Scipione Caffarelli-Borghese

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Büste (1632) von Gian Lorenzo Bernini: Kardinal Scipione Borghese

Scipione Caffarelli Borghese (* 1. September 1577[1] in Artena in Italien; † 2. Oktober 1633 in Rom) war ein römisch-katholischer Kardinal sowie Erzbischof von Bologna 1610–1612 und Kardinalgroßpönitentiar 1610–1633, 1605–1621 Kardinalnepot von Papst Paul V. (der Funktion nach Kardinalstaatssekretär) und Mäzen, Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche[2] 1609–1618, 1611–1633 Kardinalprotektor für die Deutsche Nation, Bischof von Sabina 1629–1633.

Leben[Bearbeiten]

Galleria Borghese in Rom

Scipione wurde als Sohn von Francisco Caffarelli und Ortensia Borghese in Rom geboren. Nach der Wahl seines Onkels Camillo Borghese 1605 zum Papst Paul V., wurde Scipione Caffarelli vom neuen Papst adoptiert, was ihm den Namen Borghese verschaffte, und am 18. Juli 1605 zum Kardinal ernannt. Als Kardinalnepot und faktischer Leiter der Regierung des Vatikans war er ein typisches Beispiel des Nepotismus.

Scipione Borghese ist der Begründer der Villa Borghese und der Gemäldesammlung Galleria Borghese in Rom, eine der berühmtesten und wertvollsten privaten Gemäldesammlungen der Welt, die sich jetzt im Besitz des italienischen Staates befindet; auch ließ er u. a. von Carlo Maderno den späteren Palazzo Rospigliosi auf dem Gelände der Konstantinsthermen errichten. Scipione war unermüdlich als Bauherr und großzügiger Kunstmäzen tätig. Eine Reihe der Skulpturen von Gian Lorenzo Bernini entstanden in seinem Auftrag. Bernini schuf unter anderem zwei Marmorbüsten des Kardinals, die sich heute in der Galleria Borghese befinden. Scipione starb 1633 und ist in der Cappella Paolina in der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom begraben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Valerio Castronovo: Borghese Caffarelli, Scipione. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 12 (Bonfadini–Borrello), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1970 (italienisch).
  • Martin Faber: Scipione Borghese als Kardinalprotektor. Studien zur römischen Mikropolitik in der frühen Neuzeit (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte. Bd. 204). von Zabern, Mainz 2005, ISBN 3-8053-3402-8 (Zugleich: Freiburg (Breisgau), Universität, Dissertation, 2002), (Rezension von Sven Externbrink) (PDF-Datei; 60 kB).
  • Volker Reinhardt: Kardinal Scipione Borghese (1605–1633). Vermögen, Finanzen und sozialer Aufstieg eines Papstnepoten. Niemeyer, Tübingen 1984, ISBN 3-484-82058-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Torgil Magnuson: Rome in the age of Bernini. Almqvist & Wiksell International u. a., Stockholm 1982, S. 103.
  2. Wappen des Kardinals Scipione Borghese, des Bibliothekars der Heiligen Römischen Kirche (1609–1618). (Version vom 5. Mai 2011 im Internet Archive)
Vorgänger Amt Nachfolger
Alfonso Paleotti Erzbischof von Bologna
1610-1612
Alessandro Kardinal Ludovisi