Schwermetalle

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Schwermetall ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Schwermetall (Begriffsklärung) aufgeführt.
Übersicht über die Elemente mit einer Dichte größer als
5, 10 und 20 g/cm³ (gelb, orange, braun)
H He
Li Be B C N O F Ne
Na Mg Al Si P S Cl Ar
K Ca Sc Ti V Cr Mn Fe Co Ni Cu Zn Ga Ge As Se Br Kr
Rb Sr Y Zr Nb Mo Tc Ru Rh Pd Ag Cd In Sn Sb Te I Xe
Cs Ba La * Hf Ta W Re Os Ir Pt Au Hg Tl Pb Bi Po At Rn
Fr Ra Ac ** Rf Db Sg Bh Hs Mt Ds Rg Cn
 
  * Ce Pr Nd Pm Sm Eu Gd Tb Dy Ho Er Tm Yb Lu
  ** Th Pa U Np Pu Am Cm Bk Cf Es Fm Md No Lr

Mit der Bezeichnung Schwermetalle wird eine Gruppe von Metallen zusammengefasst. Durch das Fehlen einer eindeutigen wissenschaftlich akzeptierten Definition des Begriffes „Schwermetall“[1] gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen in der Literatur.[2] Allerdings bewerten mehrere Quellen ein Schwermetall als ein Metall, deren Dichte größer als 5,0 g/cm³ oder bei älteren Quellen 4,5 g/cm³ ist. [3][4][5][6]

Definitionen[Bearbeiten]

In der Technik (nur NE-Metalle) und der Chemie fallen unter den Begriff „Schwermetall“ Metalle mit einer Dichte > 5 g/cm³.[7][8] Zu diesen werden üblicherweise unter anderem die Edelmetalle sowie Bismut, Eisen, Kupfer, Blei, Zink, Zinn, Nickel, Cadmium, Chrom und Uran gerechnet. Eine Studie der IUPAC[9] fand jedoch mindestens 38 Definitionen für die Bezeichnung „Schwermetall“, die angefangen von der Dichte, dem Atomgewicht oder der Ordnungszahl bis zu den chemischen Eigenschaften oder der Toxizität reichen. Folglich unterscheiden sich Listen von „Schwermetallen“ von einem Satz von Richtlinien zu einem anderen; dabei werden oft auch Halbmetalle wie z. B. Arsen mit eingeschlossen. Die Bezeichnung wird oft ohne Angabe der Metalle, auf die sie sich bezieht, verwendet. Aus den oben aufgeführten Gründen ist die Bezeichnung aller anderen Metalle als Leichtmetalle ebenso undefiniert.[8] In der Öffentlichkeit gelten oft alle als „Schwermetall“ bezeichneten Stoffe (wobei deren Verbindungen und Legierungen häufig ebenfalls dazu gerechnet werden) als toxisch. Folgende Elemente haben eine Dichte über 5 g/cm³:

4. Periode Dichte [g/cm³]
   
   
   
Vanadium   6,11
Chrom   7,14
Mangan   7,47
Eisen   7,874
Cobalt   8,90
Nickel   8,908
Kupfer   8,92
Zink   7,14
Gallium   5,904
Germanium *   5,323
Arsen *   5,72
   
   
5. Periode Dichte [g/cm³]
   
   
Zirconium   6,511
Niob   8,570
Molybdän 10,28
Technetium 11,50
Ruthenium 12,37
Rhodium 12,45
Palladium 12,023
Silber 10,49
Cadmium   8,65
Indium   7,31
Zinn   7,31
Antimon *   6,697
Tellur *   6,25
   
6. Periode Dichte [g/cm³]
   
Lanthan   6,146
Hafnium 13,31
Tantal 16,65
Wolfram 19,25
Rhenium 21,03
Osmium 22,59
Iridium 22,56
Platin 21,45
Gold 19,32
Quecksilber 13,55
Thallium 11,85
Blei 11,34
Bismut   9,78
Polonium   9,20
   
7. Periode Dichte [g/cm³]
Radium   5,50
Actinium 10,07
Rutherfordium ** 17,9
Dubnium **  
Seaborgium **  
Bohrium **  
Hassium **  
Meitnerium **  
Darmstadtium **  
Roentgenium **  
Copernicium **  
Ununtrium **  
Flerovium **  
Ununpentium **  
Livermorium **  
   
Lanthanoide Dichte [g/cm³]
   
   
Cer   6,689
Praseodym   6,64
Neodym   6,800
Promethium   7,264
Samarium   7,353
Europium   5,244
Gadolinium   7,901
Terbium   8,219
Dysprosium   8,551
Holmium   8,80
Erbium   9,05
Thulium   9,321
Ytterbium   6,965
Lutetium   9,841
Actinoide Dichte [g/cm³]
   
   
Thorium 11,72
Protactinium 15,37
Uran 18,97
Neptunium 20,48
Plutonium 19,74
Americium 13,67
Curium 13,51
Berkelium 14,78
Californium 15,10
Einsteinium **   8,84
Fermium **  
Mendelevium **  
Nobelium **  
Lawrencium **  

* Halbmetalle
** Da die höheren chemischen Elemente der siebten Periode und der Actinoide nach sehr kurzer Zeit zerfallen, entziehen sich deren physikalische Eigenschaften wie die Dichte einer direkten Messung. Theoretische Abschätzungen legen jedoch entsprechende Eigenschaften nahe.[10]

Die Tabelle enthält die Elemente mit einer Dichte höher als 5 g/cm³. Elemente mit einer bekannten Dichte von 5 bis 10 g/cm³ sind gelb hinterlegt, von 10 bis 20 g/cm³ orange und über 20 g/cm³ braun.

Vorkommen und Herkunft[Bearbeiten]

Schwermetalle kommen in den Gesteinen der Erdkruste vor und sind dort in Erzen als Oxide, Sulfide und Carbonate fest eingebunden und auch in Silikaten eingeschlossen.[11] Ihre Konzentration in Hydrosphäre, Atmosphäre und Pedosphäre ist äußerst gering. Ihre Konzentration in der Erdkruste reicht von wenigen parts per million (ppm) (Cadmium, Quecksilber, Molybdän) bis zu einigen Promille (‰) (Mangan, Thallium und Eisen). Durch Verwitterung und Erosion gelangen diese auf natürlichem Wege in Böden und Grundwasser.[12] Dabei enthalten einige Gesteine wie Pikrit, Serpentinit, Basalte und vor allem Erze zum Teil hohe Konzentrationen von Chrom, Nickel und Cobalt, was in deren Umgebung zu einer hohen natürlichen Schwermetallbelastung der Böden führt.[13] Die Stoffkreislaufmengen und die Akkumulation in der Umwelt sind seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert durch wachsende Emissionen aus verschiedenen anthropogenen Quellen jedoch schnell angestiegen. Dazu gehören die Gewinnung von Schwermetallen und deren Verarbeitung, die Düngemittelherstellung, die Verbrennung von Kohle, Müll und Klärschlamm, der Kfz-Verkehr und die Stahl-, Zement- und Glasproduktion.[11] Der bergmännische Abbau von „Schwermetallerzen“ geht häufig mit einer hohen Schwermetallbelastung der Böden einher. An einigen Stellen im Harz, im Siegerland und der Aachener Umgebung hat sich beispielsweise auf den durch Erzbergbau belasteten Böden azonale Vegetation spezifischer Pflanzengesellschaften ausgebildet. Dort bilden die Galmeipflanzen sogenannte "Schwermetallrasen" aus.

Vor 4,5 Mrd. Jahren – als der Erdmantel noch flüssig war – sanken die Schwermetalle zum Erdmittelpunkt und bildeten den Erdkern. Zum Vorkommen von Schwermetallen in der Erdkruste nehmen Geologen an, dass der größte Teil von Asteroiden stammt. Untermauert wird diese Vermutung durch eine Studie mit Wolfram, welches aus einer Gesteinsprobe aus Grönland stammt. In dieser Gesteinsprobe fand sich 13-mal häufiger das Isotop 182W als in Gesteinsproben anderer Orte. Matthias Willbold von der University of Bristol, der Erstautor der Studie, sagt: „Die meisten der Edelmetalle, auf denen unsere Wirtschaft und viele wichtige industrielle Prozesse basieren, kamen durch einen glücklichen Zufall auf unseren Planeten – als die Erde von rund 20 Trillionen Tonnen Asteroidenmaterial getroffen wurde.“[14][15]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Biologische Eigenschaften und Umweltauswirkungen[Bearbeiten]

Metall essentiell toxisch
Pflanzen Tiere Pflanzen Tiere
Blei x x
Cadmium x x
Chrom x x x
Kobalt x
Kupfer x x x x
Mangan x x x
Molybdän x x x
Nickel x x
Quecksilber x x
Selen x x
Zink x x x x
Zinn x

[16]

Von Natur aus kommen Schwermetalle und ihre Verbindungen in der Biosphäre nur in Spuren vor. Manche von ihnen sind in kleinen Mengen lebenswichtig für Pflanzen, Tiere und den Menschen, sie werden dann als essentielle Schwermetalle oder Spurenelemente bezeichnet. Dazu gehören Chrom, Eisen, Cobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Nickel, Vanadium, Zink und Zinn. Viele Schwermetalle, auch die essentiellen, können bereits in leichter Überkonzentration für den menschlichen Organismus gesundheitsschädlich oder giftig sein, wobei deren toxische Wirkung auch stark von der chemischen Verbindung des Schwermetalles abhängt. Ein Beispiel dafür ist Chrom, welches in reiner Form ungiftig, als Chrom(III) essentiell und als Chrom(VI) giftig und karzinogen ist.[17] Im Allgemeinen steigt die Gefährlichkeit der Verbindungen mit ihrer Wasser- und Fettlöslichkeit. Die Stoffe werden meist über die Nahrungskette aufgenommen und gelangen so in den menschlichen Körper.[11] Pflanzen spielen dabei eine große Rolle, da sie Schwermetalle aufnehmen und anreichern können.[18] Beim Menschen wirken chronische Schwermetallvergiftungen oft spezifisch auf bestimmte Organe und rufen charakteristische Kranksheitsbilder hervor.[12]

Seit dem Jahr 2006 gibt das amerikanische Blacksmith Institute eine Liste der zehn am stärksten verseuchten Orte der Welt heraus. Dabei sind sämtliche Schwermetalle – zumeist durch Bergbau oder bei der Verhüttung emittiert – jedes Mal in vielfältiger Weise vertreten.[19]

Blei[Bearbeiten]

Hauptartikel: Blei

Blei besitzt eine kumulative Wirkung und wirkt bei der Aufnahme durch Nahrung und Atemluft schon in geringen Spuren als chronisches Gift. Es reichert sich in Knochen, Zähnen und im Gehirn an und beeinträchtigt die Funktionsfähigkeit des Nervensystems. Besonders Kinder sind gefährdet, sie zeigen oft Intelligenz-, Lern- und Konzentrationsstörungen. Auch die Immunabwehr kommt bei Bleivergiftungen zu Schaden, daraus folgt eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Die größte Quelle für Bleivergiftung war in Westeuropa bis in die achtziger Jahre Benzin, dem Tetraethylblei zugesetzt wurde, um die Klopffestigkeit zu erhöhen. Seit der Wiedervereinigung wird auch in Ostdeutschland ausschließlich bleifreies Benzin verwendet, so dass seitdem auch dort die Blutwerte für Blei bei der Bevölkerung zurückgehen. Weltweit wird allerdings noch in Afrika und weiten Teilen Asiens verbleites Benzin verwendet – mit den entsprechenden gesundheitlichen Folgen.

Seit 1973 wurden in Deutschland keine Bleirohre mehr als Wasserleitung im Haus verbaut. Praktisch frei von Bleirohren ist der gesamte süddeutsche Raum: Seit über hundert Jahren wurden dort keine Bleirohre mehr verlegt. Der Grenzwert für Blei im Leitungswasser lag ab dem 1. Dezember 2003 bei 0,025 Milligramm pro Liter und liegt seit dem 1. Dezember 2013 bei 0,01 Milligramm pro Liter.[20]

Cadmium[Bearbeiten]

Hauptartikel: Cadmium

Cadmium und seine Verbindungen sind schon in geringen Konzentrationen giftig. Es hat sich im Tierversuch als krebserzeugend erwiesen und ist erbgut- und fruchtschädigend. Der Körper eines Erwachsenen enthält ca. 30 mg Cadmium, ohne dass es für den Aufbau von Körpersubstanzen benötigt wird. Es gehört zu den nichtessentiellen Elementen. Die orale Aufnahme von löslichen Cadmium-Salzen kann Erbrechen und Störungen im Verdauungstrakt, Leberschädigungen und Krämpfe verursachen. Die Inhalation von Cadmium-Dämpfen ruft Reizungen der Atemwege und Kopfschmerzen hervor. Chronische Vergiftungen äußern sich durch den Ausfall des Geruchsvermögens, Gelbfärbung der Zahnhälse, Blutarmut und Wirbelschmerzen, in fortgeschrittenem Stadium durch Knochenmarkschädigungen und Osteoporose. Cadmium ist vermehrt in Verruf gekommen seit dem Auftreten der oft tödlich endenden Itai-Itai-Krankheit in Japan, die mit schweren Skelettveränderungen einhergeht. Die Anreicherung von Cadmium in der Leber und vor allem in der Niere ist besonders bedenklich. Bei Rauchern wurden etwa doppelt so hohe Gehalte von Cadmium wie bei Nichtrauchern festgestellt. Die durchschnittliche Belastung mit Cadmium durch Rauchen beträgt 0,002 mg bis 0,004 mg pro Tag. Mit der Nahrung nimmt der Mensch täglich etwa 0,01 mg bis 0,035 mg Cadmium auf. Laut WHO liegt der kritische Grenzwert pro Tag bei 0,01 mg pro kg Körpermasse. Die biologische Halbwertszeit beim Menschen beträgt etwa 10 bis 35 Jahre.

Kupfer[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kupfer

Kupfer zählt zu den lebensnotwendigen Spurenelementen.[21] Spezielle Verbindungen jedoch können beim Verschlucken großer Mengen Schwäche, Erbrechen und Entzündungen im Verdauungstrakt verursachen. Akute Vergiftungen durch sehr hohe Mengen sind beim Menschen selten, da zwangsläufig Erbrechen ausgelöst wird. Kupfer wirkt in zahlreichen chemischen Prozessen katalytisch, dies betrifft auch Stoffwechselvorgänge.

Kupfer muss vom Menschen jeden Tag in ausreichender Menge aufgenommen werden. Die Speicherkapazität im Körper ist begrenzt. Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei etwa 1 bis 2 Milligramm. Zahlreiche Nahrungsmittel enthalten dieses Spurenelement, hierzu zählen insbesondere Nüsse, bestimmte Fisch- und Fleischsorten sowie einige Gemüse.[22] Kupfer kann auch durch kupferhaltige Wasserleitungen ins Trinkwasser gelangen, allerdings nur, wenn das Trinkwasser längere Zeit in den Leitungen gestanden hat. Nur bei Wässern mit geringem pH-Wert ist dies mengenmäßig von Bedeutung. In diesem Fall wird empfohlen, abgestandenes Wasser ablaufen zu lassen. Frisches Wasser, das nicht in Leitungen stagniert, wird durch die Werkstoffe, die in der Hausinstallation verbaut wurden, grundsätzlich nicht in seiner Zusammensetzung verändert. Die Trinkwassernormen der WHO und der EU erlauben einen maximalen Kupfergehalt von 2 mg pro Liter. Die deutsche Trinkwasserverordnung übernahm diesen Wert, der mit der Änderungsverordnung zur Trinkwasserverordnung 2011 auf 2,0 mg pro Liter präzisiert wurde.[23]

Ein Kupfergehalt von zwei Milligramm pro Liter verleiht Wasser bereits einen metallischen Geschmack, fünf Milligramm pro Liter machen es ungenießbar. Nach derzeitigem Wissen wird ein mittlerer Gehalt des Trinkwassers von zwei Milligramm Kupfer pro Liter als gesundheitlich unbedenklich angesehen, dies gilt für lebenslangen Genuss. Eine stark überhöhte Kupferzufuhr über Wasser oder Nahrungsmittel kann bei Säuglingen und Kleinkindern, deren Kupferstoffwechsel noch nicht vollständig ausgebildet ist, zur frühkindlichen Leberzirrhose führen.[20] Dies liegt unter anderem daran, dass der spezifische Gesamtbestand des Kupfers im Körper von Säuglingen schon bei Geburt von Natur aus relativ hoch ist. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird überschüssiges Kupfer ähnlich wie bei Vitamin C wieder ausgeschieden.

Vom Umweltbundesamt wurde 2011 der Entwurf der trinkwasserhygienisch geeigneten metallischen Werkstoffe veröffentlicht, Kupfer ist hierbei für alle Bauteiltypen enthalten.[24] Bei Wässern mit einem niedrigen pH-Wert sollten Kupferbauteile auf der Innenoberfläche verzinnt sein – DIN 50930-6 gibt hierzu detaillierte Beschreibungen der wasserseitigen Rahmenbedingungen. Eine genaue Prüfung ist bei Hausbrunnen notwendig, weil Hausbrunnenwasser vielfach nicht aufbereitet wird. Von dieser Ausnahme abgesehen ist das Trinkwasser aber deutlich besser als sein Ruf und kann unbedenklich auch von Kindern reichlich getrunken werden.[20]

Obwohl Kupfer für den Menschen zu den lebensnotwendigen Spurenelementen zählt, wirkt es auf viele Mikroorganismen wachstumshemmend oder sogar aktiv antimikrobiell. Gezielt genutzt wird diese Eigenschaft für Kontaktoberflächen im medizinischen Bereich als ergänzende Maßnahme im Kampf gegen antibiotikaresistente Mikroorganismen.[25]

Plutonium[Bearbeiten]

Hauptartikel: Plutonium

Die für einen Menschen tödliche Dosis liegt wahrscheinlich im zweistelligen Milligrammbereich. Viel gefährlicher als die chemische Wirkung ist aber seine Radioaktivität, die Krebs verursachen kann. Zur Entstehung von Krebs reicht vermutlich eine Menge in der Größenordnung einiger Mikrogramm. Aus dieser Abschätzung wurde das weit verbreitete Missverständnis über die besondere Gefährlichkeit von Plutonium abgeleitet. Da die ausgesendete α-Strahlung schon durch die äußersten Hornhautschichten abgeschirmt wird, ist Plutonium nur bei Inkorporation (beispielsweise die Inhalation von plutoniumhaltigem Staub) gesundheitsschädlich.

Quecksilber[Bearbeiten]

Hauptartikel: Quecksilber

Metallisches Quecksilber kann als Quecksilberdampf über die Lunge in den Körper aufgenommen werden. Es reizt die Atem- und Verdauungswege, kann zu Erbrechen mit Bauchschmerzen führen und auch Schäden an Nieren und am Zentralnervensystem hervorrufen.

Thallium[Bearbeiten]

Hauptartikel: Thallium

Thallium und thalliumhaltige Verbindungen sind hochgiftig und müssen mit größter Vorsicht gehandhabt werden.[8]

Verwendung[Bearbeiten]

Schwermetalle werden in vielen Bereichen, zumeist aber für die Metallveredelung verwendet. Dadurch erhalten die ausgewählten Materialien spezielle Eigenschaften. Folgende Anwendungsgebiete sind heute aufgrund ihrer gesundheitsgefährdenden Wirkung verboten:

Weiterhin verwendete Schwermetalle
Anwendung in der Medizin

Literatur[Bearbeiten]

  • Jerome Nriagu: A History of Global Metal Pollution., in Science, 272/1996, S. 223–4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Schwermetall – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hodson ME, Heavy metals—geochemical bogey men?, in Environmental Pollution, 129/2004, S. 341–343
  2. Duffus JH, Definitions of heavy metal: Survey of current usage (April 2001).
  3. A.F. Holleman und N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage, S. 1141, Berlin 2007, Walter de Gruyter, ISBN 978-3-11-017770-1.
  4. Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Leichtmetalle im Lexikon der Chemie, abgerufen am 16. April 2009
  5. K. Maile, E. Roos; Werkstoffkunde für ingenieure: Grundlagen, Anwendung, Prüfung. Birkhäuser, 2005, ISBN 978-3-540-22034-3, S. 10
  6. Wenige, ältere Quellen nennen einen Grenzwert von < 4,5 g/cm3
    J. Elpers, H. Meyer, N. Meyer, H. Marquard, W. Nabbefeld, W. Skornitzke, W. Willner, F. Ruwe: Mechatronik. Grundstufe. 4. Auflage, Bildungsverlag Eins, 2001, ISBN 978-3-8242-2080-9, S. 52
    K. Hengesbach: Fachwissen Metall Grundstufe und Fachstufe 1. 4. Auflage, Bildungsverlag Eins, 1994, ISBN 978-3-8237-0330-3, S. 248
  7. Europa Lehrmittel - Fachkundebuch Metall 56. Auflage - Seite 268: Tabelle 1: Einteilung der NE-Metalle
  8. a b c  Arnold F. Holleman, Egon Wiberg, Nils Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie. Walter de Gruyter, 1995, ISBN 311012641-9, S. 1065 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Duffus JH, ‚Heavy metals‘ – a meaningless term?, in International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC), Pure and Applied Chemistry, 74/2002, S. 793–807
  10. Jyoti Gyanchandani, S.K.Sikka: [1106.3146 Structural Properties of of Group IV B Element Rutherfordium by First Principles Theory], 2011
  11. a b c  Andreas Heintz, Guido A. Reinhardt: Chemie und Umwelt: Ein Studienbuch für Chemiker, Physiker, Biologen und Geologen. Springer DE, 2000, ISBN 364261205-9, S. 233 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  12. a b  Jörg Lewandowski, Stephan Leitschuh, Volker Koss: Schadstoffe im Boden: eine Einführung in Analytik und Bewertung: mit …. Springer DE, 1997, ISBN 354062643-3, S. 99ff (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  13.  Heinz Brauer: Handbuch Des Umweltschutzes Und Der Umweltschutztechnik: Band 1: Emissionen …. Springer DE, 1996, ISBN 3642591973, S. 475 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  14. Meteoriten ließen Edelmetalle auf die Erde regnen, Bericht im Spiegel online vom 8. September 2011.
  15. The tungsten isotopic composition of the Earth’s mantle before the terminal bombardment, Beitrag bei Nature vom 8. September 2011 (Englisch).
  16. GeoLexikon: toxische Metalle
  17.  Georg Schwedt: Taschenatlas der Umweltchemie. John Wiley & Sons, 1996, ISBN 352730872-5, S. 206 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  18.  Robert Guderian: Handbuch der Umweltveränderungen und Ökotoxikologie: Band 2B: Terrestrische …. Springer DE, 2001, ISBN 364256413-5, S. 103 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  19. Top Ten Threats 2013.pdf des Blacksmith Institutes
  20. a b c aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. mit Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  21. B. R. Stern, M. Solioz, D. Krewski, P. Aggett, T. C. Aw, S. Baker, K. Crump, M. Dourson, L. Haber, R. Hertzberg, C. Keen, B. Meek, L. Rudenko, R. Schoeny, W. Slob, T. Starr: Copper and human health: biochemistry, genetics, and strategies for modeling dose-response relationships. In: Journal of Toxicology and Environmental Health – Part B – Critical Reviews. Band 10, Nummer 3, 2007 Apr-May, S. 157–222, ISSN 1521-6950. doi:10.1080/10937400600755911. PMID 17454552. (Review).
  22. Kupfer und der Menschliche Körper. (Online)
  23. Umweltbundesamt: Daten zur Umwelt Trinkwasserqualität bei Endverbrauchern (Schwermetalle)
  24. Umweltbundesamt: Liste trinkwasserhygienisch geeignete metallene Werkstoffe (Entwurf) Trinkwasserhygienisch geeignete metallene Werkstoffe (PDF; 103 kB)
  25. Eurocopper: Gesundheitshygiene. (Online)
  26. Fukagawa M., Harman C. (2005): Is Lanthanum carbonate safer and more effective than calcium carbonate for hyperphosphatemia in dialysis patients?, Nat Clin Pract Nephrol, November 2005, 1(1):20-1
  27. Murphy KJ et.al., Adverse reactions to gadolinium contrast media: a review of 36 cases, in American Journal of Roentgenology, 167/1996, S.847–9.
  28. Thomsen HS et.al., Is there a causal relation between the administration of gadolinium-based contrast media and the development of nephrogenic systemic fibrosis (NSF)?, in Clinical Radiology, 61/2006, S.905–6.