Schwendi

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schwendi (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwendi
Schwendi
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwendi hervorgehoben
48.1755555555569.9758333333333544Koordinaten: 48° 11′ N, 9° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 544 m ü. NHN
Fläche: 49,23 km²
Einwohner: 6248 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88477
Vorwahl: 07353
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 108
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Biberacher Straße 1
88477 Schwendi
Webpräsenz: www.schwendi.de
Bürgermeister: Günther Karremann
Lage der Gemeinde Schwendi im Landkreis Biberach
Bayern Alb-Donau-Kreis Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Sigmaringen Ulm Achstetten Alleshausen Allmannsweiler Altheim (bei Riedlingen) Attenweiler Bad Buchau Bad Schussenried Berkheim Betzenweiler Ummendorf (bei Biberach) Biberach an der Riß Burgrieden Dettingen an der Iller Dürmentingen Dürnau (Landkreis Biberach) Eberhardzell Erlenmoos Erolzheim Riedlingen Ertingen Gutenzell-Hürbel Hochdorf (Riß) Ingoldingen Kanzach Kirchberg an der Iller Kirchdorf an der Iller Kirchdorf an der Iller Langenenslingen Laupheim Laupheim Maselheim Mietingen Mittelbiberach Moosburg (Federsee) Ochsenhausen Oggelshausen Riedlingen Riedlingen Riedlingen Rot an der Rot Schemmerhofen Schwendi Seekirch Steinhausen an der Rottum Tannheim (Württemberg) Tiefenbach (Federsee) Ummendorf (bei Biberach) Unlingen Unlingen Uttenweiler Wain WarthausenKarte
Über dieses Bild
Kirche und Pfarrhaus in Schwendi

Schwendi ist eine Gemeinde im Landkreis Biberach in Oberschwaben und hat rund 6.300 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schwendi liegt im mittleren Tal der Rot etwa 20 km nördlich der Kreisstadt Biberach an der Riß und etwa 30 km südlich von Ulm.

Die nächsten Städte sind Illertissen (12 km östlich), Laupheim (12 km nordwestlich), Biberach an der Riß (20 km südwestlich) und Ochsenhausen (14 km südlich), die nächste Großstadt, Ulm, liegt 30 km nördlich.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die sechs Ortsteile der Gemeinde heißen Schwendi, Bußmannshausen, Großschafhausen, Orsenhausen, Schönebürg und Sießen im Wald (Hörenhausen und Weihungszell).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Herren von Schwendi wurden 1128 erstmals in einer Urkunde des Klosters Ochsenhausen genannt. Das Schwendier Adelsgeschlecht starb im 17. Jahrhundert aus, mit der Hochzeit der Johanna von Schwendi mit dem Grafen Franz Albrecht von Oettingen-Spielberg ging die Herrschaft Schwendi-Großschafhausen an das Haus Oettingen-Spielberg über. Im Jahr 1820 erwarb der protestantische Bankier Johann Gottlieb Freiherr von Süßkind aus Augsburg die Herrschaft. Dessen Sohn Max-Theodor erbaute 1850 das Schloss, das seine Nachfahren bis heute besitzen.

Schwendi war im ausgehenden Mittelalter ein kleines Dorf, vom 14. bis ins 16. Jahrhundert zählte es rund 200 Einwohner. Ab dem Jahr 1552 hatte Schwendi das Recht, Wochen- und Jahrmärkte abzuhalten, was den wirtschaftlichen Aufschwung beförderte. Neben der Landwirtschaft war jahrhundertelang die Weberei eines der wichtigsten Gewerbe. Daran erinnert die 1663 gegründete und bis heute bestehende Weberzunft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein umfassender Strukturwandel ein, aus dem Bauerndorf wurde ein von der Industrie geprägter Ort. Dazu trug vor allem das von Max Weishaupt gegründete Familienunternehmen bei, das sich auf die Produktion von Öl- und Gasfeuerungen spezialisierte. Heute hat die Weishaupt GmbH weltweit 3000 Mitarbeiter, davon knapp 1000 in seinem Schwendier Hauptwerk. Das heutige Gemeindegebiet geht auf die Gemeindereform in den 1970er-Jahren zurück.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Historische Wappen der früheren Gemeinden[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[2]
Wahlbeteiligung: 55,1 % (2004: 58,0 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
62,5 %
34,9 %
2,6 %
keine
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+10,8 %p
-0,1 %p
+2,6 %p
-13,3 %p
Sonst.

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte zu folgender Verteilung der 16 Sitze (–1) im Gemeinderat:

  • FWV: 10 Sitze (+1)
  • CDU: 6 Sitze (±0)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Biomassewerk Schwendi von Matteo Thun

Verkehr[Bearbeiten]

Von 1904 bis 1971 (Güterverkehr bis 1984) existierte eine 16,2 km lange Nebenbahn (Rottalmolle) vom Bahnhof Laupheim-West nach Schwendi über Laupheim Stadtbahnhof, Achstetten-Bronnen, Burgrieden, Burgrieden-Rot, Schwendi-Orsenhausen und Schwendi-Großschafhausen. Diese wurde um 1990 abgebaut, lediglich das verbliebene Reststück von Laupheim West nach Laupheim Stadt existiert noch. Siehe dazu auch den Spezialartikel Bahnstrecke Laupheim West–Schwendi.

Schwendi liegt etwa 10 km von der Bundesstraße 30 (Ulm–Friedrichshafen) entfernt (Ausfahrt Laupheim Nord/Achstetten).

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Bedeutendster Gewerbebetrieb ist die Weishaupt GmbH (Brenner und Heiztechnik). Weitere Betriebe sind:

  • Brunnenverwaltung Bad Dietenbronn mit dem natürlichen Mineralwasser unter dem Handelsnamen Dietenbronner
  • Holzwerk und Biomasse-Heizkraftwerk Schilling
  • HAM Präzision mit über 600 Mitarbeitern in verschieden Zweigwerken
  • Fachklinik für Neurologie Dietenbronn

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In der Gemeinde Schwendi gibt es neben der Max-Weishaupt-Realschule eine Außenstelle der Werkrealschule Mietingen/Schwendi und fünf Grundschulen.

Gebäude[Bearbeiten]

Das Pfarrhaus aus dem Jahr 1551
Die marode Schlossmühle aus dem Jahr 1743
  • Die Pfarrkirche St. Stephanus wurde 1561 erbaut und 1724 durch die Herren von Oettingen-Spielberg barockisiert. Die Kirche ist Station an der Oberschwäbischen Barockstraße.
  • Die spätgotische St.-Anna-Kapelle mit einem Flügelaltar aus der Zeit um 1500 war ursprünglich die Pfarrkirche des Ortes.
  • Das Pfarrhaus wurde 1551 vom Ortsherren Marquard von Schwendi als sein Wohnhaus erbaut. Das Fachwerkgebäude wurde in den 1970er-Jahren renoviert.
  • Das Seniorenheim St. Josef in Weihungszell.
  • Die Schlossmühle Schwendi wurde 1406 als Mahlmühle des Spitals der Reichsstadt Ulm erwähnt. Das heutige Bauwerk aus dem Jahr 1734 ist seit Jahrzehnten in einem baufälligen Zustand. Es ist Station an der Mühlenstraße Oberschwaben.
  • Das Weishaupt-Forum ist ein preisgekröntes Firmengebäude des New Yorker Stararchitekten Richard Meier. Es wurde in den Jahren 1989 bis 1992 auf dem Werksgelände der Firma Weishaupt gebaut. Es dient als zentrales Schulungs-, Ausstellungs- und Sozialgebäude des Unternehmens (Besichtigung nur auf Anfrage).
  • Biomasse-Heizkraftwerk wurde vom Architekten Matteo Thun entworfen und 2008 fertiggestellt.
  • Schwendi hat Überreste verschiedener Burgen, siehe auch Burg Großschafhausen, Burg Großschafhausen (Bergmahd), Burgrest Schwendi, Burg Weihungszell

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Lazarus von Schwendi (* 1522 in Mittelbiberach; † 28. Mai 1583 in Kirchhofen, Breisgau), Diplomat, Staatsmann und kaiserlicher General
  • Ignaz von Jaumann (* 26. Januar 1778 in Wallerstein; † 12. Januar 1862 in Rottenburg a.N.) Domdekan und Altertumsforscher; von 1803 bis 1805 Schlosskaplan in Schwendi, von 1805 bis 1814 Pfarrer von Großschafhausen
  • Hermann Georg Knapp (* 13. April 1828 in Schwendi; † 1890), Mundartdichter
  • Richard Freiherr von Süßkind-Schwendi (* 3. Juli 1854 in Schwendi; † 20. Dezember 1946 in Bächingen), kgl. preuß. General d. Inf. und Militärattaché in Paris, Frankfurt an der Oder und Wiesbaden
  • Franz Springer (* 22. Dezember 1881 in Schwendi; † 23. Juni 1950 in Stuttgart), Komponist und Dirigent
  • Max Springer (* 19. Dezember 1877 in Schwendi; † 20. Januar 1954 in Wien), deutscher Organist, Komponist, Musikpädagoge.
  • Max Hammer (* 25. Dezember 1884 in Schwendi; † 10. November 1973 in Ulm), Maler, Restaurator und Autor des Heimatbuches der Gemeinde Schwendi
  • Max Weishaupt (* 31. Oktober 1908 in Schwendi; † 18. August 1982 ebenda), Unternehmer
  • Alfons Auer (* 12. Februar 1915 in Schönebürg; † 19. November 2005 in Tübingen), Professor für Moraltheologie, Ehrenbürger von Schönebürg, Gemeinde Schwendi
  • Siegfried Rundel (* 27. April 1940 in Bußmannshausen; † 9. April 2009 in Memmingen), Komponist und Unternehmer (Blasmusikverlag in Rot an der Rot)
  • Edgar Grande (* 12. November 1956 in Schwendi), Politikwissenschaftler

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Hammer: Schwendi. Heimatbuch einer Gemeinde in Oberschwaben. Konrad, Weißenhorn 1969.
  • Josef Rehm: 900 Jahre Bußmannshausen. Geschichte eines schwäbischen Dorfes im Rottal. Martin-Verlag Berger, Buxheim 1985, ISBN 3-7865-0134-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwendi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2009/GTabelle.asp?G=GE426108