Sean Avery

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KanadaKanada Sean Avery Eishockeyspieler
Sean Avery
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 10. April 1980
Geburtsort Pickering, Ontario, Kanada
Größe 175 cm
Gewicht 84 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Linker Flügel
Nummer #16
Schusshand Links
Spielerkarriere
1996–1999 Owen Sound Platers
1999–2000 Kingston Frontenacs
2000–2002 Cincinnati Mighty Ducks
2001–2003 Detroit Red Wings
2003–2004 Los Angeles Kings
2004 Pelicans Lahti
2005 Motor City Mechanics
2005–2007 Los Angeles Kings
2007–2008 New York Rangers
2008–2009 Dallas Stars
2009–2012 New York Rangers

Sean Avery (* 10. April 1980 in Pickering, Ontario) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeystürmer, der zwischen 2001 und 2012 für die Detroit Red Wings, Los Angeles Kings, Dallas Stars und die New York Rangers in der National Hockey League auf der Position des linken Flügelstürmers gespielt hat und während dieser Zeit als eine der berüchtigtsten „Pests“ des Eishockeys galt.

Karriere[Bearbeiten]

Sean Avery begann seine Karriere 1996 in der kanadischen Juniorenliga OHL bei den Owen Sound Platers, wo er zweieinhalb Jahre spielte. Danach spielte er in der OHL noch eineinhalb Jahre bei den Kingston Frontenacs. Da Avery nicht gedraftet wurde, unterschrieb er 1999 als Free Agent einen Vertrag bei den Detroit Red Wings. Im Herbst 2000 schloss er sich ihrem AHL-Farmteam, den Cincinnati Mighty Ducks, an.

2000/01 spielte er ausschließlich in der AHL und stach dort besonders durch sein körperlich hartes Spiel hervor. In 58 Spielen musste er insgesamt 304 Minuten auf der Strafbank verbringen. In der Saison 2001/02 kam er für die Red Wings 36 Mal zum Einsatz, die am Ende der Saison den Stanley Cup gewannen. Allerdings gehörte Avery in den Playoffs nicht zum Kader von Detroit. Nachdem er die Saison 2002/03 bei den Red Wings begonnen hatte, wurde er im März 2003 zu den Los Angeles Kings transferiert. Ab der sich anschließenden Saison hatte er einen festen Platz im NHL-Kader der Kings und führte die Liga mit 261 Strafminuten an. Außerdem konnte er mit 28 Punkten eine neue persönliche Bestleistung schaffen.

Sean Avery im Trikot der New York Rangers (2007).

Die NHL-Saison 2004/05 fiel wegen des Lockout aus, und Avery wechselte in die finnische SM-liiga zu den Pelicans Lahti, wo er aber nur zwei Spiele absolvierte, bei denen er drei Tore schoss und 26 Strafminuten kassierte. Er kehrte in die USA zurück und spielte den Rest der Saison in der United Hockey League für die Motor City Mechanics, wo zu diesem Zeitpunkt Stars wie Bryan Smolinski, Derian Hatcher, Chris Chelios und Kris Draper aktiv waren. In 16 Spielen holte Avery 26 Punkte und 149 Strafminuten. Außerdem erzielte er zwei Hattricks.

Indem sich Avery schon zuvor wenig Freunde gemacht hatte, weil er kein Blatt vor dem Mund nahm und Gegner auf dem Eis oft hart und nicht immer fair checkte, schlug er 2005/06 noch stärker über die Stränge. In einem Vorbereitungsspiel gegen die Phoenix Coyotes wurde Averys Teamkamerad Jeremy Roenick von Gegenspieler Denis Gauthier hart gecheckt, sodass Roenick eine Gehirnerschütterung davontrug. Avery äußerte sich danach negativ über Gauthier und die französischen Kanadier, wodurch er die franko-kanadischen Fans erboste. Wenig später soll Avery zudem in einem Spiel gegen die Edmonton Oilers den afrokanadischen Spieler Georges Laraque angeblich als „Affen“ bezeichnet haben. Im Laufe der Saison erhielt er außerdem eine Strafe in Höhe von 1.000 US-Dollar, da er in einem Spiel das Foul eines Gegenspielers vorgetäuscht hatte. Gegen Ende der Saison wurde er schließlich von den Los Angeles Kings suspendiert. Der Grund dafür soll eine Diskussion zwischen ihm und dem Assistenz-Trainer Mark Hardy gewesen sein, weil er sich weigerte, an einer Trainingsübung teilzunehmen. Dennoch war dies Averys erfolgreichste Saison mit 39 Punkten, und er führte mit 257 Strafminuten erneut die Liga an.

Im Sommer 2006 erhielt Avery einen neuen Ein-Jahres-Vertrag von den Los Angeles Kings, wurde aber im Februar 2007 zu den New York Rangers transferiert. In den letzten 29 Saisonspielen erzielte Avery noch acht Tore und bereitete zwölf Tore vor. Besonders in den Playoffs war er auf Grund seiner harten Spielweise für die Rangers ein wertvoller Spieler.

Im Sommer 2008 unterschrieb er schließlich einen Vierjahres-Vertrag über 15,5 Millionen US-Dollar bei den Dallas Stars. Am 2. Dezember 2008 wurde er wenige Stunden vor einem Spiel gegen die Calgary Flames suspendiert, nachdem er sich vor Vertretern der Presse abfällig über seine ehemalige Partnerin Elisha Cuthbert, die derzeitige Freundin von Gegenspieler Dion Phaneuf, geäußert hatte.[1] Der Teambesitzer der Stars, Tom Hicks, distanzierte sich daraufhin in einer Pressemitteilung von Avery und unterstützte die Entscheidung der Liga.[2] Auch aus Mannschaftskreisen kam scharfe Kritik, und einige Spieler äußerten sich gegenüber dem kanadischen Fernsehsender TSN dahingehend, dass Avery in der Mannschaft nicht mehr willkommen sei.[3] Bereits einen Monat zuvor hatte sich Mike Modano, langjähriges Mitglied der Dallas Stars, über das Verhalten Averys in der Öffentlichkeit wie auf der Eisfläche beschwert.[4] Zwei Tage nach der Suspendierung entschuldigte sich Avery öffentlich und musste sich am selben Tag vor der Ligaleitung zu dem Vorfall äußern.[5] Am 5. Dezember wurde er schließlich von der NHL für sechs Spiele gesperrt und ihm auferlegt, sich einer Aggressionsbewältigungs-Beratung zu unterziehen.[6] Eine endgültige Entscheidung über die weitere Verfahrensweise der Mannschaftsverantwortlichen gegenüber Avery wurde am 14. Dezember bekannt gegeben: Sie erklärten, dass er nicht mehr zur Mannschaft zurückkehren werde und weitere Schritte bezüglich Averys Zukunft noch abgeklärt werden müssten.[7]

Die „Sean-Avery-Regel“[Bearbeiten]

Avery nimmt Torhüter Martin Brodeur durch Gesti die Sicht; Anlass für die „Sean-Avery-Regel“.

In der ersten Play-off-Runde der Saison 2007/08 in der Serie zwischen den New York Rangers und den New Jersey Devils zeigte Avery erneut, warum er von vielen Gegenspielern in der NHL auch als „Pest“ bezeichnet wird. Am 13. April 2008 praktizierte er eine völlig neue Taktik, dem gegnerischen Torhüter die Sicht zu versperren. Bei einer 5-gegen-3 Überzahl für sein Team ignorierte er den laufenden Spielbetrieb völlig und fing an, seine Hände und seinen Stock vor dem Gesicht von Martin Brodeur hin- und herzubewegen, um diesem so die Sicht auf den Puck und das Spielgeschehen zu behindern. Dieses Vorgehen wurde zwar von vielen Experten als unsportlich bezeichnet, war zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht verboten, da er dabei genug Abstand vom Torhüter einhielt. Am Tag darauf erließ die NHL eine Änderung der „unsportsmanlike conduct“-Regel (unsportliches Verhalten), um solche Handhabungen, wie den von Avery ausgeführten, in Zukunft zu verhindern. Viele sprachen daher von der „Sean-Avery-Regel“.[8] Der Vorfall führte unter anderem dazu, dass Brodeur sich nach dem Seriengewinn durch die Rangers weigerte, Avery die Hand zu schütteln.

Abseits des Sports[Bearbeiten]

  • Sean Avery spielte im Film Maurice Richard, der die Geschichte des gleichnamigen Eishockeyspielers erzählt, eine kleine Nebenrolle. Er verkörperte Bob Dill.
  • Er war längere Zeit mit Rachel Hunter liiert, ehe die sich 2005 von ihm trennte. Danach war er längere Zeit mit Elisha Cuthbert zusammen.
  • Im April 2008 wurde bekannt, dass Avery im darauffolgenden Sommer eine Praktikantenstelle bei dem bekannten Modemagazin Vogue antreten würde. Damit übereinstimmend sind eigene Aussagen von ihm in Interviews, dass er nach seiner NHL-Karriere gerne weiterhin in der Modebranche arbeiten würde.[9] Ab dem 23. Juni 2008 editierte Avery als Gast auch Mensvogue.com, die Webseite der in den USA erscheinenden Men's Vogue.[10]

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten]

Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
1996–97 Owen Sound Attack OHL 58 10 21 31 86 4 1 0 1 4
1997–98 Owen Sound Attack OHL 47 13 41 54 105
1998–99 Owen Sound Attack OHL 28 22 23 45 70
Kingston Frontenacs OHL 33 14 25 39 88 5 2 2 4 26
1999–00 Kingston Frontenacs OHL 55 28 56 84 215 5 2 2 4 26
2000–01 Cincinnati Mighty Ducks AHL 58 8 15 23 304 4 1 0 1 19
2001–02 Cincinnati Mighty Ducks AHL 36 14 7 21 106
Detroit Red Wings NHL 36 2 2 4 68
2002–03 Grand Rapids Griffins AHL 15 6 6 12 82
Manchester Monarchs AHL 3 2 1 3 8
Detroit Red Wings NHL 39 5 6 11 120
Los Angeles Kings NHL 12 1 3 4 33
2003–04 Los Angeles Kings NHL 76 9 19 28 261
2004–05 Pelicans Lahti FNL 2 3 0 3 26
Motor City Mechanics UHL 16 15 11 26 149
2005–06 Los Angeles Kings NHL 75 15 24 39 257
2006–07 Los Angeles Kings NHL 55 10 18 28 116
New York Rangers NHL 29 8 12 20 58 10 1 4 5 27
2007–08 New York Rangers NHL 57 15 18 33 154 8 4 3 7 6
2008–09 Dallas Stars NHL 23 3 7 10 77
Hartford Wolf Pack AHL 8 2 1 3 8
New York Rangers NHL 18 5 7 12 34 6 0 2 2 24
2009–10 New York Rangers NHL 69 11 20 31 160
2010–11 New York Rangers NHL 76 3 21 24 174 4 0 1 1 12
2011–12 New York Rangers NHL 15 3 0 3 21
Connecticut Whale AHL 7 2 1 3 39
FNL gesamt 2 3 0 3 26
OHL gesamt 221 87 166 253 564 14 5 4 9 56
UHL gesamt 16 15 11 26 149
AHL gesamt 124 32 30 62 539 7 3 1 4 27
NHL gesamt 580 90 157 247 1533 28 5 10 15 69

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. tsn.ca, Stars face Flames minus suspended Avery
  2. stars.nhl.com, Stars Owner Supports Avery Suspension
  3. tsn.ca, Avery's teammates hope ‚indefinitely‘ means ‚forever‘
  4. eastvalleytribune.com, Modano calls Stars' loss to Bruins idiotic and stupid
  5. nhl.com, Avery apologizes for remarks
  6. nhl.com, Avery banned six games
  7. stars.nhl.com, Avery's Days Done With Stars
  8. sports.espn.go.com, NHL amends unsportsmanlike conduct rule in response to Avery's antics
  9. wwd.com, Memo Pad: And His Qualifications Are?... Eye Of The Beholder...
  10. mensvogue.com, In The Crease

Weblinks[Bearbeiten]