18. Dezember 2013

Weblinks[Bearbeiten]