Schweizerische Nordostbahn
Die Schweizerische Nordostbahn (NOB) ist eine ehemalige Eisenbahngesellschaft der Schweiz.
| Schweizerische Nordostbahn | |
|---|---|
| Rechtsform | |
| Gründung | 1. Juli 1853 |
| Auflösung | 1. Januar 1902 |
| Auflösungsgrund | aufgehend in den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) |
| Sitz | |
| Branche | Eisenbahnverkehr |
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Schweizerische Nordostbahn (NOB) entstand am 1. Juli 1853 durch die Fusion der Schweizerischen Nordbahn und der Zürich-Bodenseebahn.[1]. Hauptinitiant war der Zürcher Alfred Escher, der zuvor bereits der Zürich-Bodenseebahn vorstand. Die NOB bemühte sich um den direkten Anschluss Zürichs an den Bodensee auf der Höhe von Romanshorn. Damit wurde sie die direkte Rivalin der wirtschaftlich erfolgreichen Vereinigten Schweizerbahnen (VSB) mit Sitz in St. Gallen.
Von Romanshorn her kommend nahm die NOB zunächst am 16. Mai 1855 die Strecke nach Winterhur in Betrieb. Die weitere Verbindung Zürich–Winterthur wurde in zwei Etappen am 27. Dezember 1855 von Winterthur nach Oerlikon und am 26. Juni 1856 bis Zürich eröffnet, wo eine Verbindung zur vorhandenen ehemaligen Nordbahnstrecke Zürich-Baden bestand.[2] Das beschauliche Dorf Romanshorn wuchs so dank der NOB zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in der Ostschweiz. 1855 nahm die NOB auch den Schiffsverkehr auf dem Bodensee auf.
1856 vollendete die NOB die von der Rheinfallbahn begonnene Bahnstrecke Winterthur-Schaffhausen, welche am 16. April 1857 ihren Betrieb aufnahm.[2] Ebenso wurde die frühere Nordbahnstrecke zwischen Zürich und Baden weiter Richtung Westen erweitert. Von der Bahnstrecke Baden–Aarau wurde am 29. September 1856 zunächst der Abschnitt von Baden nach Brugg eröffnet. Am 15. Mai 1858 folgte die restliche Verbindung nach Aarau, wo Anschluss an das Netz der Schweizerischen Centralbahn bestand.[2]
1869 wurde der Trajektverkehr zwischen Romanshorn und Friedrichshafen (Deutschland) eingerichtet. Die Expansion führte bereits unter der NOB zum Ausbau der Bahnanlagen und zum Bau des – nach Fläche gemessen – grössten Bodenseehafens, für den eigens das Ufer am Bodensee aufgeschüttet werden musste.
Das vorhandene Netz wurde zwischen 1873 und 1882 in Kooperation mit der Centralbahn erweitert. Zu jeweils gleich großen Anteilen gründeten die beiden Gesellschaften die Aargauische Südbahn und die Bötzbergbahn. Erstere baute und eröffnete zwischen 1873 und 1882 die Bahnstrecke Rupperswil–Immensee mit der Zweigstrecke von Hendschiken nach Brugg, die das Netz der NOB und der Centralbahn mit der 1882 eröffneten Gotthardbahn verbanden. Die Bötzbergbahn eröffnete 1875 die Strecke Brugg–Pratteln, womit zusammen mit dem bestehenden Strecken der NOB und der Centralbahn eine direkte Verbindung von Zürich nach Basel geschaffen wurde.
Ehemalige Rivalinnen wurden geschluckt, so die Linie Zürich – Affoltern – Luzern und 1879 die Linie Singen – Zofingen der in Konkurs gegangenen Schweizerischen Nationalbahn (SNB). Durch die ruinösen Konkurrenzprojekte zur SNB kam auch die NOB in finanzielle Schwierigkeiten.
Nach Alfred Eschers Tod leitete Adolf Guyer-Zeller die NOB. Arbeitsreglements- und Lohnforderungen der Angestellten konnten erst 1897 mit einem Streik der 5'000 Eisenbahner durchgesetzt werden, und der Arbeitskampf ebnete den Weg für die Verstaatlichung der grössten Privatbahnen.
Am 1. Januar 1902 ging die NOB mit einem Streckennetz von 853 km und der Schweizer Bodenseeflotte in den Besitz der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) über.
Vorgängerbahnen [Bearbeiten]
- SNB: Schweizerische Nordbahn (9. August 1847 – 30. Juni 1853)
- ZBB: Zürich-Bodenseebahn (28. Januar 1853 - 30. Juni 1853)
Übernommene Bahnen [Bearbeiten]
- Rhfb: Rheinfallbahn ( -4. November 1856 [2])
- BR: Bülach-Regensberg-Bahn (1. Mai 1865 – 31. Dezember 1876)
- SG: Bischofszellerbahn (1. Februar 1876 – 31. Juli 1885)
- EH: Effretikon-Wetzikon-Hinwil-Bahn (17. August 1876 – 31. Dezember 1885)
- ZZL: Zürich-Zug-Luzern-Bahn (1. Juni 1864 – 31. Dezember 1891)
Literatur [Bearbeiten]
- Alfred Luz: Die Anfänge der Schweizerischen Nordostbahn bis zur Vollendung des Stammnetzes (1852-1859). Hans A. Gutzwiller AG, Zürich 1932.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Schleich, H.: Die bauliche Entwicklung des Bahnhofes Winterthur. In: Schweizerische Bauzeitung. Bd. 23/24, 1894, ISSN 0036-7524, S. 121 ff (PDF; 4,8 MB).
- ↑ a b c d Hans G. Wägli, Generalsekretariat SBB (Hrsg.): Schienennetz Schweiz. AS-Verlag, Zürich 1998, ISBN 978-3-905111-21-7.