Science

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Dieser Artikel behandelt eine US-amerikanische Fachzeitschrift. Zum brasilianischen Musiker siehe Chico Science.
Science
Beschreibung Fachzeitschrift
Fachgebiet Naturwissenschaften
Sprache Englisch
Verlag AAAS (USA)
Erstausgabe 1880
Erscheinungsweise wöchentlich
Reichweite ca. 1 Mio. Leser
Chefredakteur Donald Kennedy
Herausgeber AAAS
Weblink http://www.sciencemag.org
ISSN 0036-8075

Science (englisch für Natur-, Sozial- und Formalwissenschaft) ist die Fachzeitschrift der American Association for the Advancement of Science (AAAS, engl. für Amerikanische Gesellschaft zur Förderung der Naturwissenschaften) und gilt neben Nature als die weltweit wichtigste ihrer Art. Die wöchentlich veröffentlichte Zeitschrift arbeitet nach dem Prinzip des Peer-Review und hat ungefähr 130.000 Abonnenten. Da zum einen unter diesen viele Institutionen wie Universitäten sind und die Zeitschrift andererseits auch über eine Online-Ausgabe verfügt, wird die tatsächliche Zahl der Leser auf etwa 1 Million geschätzt.

Profil[Bearbeiten]

Der Schwerpunkt des Magazins liegt auf der Veröffentlichung von wichtigen wissenschaftlichen Untersuchungen oder Berichten über solche, es finden sich jedoch in jeder Ausgabe auch Neuigkeiten oder Meinungen zu wissenschaftlichen Themen. Obwohl sich die meisten Wissenschaftsmagazine auf ein Fachgebiet beschränken, deckt Science, genauso wie der stärkste Konkurrent Nature, den gesamten Bereich der Naturwissenschaften ab. Der Schwerpunkt liegt bei Science jedoch auf der Biologie, besonders auf der Genetik und der Biotechnologie.

Obwohl Science von der American Association for the Advancement of Science herausgegeben wird, ist zur Publikation eine Mitgliedschaft nicht zwingend erforderlich. Es werden nur weniger als zehn Prozent der eingesandten Artikel zur Veröffentlichung ausgewählt, die dann vorher noch das sogenannte Peer Review durchlaufen und erst dann erscheinen.

Der Impact Factor lag im Jahr 2012 bei 31,027. Nach der Statistik des ISI Web of Knowledge wird das Journal mit diesem Impact Factor in der Kategorie multidisziplinäre Wissenschaften an zweiter Stelle von 56 Zeitschriften geführt.[1]

Die Redaktion hat ihren Sitz in Washington, D.C. (USA) und unterhält ein Büro in Cambridge (Großbritannien).

Geschichte[Bearbeiten]

Science wurde ursprünglich 1880 von dem Journalisten John Michaels gegründet. Zwar wurde es finanziell von Thomas Alva Edison und später auch von Alexander Graham Bell unterstützt, wurde aber aufgrund mangelnder Absatzzahlen schon 1882 wieder eingestellt. Ein Jahr darauf erstand der Entomologe Samuel Scudder das Magazin und berichtete erfolgreich über Treffen von bekannten amerikanischen Wissenschaftsgesellschaften, unter anderem auch der AAAS. Jedoch geriet auch er 1894 in finanzielle Probleme, und das Blatt wurde für 500 US-Dollar an den Psychologen James McKeen Cattell verkauft. Dieser konnte 1900 durch ein Abkommen mit dem Sekretär der AAAS, Leland Howard, Science zum offiziellen Magazin dieser Vereinigung machen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in dem Magazin bedeutende Erkenntnisse aus allen Forschungsgebieten der Naturwissenschaften veröffentlicht, zum Beispiel Artikel über die Genetik der Fruchtfliege von Thomas Hunt Morgan, Arbeiten zur Gravitation von Albert Einstein und Berichte über die Erforschung von Spiralnebeln durch Edwin Hubble.

Nach dem Tod Cattells 1944 wurde Science Eigentum der AAAS, in den folgenden Jahren fehlte jedoch eine beständige Redaktion bis Graham DuShane 1956 neuer Chefredakteur wurde. 1962 übernahm der Physiker Philip Hauge Abelson, der Mitentdecker des Neptuniums, diese Stelle und übte sie bis 1984 aus. Unter Abelson wurde die Effizienz des Peer Review verbessert, und die Publikationsmethoden wurden auf den neuesten Stand gebracht. Als wichtigste Veröffentlichungen dieser Zeit gelten Berichte zum Apollo-Programm und erste Studien zur Immunschwächekrankheit AIDS.

1985 übernahm der Biochemiker Daniel E. Koshland den Redaktionsvorsitz und gab ihn 1995 an den Neurologen Floyd Bloom ab. Dieser gab ihn wiederum im Jahr 2000 an den Biologen Donald Kennedy ab.

Ein Artikel über die neurotoxische Droge Ecstasy, der 2002 in Science veröffentlicht wurde, sorgte für Kontroversen, als er aufgrund vertauschter Laborproben 2003 widerrufen werden musste.

Von 1895 bis 1946 trug der Titel den Zusatz N.S. (new series). Zeitweise erschien Science auch unter dem Titel Science magazine. Zur Zeitschrift wurden zahlreiche Beilagen unterschiedlicher Art herausgegeben.

Die seit 1915 ebenfalls von der AAAS herausgegebene Zeitschrift scientific magazine, erschienen bei Scientific Press, New York, ging 1957 in Science auf.

2007 wurde die Zeitschrift gemeinsam mit Nature mit dem Prinz-von-Asturien-Preis ausgezeichnet.

Seit 1996 zeichnen sie einen Breakthrough of the Year aus.

Science-Online[Bearbeiten]

Seit 1990 gibt es eine Online-Ausgabe von Science.

Die einzelnen Ausgaben von Science werden außerdem dort seit Mitte 1996 online archiviert, sind aber nicht in vollem Umfang frei zugänglich. Grundsätzlich erhalten nur Mitglieder der AAAS Zugriff auf das komplette Archiv; normale Besucher können auf der Homepage nur das Inhaltsverzeichnis der jeweils aktuellen und der vergangenen Ausgaben einsehen. Es werden jedoch auch einige komplette Artikel veröffentlicht.

Wenn der Zugriff von der IP-Adresse eines registrierten Instituts erfolgt, werden alle Artikel freigeschaltet. Auch werden Beiträge, die älter als 5 bis 6 Jahre sind, über JSTOR und Artikel, die älter als 12 Monate sind, über ProQuest bereitgestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Science. American Association for the Advancement of Science. Washington DC 1.1880,1ff. ISSN 0036-8075
  • Science, teilw. Science magazine (Elektronische Ressource). Publ. by the American Association for the Advancement of Science with assistance of Stanford University's High Wire Press. Moses King, Cambridge Mass., JSTOR New York 1.1880,1ff. ISSN 1095-9203 (Online-Ausgabe)
  • Scientific monthly. American Association for the Advancement of Science. Science Press, New York 1.1915,1ff. ISSN 0096-3771

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 2012 Journal Citation Reports, Science Edition (Thomson Reuters, 2013).

Weblinks[Bearbeiten]