Seán Lester

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Seán Lester (* 28. September 1888 in Carrickfergus, heute Nordirland; † 13. Juni 1959 in Galway, Republik Irland) war ein irischer Journalist, Politiker und Diplomat; von 1940 bis 1946 war er der letzte Generalsekretär des Völkerbundes.

Lester wuchs als protestantischer Ire in einem von Unionisten geprägten Umfeld in Belfast auf, dennoch entwickelte er sich früh zu einem glühenden irischen Nationalisten. Er wurde schon in sehr jungen Jahren Mitglied der Gaelic League und schrieb als Journalist für die irische Unabhängigkeitsbewegung.

Nach dem anglo-irischem Vertrag wurde Lester 1923 Direktor der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Amtes für Äußeres des irischen Freistaates.

1929 schickte die Regierung des Freistaates ihn als Gesandten zum Völkerbund nach Genf, ursprünglich sollte Lester nur kurz in Genf verweilen, er wurde dann jedoch zum ständigen Vertreter seiner Heimat bei Völkerbund bestimmt. Er machte als Stimme der Interessen von Minderheiten bei Verhandlungen und Entscheidungen des Völkerbundes von sich Reden, so dass die Wahl auf ihn fiel, als 1933 ein neuer Hochkommissar für die Freie Stadt Danzig ernannt werden musste.

Lester bezog klare Stellung gegen die Diskriminierung der Juden, deshalb wurde es immer schwerer für ihn sein Amt auszuüben, da er von den Vertretern des Deutschen Reichs, wie den Vertretern der NSDAP in Danzig boykottiert wurde. Er gab 1937 auf; er kehrte nach Genf zurück, jedoch nicht als Vertreter des Irlands, sondern als stellvertretender Generalsekretär des Bundes.

Nach dem deutschen Sieg über Frankreich im Sommer 1940 kam es zu einem relativ chaotischen Rücktritt des amtierenden französischen Generalsekretärs Joseph Avenol, dieser erklärte in einem Brief an die verbleibenen Mitglieder des Völkerbundes vom 20. August seinen formellen Rücktritt zum 31. August, erklärte gleichzeitig aber auch das Lester bereits seit Ende Juli faktisch den Völkerbund leitete, was Lester jedoch bestritt. Am 2. September 1940 wurde Lester schließlich zum geschäftsführenden Generalsekretär des Völkerbundes ernannt. (Barros S. 253ff.)[1]; er leitete die weitestgehend handlungsunfähige Organisation durch die restliche Zeit des zweiten Weltkrieges und organisierte nach dem Kriegsende bis 1946/47 die Übergabe der Überreste an die Vereinten Nationen.

Lester war verheiratet und hatte drei Töchter.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. James Barros: Betrayal from Within - Joseph Avenol, Secratary-General of the League of Nations, 1933-40; London 1969
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