Scoop
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Der Ausdruck Scoop (in der Schweiz: Primeur; allerdings wird man auch in der Schweiz bei diesem Wort eher an Wein denken!) bezeichnet in der Sprache der Medienschaffenden eine exklusive Meldung, die ein Medium früher als andere Medien verbreitet. Scoops sind dementsprechend das Ergebnis eigener Recherchen oder resultieren aus den Tipps von Informanten. Scoops steigern das Ansehen eines Mediums, da andere Medien - so sie denn die Nachricht ebenfalls verbreiten möchten - sich aufgrund der Exklusivität notgedrungen auf die zuerst veröffentlichte Meldung und das verbreitende Medium beziehen müssen. Auch innerhalb der Redaktion erhält ein Redakteur für einen von ihm recherchierten Scoop, der von vielen anderen Medien übernommen wird, Anerkennung. Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde für einen Scoop auch der Begriff "Solokarpfen" gebraucht, wie Egon Erwin Kisch in seinem Buch "Marktplatz der Sensationen" berichtet.
Die Jagd nach vermeintlichen Scoops ist einer der Gründe dafür, wenn Nachrichten so zugespitzt oder zum Teil erfunden werden, dass sie wie ein Scoop aussehen. In diesem Fall handelt es sich um eine Falschmeldung (eine sog. Ente).
Die Definition der Exklusivität eines Scoops kann jedoch hinterfragt werden. Eine Nachricht kann z.B. heute ein Scoop in Indien sein und erst zwei Jahre später in Europa. Von der Rezipientenseite her betrachtet, kann argumentiert werden, dass für den Medienkonsumenten im Grunde jede Nachricht ein Scoop ist, die für ihn persönlich eine Neuigkeit darstellt; d.h. "Scoop" ist keineswegs ein absoluter Status, sondern hängt immer vom jeweiligen Informationsstand des Empfängers ab.

