Schwielowsee (Gemeinde)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Schwielowsee führt kein Wappen
Schwielowsee (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwielowsee hervorgehoben
52.31694444444412.92722222222240Koordinaten: 52° 19′ N, 12° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 58,15 km²
Einwohner: 10.054 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 173 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14548
Vorwahlen: 033209, 03327, 033205
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 590
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Potsdamer Platz 9
14548 Schwielowsee
Webpräsenz: www.schwielowsee.de
Bürgermeisterin: Kerstin Hoppe (CDU)
Lage der Gemeinde Schwielowsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Schwielowsee ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg). Sie entstand durch den Zusammenschluss der drei Gemeinden des früheren Amtes Schwielowsee.

Geografie[Bearbeiten]

Schwielowsee

Die Gemeinde liegt fünf Kilometer südwestlich von Potsdam am namensgebenden Schwielowsee an einem Havelknick. Die Ortsteile Geltow und Caputh sind über die Fähre Caputh miteinander verbunden. Im Osten grenzt die Gemeinde direkt an das Stadtgebiet Potsdams.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich laut Hauptsatzung[2] in drei Ortsteile (Einwohner am 31. Dezember 2008):

sowie den Wohnplätzen[3]: Alte Dorfstelle, Baumgartenbrück, Flottstelle, Franzensberg, Groß Wentorf, Kammerode, Kemnitzer Heide, Klein Wentorf, Mittelbusch, Neue Scheune, Ferch-Linewitz und Schmerberg

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der älteste Ortsteil ist Geltow. Er wurde im Jahr 993 erstmals urkundlich erwähnt. Im über 1000 Jahre alten Ortsteil Geltow wird schon seit dem 13. Jahrhundert Wein angebaut.

Amt Schwielowsee[Bearbeiten]

Im Zuge der Ämterbildung in Brandenburg erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg am 13. Oktober 1992 seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Schwielowsee. Als Zeitpunkt für das Zustandekommen des Amtes wurde der 20. Oktober 1992 bestimmt[4]. Die Zustimmung war befristet bis zum 20. Oktober 1994. Sitz des Amtes war in der Gemeinde Caputh. Zum Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes waren folgende Gemeinden im damaligen Kreis Potsdam zugeordnet:

  1. Caputh
  2. Ferch
  3. Geltow

Die Befristung wurde ab 12. September 1994 aufgehoben.[5] Die Gemeinde Schwielowsee entstand am 31. Dezember 2002 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Caputh, Ferch und Geltow.[6] Das Amt Schwielowsee wurde zum selben Zeitpunkt aufgelöst, die Gemeinde Schwielowsee amtsfrei.

Seit Juli 2001 befindet sich das Einsatzführungskommando der Bundeswehr im Wildpark-West nahe Geltow „Gemeinde Schwielowsee“ bei Potsdam. Es ist das Führungskommando für alle Auslandseinsätze der Bundeswehr, auch in Kombination mit anderen Nationen. Von hier werden die Einsätze der ISAF, EUFOR, KFOR, OEF Marine, UNIFIL und die deutsche Beteiligung an Missionen der UN auf operativer Ebene geführt.[7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die beiden folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bevölkerung von Schwielowsee in seinen heutigen Grenzen entwickelt hat und voraussichtlich entwickeln wird. Seit Ende des 19.Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung schneller als der Brandenburger Durchschnitt. Dies hängt mit dem industriellen Entwicklung Berlins und der Anbindung an die Eisenbahn zusammen. Da sich der Wohnungsbau der DDR seit Ende der 1960er auf die Hauptstadt, die Bezirksstädte und einige industrielle Zentren konzentrierte, ging die Bevölkerung des Gebiets zurück. Seit der Wende führt die Berlin-Nähe und die gute Verkehrsanbindung zu einem Wiederanstieg der Bevölkerung. Für die Zukunft bis 2030 sagen die Statistiker des Landesamtes eine Stagnation der Bevölkerung voraus, während die Bertelsmann-Stiftung mit einem weiteren Wachstum rechnet.

Schwielowsee:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
[8]
Jahr Einwohner
1875 2649
1890 3240
1925 5074
1933 5731
1939 6204
1946 7148
1950 7422
1964 6767
1971 6868
1981 6572
Jahr Einwohner
1985 6470
1989 6294
1990 6199
1991 6168
1992 6186
1993 6288
1994 6625
1995 6805
1996 6983
1997 7727
Jahr Einwohner
1998 8202
1999 8500
2000 8710
2001 9142
2002 9308
2003 9436
2004 9583
2005 9685
2006 9840
2007 9912
Jahr Einwohner
2008 10011
2009 10172
2010 10187
2011 9973
2011 10054

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[9].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Karl Hagemeister: Ansicht von Ferch um 1880
Fischerkirche in Ferch

In der Liste der Baudenkmale in Schwielowsee und in der Liste der Bodendenkmale in Schwielowsee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Schwielowsee ist Sitz der FSP, deren Ziel als Partner des TÜV Rheinland – anfangs nur in den neuen Bundesländern – die Sicherheitsüberprüfung und Begutachtung von Fahrzeugen und technischen Anlagen ist. In Geltow befindet sich die MAD-Dienststelle 81.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Bahnstrecke Jüterbog–Nauen. Es gibt Eisenbahnanschlüsse mit der Regionalbahn 22 zum Flughafen Berlin-Schönefeld und nach Potsdam sowie über Potsdam nach Berlin und Bad Belzig mit den Regional-Express-Linien 1 und 7. Des Weiteren fährt die Buslinie 607 von Potsdam Hauptbahnhof über Caputh nach Ferch. In den Sommermonaten wird die Buslinie über Ferch hinaus zum Bahnhof Werder/Havel verlängert.

Durch den Ortsteil Geltow führt die B 1. Die Gemeinde ist über die A 10, Anschlüsse Werder, Ferch, Glindow und Michendorf zu erreichen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Schwielowse vom 27. Oktober 2008 PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung - Gemeinde Schwielowsee
  4. Bildung des Amtes Schwielowsee. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 13. Oktober 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 84, 2. November 1992, S.1944.
  5. Aufhebung der Befristung von Ämtern. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 20. September 1994. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 5. Jahrgang, Nummer 71, 7. Oktober 1994, S.1446.
  6. Bildung einer neuen Gemeinde Schwielowsee. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern Vom 4. Februar 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 9, Potsdam, 27. Februar 2002, S.227 PDF
  7. Bundeswehr aktuelle Einsätze
  8. Gebietsstand 1. Januar 2013
  9. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  10. Ausstellung „Einsteins Sommer-Idyll in Caputh“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gemeinde Schwielowsee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien