Schweizerische Mathematische Gesellschaft

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Die Schweizerische Mathematische Gesellschaft (SMG/SMS, französisch: Société Mathématique Suisse) ist eine Stiftung mit Sitz in Zürich zur Förderung der mathematischen Wissenschaften in der Schweiz. Die Gesellschaft wurde 1910 in Basel gegründet.[1] Die Schweizerische Mathematische Gesellschaft ist Mitglied der European Mathematical Society.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor 1800 waren die Universität Basel und die Académie de Genève die zwei bedeutendsten akademischen Institutionen auf dem Gebiet der Mathematik. Mit der Gründung des Eidgenössischen Polytechnikums 1855 erfuhr die Mathematik in der Schweiz eine Aufwertung. Beispielsweise verbrachten Richard Dedekind, Ferdinand Georg Frobenius, Adolf Hurwitz und Hermann Minkowski Zeit am Polytechnikum in Zürich. Das Promotionsrecht erlangte das Institut erst 1909, welches 1911 in ETH umbenannt wurde. Im Jahr 1897 fand in Zürich der erste Internationale Mathematikerkongress statt. Der Kongress wurde im Wesentlichen von Mathematikern der ETH und der Universität Zürich organisiert. Zu dieser Zeit fehlte in der Schweiz eine zusammenhängende Organisation im Fachgebiet Mathematik. Im Laufe des Kongresses regte Ferdinand Rudio[2] an, die Werke Eulers herauszugeben. Diese Herausforderung führte indirekt zur Gründung der Schweizerischen Mathematischen Gesellschaft. Rudio, der damals Bibliotheksdirektor der ETH war, organisierte und koordinierte das Projekt. Es kam 1907 zur Gründung der Euler-Kommission und 1911 erschien der erste Band. Bis 2007 wurden über 70 Bände herausgegeben.

Am 4. September 1910 wurde als Sektion der Schweizerischen Naturforschenden die SMG/SMS in Basel gegründet. Vom 4. bis zum 7. September dieses Jahres tagte die Gesellschaft zum ersten Mal im kleinen Hörsaal in der Nähe des Bernoullianums.[3] Rudolf Fueter aus Basel, Henri Fehr aus Genf und Marcel Grossmann aus Zürich waren die Gründungsmitglieder und ersten drei Präsidenten der Gesellschaft.[4] Im Vordergrund sollte die „Pflege der reinen Mathematik stehen und die Förderung ihrer Fortschritte im nationalen und internationalen Rahmen“. Bereits im Gründungsjahr zählte die Gesellschaft über 100 Mitglieder; im Jahr 2008 verzeichnet die SMG/SMS rund 550 Mitglieder.

Publikationen[Bearbeiten]

Am 20. Mai 1928 gründete die Gesellschaft eine eigenes Publikationsorgan, das Commentarii Mathematici Helvetici (CMH). Im Jahr 1929 wurde der erste Band veröffentlicht. Fueter übernahm am Anfang die Redaktion der Zeitschrift, die in den Anfangsjahren meist nur Beiträge von in der Schweiz tätigen Mathematikern publizierte. Der Jahresumfang der Commentarii beträgt mittlerweile fast 1000 Seiten und genießt durch das hohe wissenschaftliche Niveau internationales Renommee.[5] Derzeit ist die Lausanner Mathematikprofessorin Eva Bayer-Fluckiger Chefreadakteurin der CMH.[6]

1946 wurde unabhängig von der Gesellschaft die Zeitschrift Elemente der Mathematik gegründet, die sich auch an Gymnasiallehrer als Leserschaft wandte. Diese Zeitschrift ging 1975 in den Besitz der Gesellschaft über und wird seither in deren Auftrag herausgegeben. Herausgeber der Zeitschrift ist im Moment Norbert Hungerbühler.

Kongresse[Bearbeiten]

Nach 1897, 1932 fand 1994 zum dritten Mal der Internationale Mathematiker-Kongress in Zürich statt. Im Auftrag der Internationalen Mathematischen Union übernahm die SMG/SMS die Organisation der Veranstaltung. 2007 war die SMG Gastgeberin des International Congress on Industrial and Applied Mathematics, der an der ETH Zürich und an der Universität Zürich stattfand.

Ehrenmitglieder[Bearbeiten]

Mit dem Jahr der Ernennung[7]

Präsidenten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Urs Stammbach Swiss Mathematical Society, European Mathematical Society Newsletter, September 1999

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Programm des Treffens veröffentlicht in L'Enseignement Mathématique, Band 12 (1910), Seite 522-528
  2. Informationen zu Ferdinand Rudio
  3. 1. Jahresversammlung 1910 (PDF; 646 kB)
  4. Vorsitzende der SMG/SMS
  5. Jahresbericht 2006 der SMG/SMS, Seite 2 (PDF; 145 kB)
  6. Commentarii Mathematici Helvetici
  7. Ehrenmitglieder