Der Schweizerische Beobachter

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Der Beobachter ist eine alle zwei Wochen erscheinende schweizerische Konsumenten- und Beratungszeitschrift.

Der Beobachter hatte 2013 eine WEMF-beglaubigte Auflage von 290'515 Exemplaren und rund 918'000 Leser (MACH Basic 2013-2).[1] Er wird seit 2007 [2] von der Axel Springer Schweiz AG, einer Tochtergesellschaft der Axel Springer AG, herausgegeben. Chefredaktor ist Andres Büchi, Verlagsgeschäftsführer ist Roland Wahrenberger.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Zeitschrift im Jahre 1926 von Max Ras. Ras war Verleger, Redaktor und Aktionär in einer Person. Im Januar 1927 wurde die erste Ausgabe in einer beglaubigten Auflage von 661'404 Exemplaren gratis an alle Haushalte der Deutschschweiz verteilt. Zu dieser Zeit erschien der Beobachter noch monatlich.

Der Beobachter war 1995 die erste Zeitschrift der Schweiz mit einer Internetpräsenz. Seit 1999 werden praktisch alle Artikel des Hefts online angeboten. Die aktuelle Ausgabe ist in Teilen frei verfügbar, das Archiv steht jedoch nur Abonnenten zur Verfügung. Der heutige Internetauftritt bietet Themenforen an (Computer, Gesundheit, Erziehung, Selbsthilfe, Trennung/Scheidung etc.), welche auch von Nichtabonnenten genutzt werden können. Zudem gibt es ein Wissensspiel, bei dem Allgemeinwissen gefragt ist.

Der Beobachter war 1972 massgeblich daran beteiligt, dass die Zwangsadoptionen von Kindern von Fahrenden, angeordnet durch die Organisation Kinder der Landstrasse, in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rückten, und 1978 an der Lancierung einer Volksinitiative, welche den Weg für das erste Schweizer Opferhilfegesetz bereitete.

2007 übernimmt der europaweit expandierende Medienkonzern Axel Springer AG den Beobachter. Die Schweizer Mediengewerkschaft Comedia teilt ihre Besorgnis mit: Die Konzentration im Schweizer Medienbereich werde mit der Übernahme des Jean-Frey-Verlags durch das deutsche Springer-Verlagshaus fortgesetzt. Die Gewerkschaft mache sich generell Sorgen darüber, wie sich dieser Prozess europaweit auf die journalistische Unabhängigkeit und die publizistische Vielfalt auswirke. Es ginge auch um den Schutz der kritischen Linie der beiden Jean-Frey-Titel "Beobachter" und "Bilanz". [3]

Inhalte[Bearbeiten]

Der Beobachter behandelt vor allem rechtliche Themen aus dem Alltag an praktischen Beispielen. Das Spektrum ist breitgefächert: Arbeitsrecht, Mietrecht, Geldthemen, sozialpolitische und -rechtliche Themen, Familienrecht, Konsumentenfragen, Umweltschutz. Seit der Ausgabe 7/07 werden Familienthemen prominenter behandelt. Neben Informationen bietet der Beobachter zudem eine Rechtsberatung und -unterstützung für Abonnenten. Im hauseigenen Beobachter Verlag werden Ratgeber zu den verschiedensten Themen herausgegeben. Sporadisch erscheinende Zusatzbeilagen behandeln Themen wie «50+», «Bauen und Wohnen», Ernährungs- und Gesundheitsthemen und dergleichen.

Mit der Stiftung «SOS Beobachter» sammelt der Beobachter Geld für in der Schweiz ansässige Menschen in Not. Mit dem Prix Courage werden mutige Menschen die couragierte Taten vollbracht haben ausgezeichnet.

Seit 2013 gibt es auf den Kanälen von SRF 1 und SRF 2 Beobachter-TV. Im Jahr 2013 erschienen zwei Staffeln à 8 Sendungen des Coaching Formates.

In der Radiosendung Beobachter-Ratgeber von Radio SRF 3 wird jeweils mittwochs von 10 bis 11 Uhr eine bestimmte Fragestellung behandelt.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arne Andersen: … und so sparsam!: Die Geschichte des Massenkonsums und seine Auswirkungen: Veränderung und Mentalitätswandel dargestellt am „Schweizerischen Beobachter“. Chronos, Zürich 1998, ISBN 978-3-905312-64-5.
  • Alfred A. Häsler: Stark für die Schwachen. 55 Jahre gelebte Zeitgeschichte des Schweizerischen Beobachter. Verlagsgesellschaft Beobachter / Orell Füssli, Glattbrugg / Zürich 1982, ISBN 3-280-01418-2 (= Beobachter-Buch).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Schweizerische Beobachter – Impressum
  2. Axel Springer übernimmt Jean Frey AG
  3. http://www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/index/Der_Schweizer_Jean-Frey-Verlag_kommt_in_deutschen_Besitz.html?cid=5635370 SwissInfo am 20. Dezember 2006: Der Schweizer Jean-Frey-Verlag kommt in deutschen Besitz
  4. Beobachter Ratgeber Abgerufen am 3. April 2011