Schweizerische Südostbahn

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für die von 1853 bis 1857 existierende Schweizerische Südostbahn siehe Vereinigte Schweizerbahnen.
Schweizerische Südostbahn AG
Logo der SOB
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2001
Sitz St. Gallen, Schweiz
Leitung Dr. Hans Altherr
(VR-Präsident)
Thomas Küchler (CEO seit 1. Januar 2010)
Mitarbeiter 514 FTE (Ende 2013)
Bilanzsumme 1.6 Mio.Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Verkehrsunternehmen
Website www.sob.ch
Neueste Generation SOB-Fahrzeuge: Stadler FLIRT
Voralpen-Express am Zugersee
Regionalverkehrspendelzug NPZ Typ SBB der SOB
Schubdienste waren bis 2013 nicht unüblich: In Biberbrugg abgekuppelter BDe 4/4 trennt sich vom Voralpenexpress, nachdem er diesen ab Pfäffikon SZ schob
Voralpen-Express auf dem Seedamm

Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) ist eine normalspurige Eisenbahngesellschaft in der Schweiz mit Sitz in St. Gallen. Sie entstand 2001 aus einer Fusion der ehemaligen Schweizerischen Südostbahn und der Bodensee–Toggenburg-Bahn. 2006 kam im Rahmen einer Netzbereinigung mit der SBB der obere Teil der früheren Toggenburgerbahn dazu, im Gegenzug gab die SOB ihre Anteile an den Gemeinschaftsbahnhöfen ab. Die SOB unterhält heute ein Streckennetz von 118 km Länge (Normalspur).

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste Strecke der SOB ist Lichtensteig–Ebnat-Kappel. Diese wurde am 24. Juni 1870 im Zuge der Strecke Wil–Ebnat der Toggenburgerbahn eröffnet.

1877 nahm die erste der beiden Vorläuferinnen der Südostbahn den Betrieb auf, die Wädenswil-Einsiedeln-Bahn (WE). Bereits 1878 folgte die Zürichsee–Gotthardbahn (ZGB), welche die Bahnstrecke über den gleichzeitig eröffneten Seedamm von Rapperswil errichtete.

Zwölf Jahre später, am 1. Januar 1890 entstand die Schweizerische Südostbahn mit Sitz in Wädenswil, durch die Fusion der WE und der ZGB. Das Streckennetz umfasste damit neben WädenswilEinsiedeln, auch die isolierte Strecke RapperswilPfäffikon SZ. Im Jahr 1891 wurde die von der ZGB begonnene Verbindung zur Gotthardbahn eröffnet und damit auch die Seedammlinie mit dem Stammnetz der SOB verbunden. Diese Erweiterung des Streckennetzes umfasste die Linien Pfäffikon SZ–Samstagern und BiberbruggArth-Goldau. Charakteristisch für das SOB-Netz sind die Steigungen von bis zu 52 Promille.

1904 wurde die Bodensee–Toggenburg-Bahn (BT) gegründet. Die BT eröffnete die Strecke RomanshornSt. Gallen St. Fiden und St. Gallen HBLichtensteigWattwil im Jahre 1910. Der Abschnitt Lichtensteig–Wattwil wurde parallel zur bestehenden Strecke der SBB gebaut, welche im selben Jahr die Strecke von Wattwil aus, durch den Rickentunnel nach Uznach verlängerte. Zwei Jahre später eröffnete die BT die Strecke Ebnat-KappelNesslau-Neu St. Johann und pachtete die bestehende SBB-Strecke Wattwil–Ebnat-Kappel für einen durchgehenden Betrieb.

Durch die verschiedenen Berührungspunkte arbeiteten sowohl die BT als auch die SOB schon früh mit den SBB zusammen. Die durchgehenden Züge von Romanshorn über Rapperswil und Arth-Goldau nach Luzern welche von den drei Gesellschaften gemeinsam betrieben werden, wurden ab 1992 unter dem Namen Voralpen-Express geführt und die Allianz wurde 1998 als einfache Gesellschaft formalisiert.

Rückwirkend auf den 1. Januar 2001 fusionierten die beiden Bahngesellschaften BT und SOB zur neuen Schweizerischen Südostbahn AG mit Sitz in St. Gallen. Dadurch wurden die Besitzverhältnisse neu verteilt – die heutige SOB gehört zu 35.82 % dem Bund, zu 19.17 % dem Kanton St. Gallen, zu 14.06 % diversen Gemeinden und Bezirken, zu 12.27 % den Kantonen Schwyz, Zürich, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden, während sich die restlichen 18.68 % bei Privaten im Streubesitz befinden.

Streckennetz heute[Bearbeiten]

Seit der Fusion 2001 und dem Infrastrukturabtausch 2006 mit den SBB verfügt die Südostbahn über folgende Strecken:

Die Bahnhöfe Romanshorn und Pfäffikon SZ sowie die Streckenabschnitte St. Gallen St. Fiden bis St. Gallen, Wattwil (exklusive) bis Rapperswil und Arth-Goldau bis Luzern gehören den SBB und dürfen aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen von der SOB im Netzzugang befahren werden. Der fahrplanmässige Verkehr wurde noch bis im Dezember 2009 zwischen den beiden Bahnen und mit der SBB-Tochter Thurbo grösstenteils auf vertraglicher Basis geregelt, das heisst zwischen Wattwil und Rapperswil waren alle Züge rechtlich gesehen SBB-Züge, wurden aber teilweise von der SOB mit ihrem Personal und Material geführt. Umgekehrt fuhren z. B. die Thurbo-GTW nach Herisau formell als SOB-Züge. Die SOB-Strecke über den Seedamm wurde dagegen von SBB-Zügen im Netzzugang befahren – die SOB-Station Hurden wurde tagsüber sogar ausschliesslich von den SBB (S5) bedient.

Seit Dezember 2013 fahren SOB, SBB und THURBO je ihre eigenen Linien im Netzzugang. Auf den Streckenabschnitten Romanshorn–St. Gallen und Wattwil–Nesslau-Neu St. Johann fahren keine SOB-Züge mehr. Der Voralpen-Express verkehrt als SOB-Zug St. Gallen–Luzern.

Für die werktags verkehrenden Berufspendlerzüge Einsiedeln – Wädenswil – Zürich Altstetten («Gipfeli-Express»), für die die SBB die Konzession hat, stellte die SOB bis 2013 Lok, Lokführer und (bis Dezember 2008) den Buffetwagen (Die Erst- und Zweitklass-Wagen werden von der SBB gestellt).

Bis 2006 gehörte auf der doppelspurigen Strecke Lichtensteig–Wattwil (2.5 km) ein Gleis der SOB, das andere der SBB. Zudem wurde das Teilstück Wattwil – Ebnat-Kappel (4.9 km) von der SBB an die ehemalige BT bzw. die jetzige SOB verpachtet. Beide Abschnitte und die Bahnhöfe Lichtensteig und Wattwil gehören seither vollumfänglich der SOB. Im Gegenzug übergab die SOB alle Eigentumsrechte am Bahnhof St. Gallen.

Ungefähr ein Achtel der ganzen Strecke liegt auf Grund der schwierigen Topografie auf 141 Brücken oder in den 19 Tunnels und ist auch daher eine von Touristen gerne genutzte Bahn. Die höchste Eisenbahnbrücke der Schweiz, das Sitterviadukt zwischen St. Gallen Haggen und Gübsensee bei Herisau ist im Eigentum der SOB.

Rollmaterial[Bearbeiten]

Stand August 2011

Elektrische Lokomotiven
  • 1 × SOB Be 4/4 (416 011-5)
  • 4 × SOB Re 446 015–018, vorher Re 4/4 446 445–448 (1982) SLM, BBC; 1995 von der SBB übernommene Re 4/4IV 10101–10104
  • 6 × SOB Re 456 091–096 (1987)
  • 0 × RM Re 456 142–143 (1993); ursprünglich VHB, 2002 von RM, heute BLS langfristig gepachtet (per 15. Juni 2011 an die BLS zurückgegeben)
  • 2 × Eea 936 031 und 032 (Dreiachsige elektrische Rangierlokomotiven Baujahr 1966, 1995 ex RAG)
  • 5 × Te 216 035–039 (Zweiachsige elektrische Rangierlokomotiven, Baujahre 1941...66)
Diesellokomotiven/Mehrzweckfahrzeuge
  • 0 × Am 846 033 (1964/93, ex DEG VE 151 ex WLE DE 0901 ex Krupp/AEG 201 001-5, im Sommer 2013 an Swiss Rail Traffic verkauft [1])
  • 8 × Tm 236 001–002 und 004–009 (zweiachsige Diesel-Kleinlokomotiven, Baujahre 1962...92)
  • 2 × MPV 99 85 9131 005 und 006[2]
Triebwagen/-züge

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schweizerische Südostbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Swiss Rail Traffic [1], abgerufen am 19. August 2013.
  2. Typenskizze des SOB-MPV