Sean O’Casey

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Sean O’Casey (1924)

Sean O’Casey (irisch Seán Ó Cathasaigh, [ˈʃaːn̪ˠoːˈkahəsˠiː]; geboren als John Casey, * 30. März 1880 in Dublin, Irland; † 18. September 1964 in Torquay, Vereinigtes Königreich) war ein irischer Dramatiker sowie politischer Aktivist des irischen Freiheitskampfes und des Sozialismus. Seine Darstellungen des Lebens der Armen in Dublin und seine Anti-Kriegs-Dramen machten ihn zu einem bekannten Dramatiker des 20. Jahrhunderts.

O’Casey wuchs in einer protestantischen kleinbürgerlichen Familie im Norden Dublins auf. Nach dem Tod des Vaters verarmte die Familie und O’Casey lernte das Leben in den "Slums" kennen. Seine politische Arbeit begann mit seinem Eintritt in die Gaelic League. Er erlernte die irische Sprache, spielte in der GAA Hurling und begann die Uillean Pipes, den irischen Dudelsack zu erlernen. Er trat auch in die Irish Republican Brotherhood ein. Er schloss sich der Gewerkschaft Irish Transport and General Workers' Union an, die James Larkin gegründet hatte, und wurde im März 1914 Generalsekretär der ebenfalls von Larkin gegründeten Irish Citizen Army, die er aber im Juli 1914 wieder verließ, begründet durch Auseinandersetzungen mit James Connolly. O’Casey stand dem Dubliner Osteraufstand 1916 sehr kritisch gegenüber. (Seine Sicht der Ereignisse verarbeitete er 1926 in dem Drama The Plough and the Stars.)

Danach begann O’Casey mit großem Erfolg, sozial- und gesellschaftskritische Theaterstücke zu schreiben. Von 1923 bis 1927 wurden sie ausnahmslos am Abbey Theatre aufgeführt.

Sein dort 1924 uraufgeführtes Werk Juno and the Paycock (dt. Juno und der Pfau) begründete 1925 seinen Ruhm in England und ist seitdem nicht mehr von den Bühnen der Welt verschwunden.[1]

Als 1927 jedoch O’Caseys Antikriegsstück The Silver Tassie von William Butler Yeats, dem Leiter des Theaters, abgelehnt wurde, wanderte er nach England aus.

Dort schrieb er weitere Theaterstücke, die jedoch, mit Ausnahme von Within the Gates, nie so bekannt wurden wie seine ersten Theaterstücke; seine 6-bändige Autobiografie wird heute jedoch als gleichrangig mit seinen Dramen rezipiert.

Werke[Bearbeiten]

  • The Harvest Festival (1918, nicht aufgeführt)
  • The Story of the Irish Citizen Army (1919, erschienen unter dem Pseudonym P. Ó Cathasaigh)
  • The Shadow of a Gunman (1923) (dt. Der Schatten eines Rebellen, Der Rebell, der keiner war)
  • Kathleen Listens in (1923) (dt. Kathleen hört zu)
  • Juno and the Paycock (1924) (dt. Juno und der Pfau)
  • Nannie's Night out (1924) (dt. 1973 Nannie geht aus)
  • The Plough and the Stars (1926) (dt. 1970 Der Pflug und die Sterne)
  • The Silver Tassie (1927) (dt. 1952 Der Preispokal)
  • Within the Gates (1934) (dt. Der Park)
  • The End of the Beginning (1937) (dt. 1999 Das Ende vom Anfang)
  • A Pound on Demand (~1930er) (dt. Ein Pfund abheben)
  • The Star Turns Red (1940) (dt. 1967 Der Stern wird rot)
  • Red Roses for Me (1942) (dt. 1948 Rote Rosen für mich)
  • Purple Dust (1940/1945) (dt. Purpurstaub. Eine abwegige Komödie in drei Akten)
  • Oak Leaves and Lavender (dt. Eichenlaub und Lavendel)
  • Cock-a-Doodle Dandy (1949) (dt. 1969 Kikeriki)
  • Hall of Healing (1951) (dt. 1965 Halle der Heilung)
  • Bedtime Story (1951) (dt. Gutenachtgeschichte)
  • The Bishop's Bonfire (1955) (dt. 1982 Das Freudenfeuer für den Bischof)
  • Behind The Green Curtains (1961) (dt. 1965 Hinter den grünen Vorhängen)
  • Figuro in the Night (dt. Figur in der Nacht)
  • The Moon Shines on Kylenamoe (dt. 1965 Der Mond scheint auf Kylenamoe)
  • Time to go (1954) (dt. 1960 Zeit zu gehen)
  • The Drums of Father Ned (1959) (dt. 1966 Pater Neds Trommeln)
  • 6-bändige Autobiografie:
    • I Knock at the Door (dt. Ich klopfe an)
    • Pictures in the Hallway (dt. Bilder in der Vorhalle)
    • Drums Under the Window (dt. Irische Trommeln, auch als Trommeln unter den Fenstern)
    • Inishfallen Fare Thee Well (dt. Irland, leb wohl!; im Hardcover Teil von Irische Trommeln)
    • Rose and Crown (dt. Rose und Krone)
    • Sunset and Evening Star (dt. Dämmerung und Abendstern)

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 1930: Juno and the Paycock - Regie: Alfred Hitchcock
  • 1936: Der Pflug und die Sterne (The Plough and the Stars)
  • 1963: Uspořená libra (A Pound on Demand) – Regie: Vladimír Svitáček, Ján Roháč (Fernsehfilm Tschechoslowakei)
  • 1964: Cassidy, der Rebell (Young Cassidy) - Mit: Rod Taylor; Regie: John Ford - nach O'Caseys Autobiografie
  • 1968: Pension für ledige Herren (Penzion pro svobodne pany) – nach dem Bühnenstück „Bedtime Story“
  • 1995: Shadow of a Gunman (Performance: Shadow of a Gunman) - Mit: Kenneth Branagh

Hörspiel-Bearbeitungen[Bearbeiten]

  • 1961: Der Rebell, der keiner war (DRS/SR, Regie: Werner Hausmann)
  • 1980: Juno und der Pfau (SDR)

Einzelnachweise

  1. Heinz Kosok:: Sean O’Casey, Juno and the Paycock. In: Hans Weber (Hrsg.): Dramen des 20. Jahrhunderts für den Englischunterricht der Sekundarstufe II - Interpretationen, Diesterweg Verlag Frankfurt a.M et. al. 1982, ISBN 3-425-04209-2, S. 8-24, hier S. 8.

Weblinks[Bearbeiten]