Schynige Platte-Bahn

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Schynige Platte-Bahn
Kreuzungsstation
Kreuzungsstation
Fahrplanfeld: 151
Streckenlänge: 7.26 km
Spurweite: 800 mm (Schmalspur)
Stromsystem: 1500 V =
Maximale Neigung: 250 
Minimaler Radius: 60 m
Zahnstangensystem: Riggenbach/Von Roll
Fahrplanfeld 314: Wilderswil–Schynige Platte
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0.00 Wilderswil 584 m ü.M.
Strecke – geradeaus
Anschluss an BOB
Bahnhof ohne Personenverkehr
1.84 Rotenegg 886 m ü.M.
Tunnel
Rotenegg 168 m
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Stollfluh 16 m
Bahnhof, Station
4.61 Breitlauenen 1542 m ü.M.
Tunnel
Grätli 157 m
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Stepfegg 31 m
Kopfbahnhof – Streckenende
7.26 Schynige Platte 1987 m ü.M.

Die Schynige Platte-Bahn (SPB) ist eine Zahnradbahn (System Riggenbach-Pauli & Von Roll (Tal)) im Berner Oberland in der Schweiz mit einer Spurweite von 800 mm. Sie führt auf einer 7 km langen Strecke von Wilderswil bei Interlaken auf die Schynige Platte, einen Berg, der eine schöne Aussicht auf Interlaken, den Brienzersee, Thunersee, sowie Eiger, Mönch und Jungfrau bietet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Konzession für die Bahn wurde 1890 erteilt, am 14. Juni 1893 wurde die Strecke eröffnet und 1914 elektrifiziert. Die Aktiengesellschaft Schynige Platte-Bahngesellschaft[1] verkaufte die Bahn bereits 1895 an die Berner Oberland-Bahnen (BOB), die Grundsatzbeschlüsse dazu wurden schon Ende 1894 gefällt (Beschlüsse der ausserordentlichen Generalversammlungen der SPB vom 5. Dezember 1894 und der BOB vom 22. Dezember 1894). 1914 wurde die Strecke elektrifiziert, die damals beschafften Loks sind heute noch im Planbetrieb. 1946 legten die BOB und die Betriebsgemeinschaft Jungfraubahn (JB) / Wengernalpbahn (WAB) ihre Direktionen zusammen, die Bahnen in der Jungfrau-Region werden seither gemeinsam verwaltet und betrieben. Die Verwaltungsgemeinschaft erhielt im Jahr 2000 als Jungfraubahnen Management AG ihre eigene Rechtspersönlichkeit, als gemeinsames Tochterunternehmen der Jungfraubahnen Holding und der BOB.

Im Sommer 2005 wurden mit einem Triebwagen und Steuerwagen der Wengernalpbahn Testfahrten durchgeführt. In der Nebensaison hätte mit dieser und weiteren baugleichen Kompositionen ein kostengünstiger Betrieb abgewickelt werden sollen. Jedoch hat sich herausgestellt, dass die Tunnelprofile hätten angepasst werden müssen. Ebenfalls war die konstant sehr steile Strecke eine grosse Belastung für den Triebwagen. Beim Hochwasser Ende August 2005 wurde der Triebwagen erheblich beschädigt und in Folge im Frühjahr 2006 nach Kaiseraugst überführt, wo er zusammen mit dem passenden Steuerwagen abgebrochen wurde.

Die Durchschnittssteigung der Bahn beträgt 19 % und ihre grösste Steigung 25 %. Der kleinste Kurvenradius beträgt 60 Meter.

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Grätlitunnel wurde 1982 saniert.[2]

Betrieb[Bearbeiten]

Da die Strecke nicht wintersicher ist und auf der Schynigen Platte kein Wintersport betrieben wird, ist die Bahn nur im Sommer in Betrieb. Im lawinengefährdeten oberen Streckenteil muss die Fahrleitung jedes Jahr im Herbst abgebaut und nach der Schneeräumung im Frühjahr wieder montiert werden. Die Züge brauchen bei der effektiv gefahrenen Geschwindigkeit von 9 bis 10 km/h annähernd 20 Minuten für die Fahrt zwischen den beiden Ausweichen. Möglich ist somit ein 40-Minuten-Takt. Diese kann bei schwachem Verkehr mit 3 Zugskompositionen gefahren werden. Bei schönem Wetter und guter Fernsicht fahren alle 10 verfügbaren Zugskompositionen (je 1 Lok und 2 Wagen), die in Gruppen von einer bis vier Zugskompositionen eingesetzt werden.

Fahrzeugpark[Bearbeiten]

Schynige Platte Bahn bei der Fahrt zur Schynige Platte
Lokomotiven
  • H 2/3 1 bis 6 (1891 bis 1894) No 5 noch im Betrieb
  • He 2/2 11 bis 14 (1914)
  • He 2/2 15 (1909), ex WAB He 2/2 55 (1963 an SPB, seit 1997 als Denkmal bei EBM in Münchenstein)
  • He 2/2 16 bis 18 (1910), ex WAB He 2/2 56 bis 58 (1963 an SPB,Nr.17 Abbruch 1997)
  • He 2/2 19 (1911), ex WAB He 2/2 59 (1963 an SPB)
  • He 2/2 20 (1911), ex WAB He 2/2 60 (1970 an SPB)
  • He 2/2 61 (1912), ex WAB He 2/2 61 (1970 an SPB als Nr. 21; 1982 an WAB als Nr. 61; 1992 an SPB als Nr. 61)
  • He 2/2 62 (1912), ex WAB He 2/2 62 (1991 an SPB)
  • He 2/2 63 (1912), ex WAB He 2/2 63
Personenwagen
  • B 1–6 (1893–94), offene Abteilwagen, Nr. 6 noch vorhanden
  • B 7" (1924), offener Abteilwagen
  • B 8 (1929), offener Abteilwagen
  • B 3" (1893, ex WAB 3), offener Abteilwagen
  • B 21 (1929), geschlossener Abteilwagen
  • B 22 (1931), geschlossener Abteilwagen
  • B 23 (1898, ex WAB 22), geschlossener Abteilwagen
  • B 24 (1901, ex WAB 24), geschlossener Abteilwagen
  • B 41–42 (1992–2002, Untergestelle 1893 ex B 2 und 4), geschlossene Abteilwagen, Stahlkasten
  • B 43–52 (1992–2002, Untergestelle 1899–1926 ex WAB), geschlossene Abteilwagen, Stahlkasten
Güter- und Dienstwagen
  • M° 61 (1891), offener Wagen
  • OM 71–72 (1893), kurze offene Wagen als Vorstellwagen vor Personenzüge
  • OC 81 (1963), Wassertankwagen
  • OM 91 (1894/1974 ex B 3')
  • X 101 (1894/1939 ex BF 7') Fahrleitungswagen mit Hebebühne
  • X 102 (1895/1974 ex B 10 ex WAB), Mannschaftswagen
  • X 103 (1925), Schneepflug
  • Uku 802 (1965, ex WAB), Kippwagen
  • X 1–2 (1893), Rollwagen

Literatur[Bearbeiten]

  • Hansruedi Brawand: Schynige Platte-Bahn; Die Bergstrecke der Berner Oberland-Bahnen. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 2003, ISBN 3-907579-26-7
  • Berner Oberland-Bahn (Hrsg.): Die einstigen Dampflokomotiven der Berner Oberland-Bahn. Ohne Verlag, Interlaken
  • Wolfgang Finke: Die Fahrzeuge der Jungfraubahnen 2. Ein Buch auf DVD, Verlag tram-tv, Köln 2010, ISBN 978-3-9813669-3-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schynige Platte-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe BOB Geschäftsbericht 1895 Datei:BOB1895GB.PDF, der Name erscheint dort einmal auch als Schynige Platte-Bahn-Gesellschaft
  2. EA 9/83 Seite 582