Schwingungspaketsteuerung

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Funktionsprinzip
Schwingungspaketsteuerung
t_E: Einschaltdauer
t_0: Schwingungspaketdauer

Die Wellenpaketsteuerung bzw. Schwingungspaketsteuerung dient zur Leistungsregelung elektrischer Wechselspannungs-Verbraucher. Typische Anwendungen sind Elektrogebäudeheizungen.

Im Gegensatz zur Phasenanschnittsteuerung wird das Signal nur in den Nulldurchgängen geschaltet. Dadurch werden Strom- und Spannungs-Transienten und damit Oberwellen weitgehend vermieden.

Implementierungen[Bearbeiten]

Ganzwellensteuerung:
Es werden immer ganze Perioden der Netzfrequenz ein- oder ausgeschaltet. Dadurch treten unter keinen Umständen Gleichanteile in der Stromaufnahme auf.

Halbwellensteuerung:
Zur Erhöhung der Kontinuität der effektiven Spannung können auch Halbwellen geschaltet werden. Wenn Gleichstromanteile vermieden werden sollen, muss dafür gesorgt werden, dass negative und positive Halbwellen genauso häufig auftreten.

(Klassische) Steuerung mit fester Periodendauer:
Die Periodenlänge  P  ist konstant (z. B.  64). Je nach gewünschter effektiver Spannung sind davon  N  Perioden (z. B.  20) eingeschaltet und  P − N  Perioden (in diesem Beispiel  64 − 20 = 44) ausgeschaltet. Klassische Implementierung mittels Zählerbausteinen und Digital-Komparatoren.

Steuerung mit variabler Periodendauer:
Ziel ist die Ansteuerung mit einer Pulsfolge, die kaum niederfrequente Signalanteile enthält. Erreicht wird dies durch Verwendung von Delta-Sigma-Modulatoren zur Ansteuerung. Dadurch können bei 50 Hz/60 Hz-Einphasenwechselspannung Motoren ohne zusätzliche Vibrationen angesteuert werden, bei Drehstrom sind auch Beleuchtungsanlagen flimmerfrei ansteuerbar.

Steuerung mittels analoger Regelschaltungen:
Die Steuerung ist mittels Integratoren und Komparatoren möglich. Das Ausgangssignal wird gleichgerichtet und integriert. Diese Spannung wird mit einer Referenzspannung (die einstellbar ist) verglichen. Je nach Abweichung wird das Ausgangssignal ein- oder ausgeschaltet.

Steuerung mittels Mikrocontroller:
Die zunehmende Verfügbarkeit billiger Mikrocontroller ermöglicht die Steuerung per Software. Komfortfunktionen können ohne zusätzlichen Materialaufwand implementiert werden.

Vorteile[Bearbeiten]

Einschränkungen[Bearbeiten]

Bei 50 Hz/60 Hz Netzfrequenz kann bei Beleuchtungen unter Umständen Flicker wahrgenommen werden. Bei Antrieben kommt es durch eine Schwingungspaketsteuerung zwar zu einer höheren Drehmomentwelligkeit, was aber bei manchen Anwendungen - wie der Steuerung von Umwälzpumpen in thermischen Solaranlagen - tolerierbar ist.[1] Bei stark integrierenden Verbrauchern wie z.B. einem Heizstrahler kann man die Leistung mit beliebig hoher Auflösung steuern, bei Antrieben ist die Anzahl der nutzbaren Auflösungsschritte durch die auftretende Drehmomentwelligkeit eher gering (z.B. 25%, 33,3%, 50%, 66,7%, 75% und 100%).

Wirkungsweise[Bearbeiten]

Die Schwingungspaketsteuerung schaltet Schwingungspakete. Ein Schwingungspaket besteht aus einer Anzahl vollständiger Sinusschwingungen. Die Steuerung schaltet genau im Nulldurchgang der Spannung ein und schaltet ebenso im Nulldurchgang wieder aus. Durch das Verhältnis von Einschaltdauer T_{\rm e} zu Schwingungspaketdauer T_{\rm 0} ergibt sich der gewünschte Effekt der verminderten Leistungsaufnahme P_{\rm red} des nachgeschalteten Verbrauchers.

Berechnung der effektiven Leistung in Abhängigkeit vom Tastverhältnis:

P = P_{\rm N}\, {t_{\rm E} \over t_0}

Berechnung der effektiven Spannung in Abhängigkeit vom Tastverhältnis:

U = U_{\rm N}\, \sqrt {t_{\rm E} \over t_0}

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung des Pumpenherstellers Grundfos online und Beschreibung einer Solaranlagen-Steuerung von Resol online (PDF; 5,7 MB) (Beide abgerufen am 10. Mai 2010)