Sebalder Reichswald

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Sebalder Reichswald
Sebalder Reichswald (Deutschland)
DEC
Lage: Bayern, Deutschland
Besonderheit: Wald
Nächste Stadt: Nürnberg
Fläche: 10.000 ha
Gründung: ca. 800

49.58416666666711.030277777778Koordinaten: 49° 35′ 3″ N, 11° 1′ 49″ Oi3i6

Der Sebalder Reichswald ist der nördlich der Pegnitz gelegene Teil des Nürnberger Reichswaldes; südlich schließt sich der Lorenzer Reichswald an.

Er bedeckt eine Fläche von ca. 10.000 ha und erstreckt sich ca. 25 km breit auf der Achse Erlangen-Lauf, die nördliche Grenze bildet der Fluss Schwabach.

Der Name stammt von St. Sebald, der Hauptkirche des gleichnamigen und nördlich der Pegnitz gelegenen Nürnberger Stadtteils.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Um ungefähr 720 wurde der Reichswald mit dem fränkischen Königsbann belegt. Durch Übernutzung und folgender Aufforstung wandelte sich der ursprüngliche Kiefern-Birken-Eichen-Mischwald zu einem Kiefernwald.

Das Bannwalddenkmal

Der Sebalder Reichswald wurde 1024 von Kaiser Heinrich II. dem Hochstift Bamberg übertragen; Kaiser Heinrich III. schlug es wieder dem Reichsgut um Nürnberg zu. Der Wald wurde als Reichslehen von einem Forstmeister verwaltet, seit 1273 waren damit die Burggrafen von Nürnberg belehnt und gliederten ihn ihrem Amt Heroldsberg an. 1385 wurde der Wald der Reichsstadt Nürnberg verpfändet [1].

1427 verkaufte der Burggraf Friedrich IV. den Wald an die Stadt Nürnberg, behielt sich jedoch einige Rechte vor (die Anlaß zu vielen Streitereien in den folgenden Jahrhunderten waren). 1489 wurde die Verwaltung von Lorenzer und Sebalder Reichswald durch Waldämter vereinheitlicht. Die ca. 11.500 ha wurden ursprünglich in 6, ab dem 15. Jahrhundert in 10 Waldhuten aufgeteilt [2].

1810 kam der Wald zusammen mit Nürnberg an das Königreich Bayern. Durch Übernutzung war er wieder einmal in einem beklagenswerten Zustand. Die Kiefern-Monokulturen wurden 1896 durch den Kiefernspanner zu einem großen Teil vernichtet. Ein Drittel der Gesamtfläche musste abgeholzt werden. In den Folgejahren wurde er wieder großflächig mit Kiefern aufgeforstet. Das charakteristische Aussehen des Kiefernwaldes hat ihm den Namen „Steckerlaswald“ eingetragen.

Der „Steckerlaswald“

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg gingen große Flächen für militärische Einrichtungen (Munitionslager, Übungsgebiete, Schießplätze) verloren. In den 30er Jahren wurden Teilabschnitte der Autobahn Regensburg-Frankfurt (heute A3) durch den Wald gebaut, nach dem 2. Weltkrieg fertiggestellt und ausgebaut. Das einzige weitere Großprojekt war die Errichtung des Flughafens (Eröffnung 1955). Darüber hinaus hatte der Sebalder Reichswald - im Gegensatz zum Lorenzer - nur geringe Flächenverluste zu verzeichnen.

Mit dem Aufkommen des Umweltschutzgedankens Anfang der 1970er-Jahre wurden seine ökologische Funktion sowie die Nutzung als Naherholungsgebiet wichtiger. Am 1. August 1979 wurde der Sebalder Reichswald daher als erster Wald Bayerns zum Bannwald erklärt und unter Schutz gestellt.

[Bearbeiten] Geographie

Weißensee im Erlenstegener Forst

Zum Sebalder Reichswald gehören die Forste Tennenloher Forst, Buckenhofer Forst, Dormitzer Forst, Kalchreuther Forst, Neunhofer Forst und Kraftshofer Forst, Erlenstegener Forst, Behringersdorfer Forst und der Laufamholzer Forst. Im Erlenstegener Forst, direkt an der Autobahn, liegt der Weißensee, den Albrecht Dürer in Aquarelltechnik malte.

Nur an wenigen Stellen überschreitet der Wald die 400-m-Höhenmarke (z. B. Mistelberg (418 m) bei Kalchreuth, welches selbst 413 m hoch liegt; Schmalzberg (406 m), heute im Ortsteil Ludwigshöhe der Gemeinde Rückersdorf gelegen).

Der Boden ist meist sandig und regelmäßig mit Kiefern bepflanzt; bisweilen sind Birken oder auch Erlen eingemischt. Außerdem ist er zumeist von Heidel- oder Preiselbeersträuchern bewachsen. Der Sebalder Reichswald ist damit ein wichtiger Bestandteil der Sandachse Franken.

Einige Gebiete, insbesondere der Erlenstegener Forst, sind von zahlreichen Entwässerungsgräben durchzogen. Trotzdem sind die flacheren Teile des Reichswaldes im Frühling meist sehr sumpfig.

[Bearbeiten] Denkmäler und Gedenksteine

Die Hasensteinsäule

In dem Wald befinden sich eine ganze Reihe von Denkmälern, Gedenksteinen, Brunnen, Quellen und andere Besonderheiten. Darunter fallen u. a.:

  • Das Bannwalddenkkmal im Dormitzer Forst, welches an die Erklärung des Sebalder Reichswaldes zum Bannwald erinnert.
  • Der Fuchsstein im Buckenhofer Forst, der 1976 aufgestellt wurde und an das Vorkommen der Füchse im Wald erinnert.
  • Die Hasensteinsäule zeigt einen Hasen mit fünf Läufen.
  • Der Gesundbrunnen zwischen Buckenhof und Uttenreuth wurde bereits im 18. Jahrhundert aufgrund seines kohlensäurehaltigen Wassers geschätzt. Heute fließt aus ihm jedoch kaum noch Wasser.
  • Der Steinbruch Ohrwaschel im Tennenloher Forst
  • Die Albrecht-Dürer-Quelle am Waldrand bei Kalchreuth, die der berühmte Maler in dem Bild Quelle im Wald mit Antonius und Paulus verewigte.
  • Der sieben Meter hohe Franz-Köhl-Turm in der Nähe des Gründlacher Berges, der zum Beobachten von Schießübungen 1936 errichtet wurde.

[Bearbeiten] Bildungs- und Freizeiteinrichtungen

Das Wildschweingehege im Buckenhofer Forst

[Bearbeiten] Quellen

  • Forstamt Erlangen: Gedenksteine, Quellen und andere Besonderheiten im Sebalder Reichswald, 2004, ISBN 3-00-014252-5
  1. Dr. W. Bauernfeind: Sebalder Reichswald, in: M. Diefenbacher; R. Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg, W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, S. 968
  2. Dr. W. Bauernfeind: Sebalder Reichswald, in: M. Diefenbacher; R. Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg, W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, S. 968

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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