Sebük Tigin

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Sebük Tigin (persisch ‏ابو منصور سبکتگین‎, mit vollem Namen Abū Manṣūr Sebük Tigin, auch Sebüktigin, Sabuktigin, Sabuktagin, Sabuktakin geschrieben; * um 942; † August 997), war ein türkischer Militärsklave im Dienste der Samaniden und später der eigentliche Gründer der Dynastie der Ghaznawiden.

Es ist nicht viel über sein Leben vor der Versklavung bekannt. Die meisten Informationen stammen aus seinem Testament namens Pandnāma. Sebük Tigin stammt aus dem Balqasch-Distrikt im Siebenstromland (heute Kasachstan). Nachdem er mit 12 Jahren versklavt wurde, kam er nach Transoxanien, wo er in der samanidischen Armee unter Alp Tigin, der selbst auch Militärsklave war, diente und aufstieg.

Alp Tigin lehnte sich später gegen seine Oberherren auf und eroberte sich im östlichen Teil des samanidischen Reiches ein Territorium. Von der Stadt Ghazna aus herrschte er nominell als Statthalter der Samaniden, war aber in Wirklichkeit unabhängig. Sebük Tigin wurde zum General erhoben und heiratete eine Tochter Alp Tigins. Nachdem Alp Tigin zwei weitere Gouverneure gefolgt waren, bestieg Sebük Tigin 977 den Thron, wobei auch er anfangs offiziell im Namen der Samaniden herrschte. Den Nachweis für Sebük Tigins Anerkennung der Oberherrschaft der Samaniden liefern die Prägungen auf seinen Münzen. Er half den Samaniden in den Jahren 992 und 995 gegen die Simdschuriden.[1] Sebük Tigin zog zunächst in einen "heiligen" Krieg gegen die Hinduschāhīs, deren König Djaypal (965-1001) er 979 und 988 besiegte. Damit hatte Sebük Tigin auch die Festungen an der indischen Grenze erobert.[1] Sebük Tigin nahm Djaypal gefangen, ließ ihn aber nach einer Tributzahlung wieder frei. Mit dem Niedergang des Samanidenreichs in Transoxanien gelang ihm 994 die Aneignung weiterer Gebiete, die ihm und seinem Sohn Mahmud nach einer Hilfeleistung für Manṣūr b. Nūh unterstellt wurden. Der samanidische Herrscher war von einer Revolte seiner Generäle bedroht worden. Als Belohnung für seine Hilfe erhielt Sebük Tigin Gebiete in Chorasan und die Titel Nāsir ud-Dīn (Held des Glaubens) und Saif ud-Dawla (Schwert des Staates). Das Reich umfasste nun auch Belutschistan, Ghor, Zabulistan und Baktrien. Die Samaniden gingen zwischen 999 und 1005 endgültig zugrunde, als die Karachaniden die samanidische Hauptstadt Buchara besetzten und sich mit den Ghaznawiden verständigten.

Sebük Tigin – ein außergewöhnlich mächtiger und ehrgeiziger Herrscher und überzeugter Sunnit – hatte das Fundament für eines der langlebigsten Reiche der Region gelegt. Sebük Tigin erkrankte in Balch und kehrte nach Ghazna zurück, wo er 997 starb. Nach seinem Tod wurde er von den Ghaznawiden als Amīr-i ʿādil (Gerechter Herrscher) bezeichnet. Ihm folgte sein Sohn Ismail nach, der aber kurze Zeit später von Mahmud gestürzt wurde. Mahmud baute auf dem Fundament seines Vaters auf und brachte das Reich zu seinem Höhepunkt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c B. Spuler in Encyclopaedia of Islam, Artikel GHAZNAWIDS

Quellen[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Herrscher der Ghaznawiden
977–997
Ismail