Scuba Schools International

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Scuba Schools International
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Rechtsform GmbH
Gründung 1970
Sitz Schwarzenbruck, Deutschland
Produkte TauchausbildungVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.divessi.com

Scuba Schools International (SSI), ist eine weltweit operierende und zertifizierende kommerzielle Ausbildungsorganisation für Taucher. SSI gehört seit 1. Januar 2014 als eigene Marke zum Head-Konzern. SSI entwickelt Unterrichtskonzepte und Standards, sowie das Lehrmaterial für Taucher aller Ausbildungsstufen. Dieser gewerblich arbeitende Verband wurde genauso wie der derzeit weltweit größte Verband dieser Art, PADI, in den USA gegründet. SSI sieht sich selbst als die weltweite Nummer zwei der Tauchorganisationen, nach PADI.

Im Dezember 2013 gab Head bekannt, dass SSI übernommen wurde. Gleichzeitig wurde angekündigt, dass SSI und der ebenfalls zum Head-Konzern gehörende Tauchausrüstungshersteller Mares zukünftig gemeinsam am Markt auftreten werden.[1][2]

Scuba Schools International wurde im Jahre 1970 gegründet und verfolgt ein konsequente Expansionspolitik über ein dem Franchise-System ähnliches Konzept. Der Vertrieb seiner Ausbildungsunterlagen erfolgt über sogenannte Dive Center, d. h. Tauchbasen, -schulen, und -shops. SSI ist mit seinen über 2.600 autorisierten Händlern in 110 Ländern weltweit flächendeckend vertreten. SSI ist Gründungsmitglied des World Recreational Scuba Training Council (WRSTC) bzw. des United States RSTC und bietet seit 2012 Ausbildungen gemäß ISO 24801 und 24802[3] an. Alle SSI-Tauchzertifikate werden weltweit anerkannt und SSI erkennt grundsätzlich die Tauchscheine (Brevets) anderer Verbände an und ermöglicht somit die Fortsetzung der Ausbildung (z. B. als Tauchlehrer) unter seinen Richtlinien.

Der Hauptunterschied zu anderen Tauchausbildungsorganisationen besteht darin, dass SSI-Instructoren nur in SSI-Dive-Centern bzw. von einem von SSI freigegebenen Tauchclub o. ä. unterrichten dürfen. Dies soll die Einhaltung der Standards und eine qualitativ hochwertige Ausbildung sicherstellen. Für den Instructor bietet dies durchaus auch Vorteile. Diese reichen von kurzen und unbürokratischen Wegen (jedes Dive Center hat einen Monitor, der als direkter Ansprechpartner fungiert) bis hin zu niedrigeren Kosten, da die Berufshaftpflichtversicherung durch die Versicherung des Dive Centers (gilt nur innerhalb Deutschlands) gedeckt ist.

Ausbildungssystem[Bearbeiten]

SSI bietet die folgenden Tauchausbildungen und Zertifizierungen an:[4]

Vorbereitung zum selbstständigen Tauchen[Bearbeiten]

  1. Schnorcheln
  2. Try Scuba Pool (Schnuppertauchen Pool)
  3. Try Scuba Diving (Schnuppertauchen)
  4. Scuba Diver (Supervised Diver nach ISO 24801-1[5])

Inhaber dieser Stufen dürfen nur in Begleitung eines zertifizierten Dive Leaders tauchen.

Selbstständiges Tauchen[Bearbeiten]

Inhaber dieser Stufen dürfen ohne Begleitung eines Tauchlehrers tauchen. Selbständiges Tauchen bedeutet dabei nicht, dass der Grundsatz „Tauche nie allein“ (siehe Buddysystem) aufgehoben wird.

Ab dem Master Diver wird die Erfahrung der Taucher durch die Erfahrungsstufen anerkannt. Diese Erfahrungsstufen geben die Anzahl der absolvierten Tauchgänge wieder und benötigen keine zusätzliche Ausbildung.

Open Water Diver[Bearbeiten]

Der Basiskurs, in dem die Grundlagen des Tauchens mit Presslufttauchgerät erklärt werden, nennt sich Open Water Diver (Autonomous Diver nach ISO 24801-2[6]). Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen (16 bis 32 Stunden) und einem praktischen Teil (Schwimmbadausbildung und mind. 4 Freiwassertauchgänge).

Es gibt hier – wie bei allen anderen SSI-Kursen – hauptsächlich 2 Varianten:

  • Das Homestudy-System, d. h. der Schüler bekommt sein Lehrmaterial mit nach Hause und bereitet sich auf jede Stunde vor. Somit können die Vorträge des Tauchlehrers kurz gehalten werden und es wird wesentlich mehr Zeit für die Praxis verwendet
  • Das klassische Vortrags-System.

Advanced Adventurer[Bearbeiten]

Die SSI Advanced Adventurer-Brevetierung kann durch einen Kurs erreicht werden, in dem 5 Speciality-Kurse mit jeweils einem Tauchgang abgeschlossen werden.

Diese Zertifizierungsstufe wird im SSI System oft übersprungen, da sie nur bedingt eine Voraussetzung für weiterführende Kurse darstellt.

SSI selbst stuft diese Ausbildung als gleichwertig zur PADI Advanced Open Water Diver-Ausbildung an;[7] andere Quellen sehen sie eher äquivalent zur PADI Adventure Diver-Ausbildung.[8]

Specialty Diver[Bearbeiten]

Um als Specialty Diver zertifiziert zu werden, müssen mindestens 2 Specialty-Kurse absolviert werden und zusätzlich mindestens 12 Tauchgänge durchgeführt und im Logbuch eingetragen sein.

Folgende Specialty-Kurse werden zur Zeit von SSI angeboten:

  • Ausrüstung (Equipment Techniques)
  • Navigation (Navigation)
  • Nachttauchen (Night and limited visibility)
  • Eistauchen (Ice Diving)
  • Trockentauchen (Dry suit diving)
  • Tieftauchen (Deep Diving)
  • Bootstauchen (Boat Diving)
  • Unterwasserfotografie (Underwater Photography)
  • Digitale Unterwasserfotografie
  • Wracktauchen (Wreck Diving)
  • Tauchen mit Atemgasgemischen (Enriched Air Nitrox)
  • Stress und Rettungstauchen (Diver Stress & Rescue)
  • Suchen und Bergen (Search and Recovery)
  • Shark Diver
  • Perfekte Tarierung (Perfect Buoyancy)
  • Computertauchen (Computer Diving)
  • Strömung und Gezeiten (Wave, Tides & Currents)
  • Science of Diving

SSI-Basen können auch zusätzliche Specialty-Kurse anbieten (z. B. Bergsee- oder Rebreather-Kurse etc.); diese werden als sogenannte Unique-Specialties von SSI anerkannt und gelten somit auch für die weiteren Anerkennungsstufen im SSI-System.

Jeder Specialty-Kurs besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil (mindestens 2 Tauchgänge bei der Mehrzahl von Specialties, bei Stress & Rescue und Tieftauchen jedoch mindestens 3 Tauchgänge). Ist ein Taucher bereits als Advanced Adventurer zertifiziert und hat er dafür schon einen Tauchgang im gewünschten Spezialgebiet gemacht, kann dieser – nach Ermessen des Tauchlehrers – auf den Specialty-Kurs angerechnet werden.

Bei der Kombination von zwei oder mehreren Specialty-Kursen können Tauchgänge wie folgt zusammengelegt werden:

Zahl der kombinierten Specialties Mindestanzahl der Tauchgänge
2 3
3 4
4 5
5 7

Allerdings sind nicht alle Specialty-Kurse mit anderen kombinierbar (z. B. Tieftauchen).

Advanced Open Water Diver[Bearbeiten]

Um als SSI Advanced Open Water Diver zertifiziert zu werden, müssen mindestens 4 Specialty-Kurse absolviert und mindestens 24 Tauchgänge durchgeführt und im Logbuch eingetragen werden. SSI selbst stuft seinen AOWD höher ein als die gleichnamige Ausbildung von PADI.[7] In Gegensatz dazu sehen aber viele andere Anbieter die AOWD-Beverierungen von SSI und PADI als gleichwertig,[8] zumal der PADI-Kurs mehr Ausbildungsinhalt aufweist.

Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsorganisationen ist der AOWD bei SSI kein Kurs, sondern nur eine Erfahrungsstufe.

Master Diver[Bearbeiten]

Um als Master Diver zertifiziert zu werden, müssen mindestens 4 Specialty-Kurse und der Stress & Rescue-Kurs absolviert werden sowie zusätzlich mindestens 50 Tauchgänge durchgeführt und im Logbuch eingetragen werden. Der Master Diver ist die höchste Brevetierungsstufe des SSI-Sporttauchers. Danach ist eine weitere Ausbildung im professionellen Bereich möglich (Ausbildung zum Tauchlehrer), oder alternativ eine Spezialisierung zum Techdiver.

Erfahrungslevel für Taucher[Bearbeiten]

Diese weiteren Stufen sind Erfahrungslevel.

  • Century Diver → 100 im Logbuch eingetragene Tauchgänge
  • Gold 500 Diver → 500 im Logbuch eingetragene Tauchgänge
  • Platinum 1000 Diver → 1000 im Logbuch eingetragene Tauchgänge
  • Platinum 5000 Diver → 5000 im Logbuch eingetragene Tauchgänge

Tauchlehrer[Bearbeiten]

SSI bildet Tauchführer, Assistenten und Tauchlehrer in der folgenden Stufen aus:[9]

  1. Diveguide[10] (DG, Dive Leader nach ISO 24801-3[11][7])
  2. Divemaster[10] (DM)
  3. Dive Control Specialist[10] (DCS, Scuba Instructor at Level 1 nach ISO 24802-1[12][7])
  4. Specialty Instructor
  5. Open Water Instructor (OWI, Scuba Instructor at Level 2 nach ISO 24802-2[13][7])
  6. Advanced Open Water Instructor (AOWI)
  7. Dive Control Specialist Instructor (DiveCon Trainer/DCSI)
  8. Master Instructor (Anerkennungsstufe für Ausbildungserfahrung. Mindestvoraussetzung ist der Advanced Open Water Instructor)
  9. Instructor Trainer (IT)
  10. Instructor Certifier (IC)

Die weiteren Stufen sind Erfahrungslevel:

  • Century Instructor → mindestens 100 Erfahrungspunkte
  • Gold 500 Instructor → mindestens 500 Erfahrungspunkte
  • Platinum 1000 Instructor → mindestens 1000 Erfahrungspunkte
  • Platinum 5000 Instructor → mindestens 5000 Erfahrungspunkte

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MARES übernimmt SSI. In: Tauchen. 10. Dezember 2013, abgerufen am 12. Dezember 2013.
  2. SSI joins MARES. Head/Mares, 11. Dezember 2013, abgerufen am 12. Dezember 2013 (englisch).
  3. EUF Standards for Training Organisations/System. EUF, abgerufen am 17. Juli 2010.
  4. SSI Ausbildungssystem - Taucher. SSI International, abgerufen am 20. November 2012.
  5. Supervised Diver (ISO 24801-1). EUF, abgerufen am 20. November 2012.
  6. Autonomous Diver (ISO 24801-2). EUF, abgerufen am 20. November 2012.
  7. a b c d e SSI Äquivalenzen (PDF). SSI International, abgerufen am 20. November 2012 (PDF; 19 kB).
  8. a b Dive agency Crossovers BSAC, CMAS, SSI, NAUI & SAA to PADI, (englisch) James Brabyn, IDC Guide, Zugriff am 1. Oktober 2012
  9. SSI Ausbildungssystem – Dive Professional. SSI International, abgerufen am 19. November 2012.
  10. a b c Dive Professional werden, Cold Water Divers Schaffhausen, zugriff am 7. Februar 2012
  11. Dive Leader (ISO 24801-3). EUF, abgerufen am 20. November 2012.
  12. Scuba Instructor at Level 1 (ISO 24802-1). EUF, abgerufen am 20. November 2012.
  13. Scuba Instructor at Level 2 (ISO 24802-2). EUF, abgerufen am 20. November 2012.