Scream-Queen

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Scream-Queen („Schreikönigin“) ist eine Bezeichnung für eine Schauspielerin, die durch Auftritte in Horrorfilmen als Opfer oder weibliche Protagonistin bekannt und auf das Rollenfach festgelegt wurde. Entsprechende Stereotypen sind auch in der Literatur zu finden.[1] Jamie Lee Curtis gehört zu den bekanntesten Vertreterinnen.[2]

Jamie Lee Curtis, eine bekannte Schreikönigin

Herkunft und Bedeutung[Bearbeiten]

Die attraktive, aber zugängliche[3] Scream Queen tritt typischerweise als Verfolgte Unschuld[4] im Horrorgenre auf. Lloyd Kaufman, Mitgründer der Troma Entertainment, bezeichnete die Rollen als vielfältig und anspruchsvoll.[4] Bereits in der Stummfilmzeit waren schreiende Frauen im Horrorfilm George Feltenstein von Warner Home Video ein wichtiges Element.[4]

Historie[Bearbeiten]

Der Begriff wurde 1933 durch Fay Wray populär, die in ihrer Hauptrolle in King Kong als „weiße Frau“ schreckliche Schreie auszustoßen hatte, sobald sie den Riesenaffen erblickte. In den ersten Jahrzehnten des Films war es üblich, dass die weibliche Hauptrolle nur zwei Möglichkeiten hatte, auf das Böse, oft in Gestalt eines Monsters, zu reagieren: Sie floh und wurde durch die Kulissen gehetzt – oder sie schrie. Häufig tat sie beides gleichzeitig.

Mit dem Aufkommen des Tonfilms wurden einige Schauspielerinnen vor ein Problem gestellt: Sie konnten nicht markerschütternd schreien, wie es ihre Rolle verlangte. So entstand in Hollywood kurzzeitig der Beruf der „Schreierin“. Sie schrie für die betreffende Schauspielerin – meist live im Studio, in späteren Jahren synchronisierte sie auch die Szene und unterstützte schreiunfähige Schauspielerinnen. Die entsprechenden Schreie wurden bereits in den 1930er Jahren technisch verstärkt und mit weiteren Geräuschen untermalt.[5]

Spätestens seit dem Horrorfilm Halloween – Die Nacht des Grauens wurde die Schauspielerin (in diesem Fall Jamie Lee Curtis), die einen erfolgreichen Auftritt als Scream-Queen absolviert hatte, so stark mit diesem Genre verbunden, dass sie die ersten Jahre danach nur noch Angebote für Filme dieser Kategorie erhielt.

Die Hoch-Zeit der Scream-Queens waren die 80er- und 90er-Jahre. Die Frau flüchtete bei Gefahr und schrie nach ihrem (männlichen) Beschützer. Viele Filme vor den Neunzigern verfuhren nach diesem Schema.

Das Gegenteil[Bearbeiten]

Mit dem Aufkommen der Emanzipation wandelte sich auch die Rolle der Frau in den Filmen sehr stark. So weigerte sich Gaylen Ross, während der Dreharbeiten zum Film Zombie die Regieanweisung, bei Gefahr zu schreien, zu befolgen, da sie die von ihr gespielte Figur Francine Parker als starke Frau darstellen wollte. Regisseur und Drehbuchautor George A. Romero griff dies im weiteren Verlauf der Dreharbeiten auf und baute die Rolle in diese Richtung weiter aus. Spätestens seit Aliens – Die Rückkehr von 1986 bewies Sigourney Weaver, dass ein Action-geladenes Spektakel keinen Mann als Hauptrolle benötigt und sich eine Frau selbst der tödlichsten Monster erwehren kann. James Cameron erweist aber den Scream-Queens in Gestalt des kleinen Mädchens Newt seine Ehrerbietung.

Scream-Queens[Bearbeiten]

„In The Ring und Mulholland Drive musste ich auch schon exzessiv schreien. Ich bin anscheinend ein Naturtalent. Als ich in Australien auf einem Junket (Interviewtag) für The Ring war, hat mich ein Filmteam gebeten, für deren TV-Show zu schreien. Also habe ich meinen Schrei auf dem Hotelbalkon demonstriert, und die Glastür ist geborsten. […] Schreien kann furchtbar anstrengend sein, ich habe beim Dreh einige Male meine Stimme verloren.“

– TV-Spielfilm 12/2005

Männliche Scream-Queen[Bearbeiten]

Bruce Campbell, Horrorfilm-Star, wurde des Öfteren als männliche Scream-Queen bezeichnet. Seine bekanntesten Filme, in denen er ungehemmt schrie, sind: Tanz der Teufel, Tanz der Teufel 2, Armee der Finsternis, Spaceshift – Waxwork 2, Maniac Cop.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neue Monster: Postmoderne Horrortexte und ihre Autorinnen. Julie Miess - 2010
  2. The Top 11 Scream Queens - Jamie Lee Curtis. UGO. Abgerufen am 20. Mai 2010.
  3. Debbie Rochon: The Legend of the Scream Queen. GC Magazine. Abgerufen am 26. Oktober 2007.
  4. a b c Thomas Arnold: Three screams for these stars, usatoday.com. 27. April 2007. Abgerufen am 26. Oktober 2007. 
  5. Sharon Macdonald, vergleiche Electrified Voices: Medial, Socio-Historical and Cultural Aspects of Voice von Dmitri Zakharine, Nils Meise

Weblinks[Bearbeiten]