Seasons in the Sun

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Seasons in the Sun ist ein Song von Terry Jacks aus dem Jahr 1974. Er basiert auf dem Chanson Le Moribond („Der Sterbende“) des Belgiers Jacques Brel aus dem Jahr 1961 und erreichte in Jacks Version in vielen Ländern Platz eins der Charts. Das Stück handelt von einem sterbenden Mann, der letzte Grußworte an die Menschen sendet, die ihn auf seinem Lebensweg begleitet haben.

Entstehung[Bearbeiten]

Texter Rod McKuen übersetzte das Stück 1963 ins Englische, und zunächst nahm das Kingston Trio den Titel auf.[1] Das Stück verkaufte sich zwar nicht sehr gut und schaffte auch nicht den Sprung in die US-Charts, blieb dem kanadischen Sänger Terry Jacks jedoch im Gedächtnis.[2] Er änderte Teile der letzten Strophe und passte die Musik an die 1970er Jahre an. Ausgehend von Kanada wurde der Titel in Jacks Version zum Hit und erreichte Platz 1 der Hitparaden in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA, Großbritannien, Norwegen und Belgien.

Text[Bearbeiten]

Jacks machte das ursprüngliche Chanson von Brel sowohl in Text als auch in Interpretation deutlich weicher und teilweise sentimentaler. So verabschiedet sich im Original der Protagonist von seinem besten Freund Émile, dem Ortspfarrer, dem Liebhaber seiner Frau und schließlich von seiner untreuen Frau. Die Anspielungen auf die Untreue der Frau strich Jacks, als er den Text umschrieb. Die dritte Strophe richtet sich nun an eine „Michelle“ – offenbar die Freundin oder Frau des Sprechers–, der ein positiver Einfluss in seinem Leben zugeschrieben wird. Gleichzeitig wurden in die englische Version in die zweite Strophe, in der – anders als im Original – der Protagonist zu seinem Vater spricht, Anspielungen auf ein möglicherweise „verpfuschtes Leben“ eingebaut. Dadurch bekommt der Song einen moralisierenden Ton. Deutliche Unterschiede gibt es auch beim Refrain: Während im von Brel zackig gesungenen Original der Sprecher dazu aufruft, dass alle sich freuen und feiern sollen, wenn er „in die Grube“ kommt, ist der Ton von Jacks‘ Refrain eher nostalgisch-melancholisch.

Coverversionen[Bearbeiten]

Seasons in the Sun wurde mehrmals gecovert, unter anderem von den Mamas and Papas und Cat Stevens. Neuere Versionen stammen von Nirvana sowie blink-182, Black Box Recorder, Me First and the Gimme Gimmes und Sum 41, die aus dem Stück einen tanzbaren Ska-Song gemacht haben und Westlife, die es 1999 zusammen mit einer Version von I Have a Dream zum zweiten Mal zur Nummer eins und zu einem Weihnachtshit machten. Eine deutsche Adaption des Originals von Jacques Brel ist das Lied Adieu Emile von Klaus Hoffmann.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. US-Katalognummer Capitol 5166
  2. vergleiche: Joel Whitburn: Top Pop Singles 1955–1993; Menomonee Falls, Wisconsin: Record Research Ltd., 1994, S. 333

Weblinks[Bearbeiten]