Sebastian Boenisch

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Sebastian Boenisch

Sebastian Boenisch im Jahre 2010

Spielerinformationen
Geburtstag 1. Februar 1987
Geburtsort GliwicePolen
Größe 191 cm
Position Außenverteidigung
Vereine in der Jugend
1992–2000
2000–2001
2001–2003
2003–2006
SSVg 09/12 Heiligenhaus
Borussia Velbert
Rot-Weiß Oberhausen
FC Schalke 04
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2005–2007
2006–2007
2007–2012
2011–2012
2012–
2012
FC Schalke 04 II
FC Schalke 04
Werder Bremen
Werder Bremen II
Bayer 04 Leverkusen
Bayer 04 Leverkusen II
14 (0)
9 (0)
55 (1)
3 (1)
40 (2)
1 (0)
Nationalmannschaft2
2006–2007
2007–2009
2010–
Deutschland U-20
Deutschland U-21
Polen
4 (0)
13 (0)
14 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2013/14
2 Stand: 12. November 2013

Sebastian Boenisch (* 1. Februar 1987 in Gliwice als Sebastian Pniowski) ist ein polnischer Fußballspieler, der auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Seit der Saison 2012/13 steht er bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag.

Seit 2010 ist Boenisch in der polnischen Nationalmannschaft aktiv. Zuvor war er für mehrere deutsche Juniorennationalmannschaften angetreten und wurde 2009 mit der deutschen U-21-Nationalmannschaft U-21-Europameister. Mit der polnischen Auswahl nahm er an der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine teil.

Biografie[Bearbeiten]

Kindheit, Jugend und Anfänge[Bearbeiten]

Boenisch während einer Trainingseinheit bei Werder Bremen (2010)

Boenisch wurde 1987 im polnischen Gliwice als Sebastian Pniowski geboren. Wegen der deutschen Herkunft seiner Urgroßmutter[1] kam Sebastian 1988 mit seiner Familie zuerst nach Dortmund und wuchs anschließend in Heiligenhaus im Niederbergischen Land in der Nähe von Essen auf. In Deutschland nahm die Familie den Namen Boenisch an,[2] weil seinem Vater seitens der Behörde zu verstehen gegeben wurde, dass er unter dem Namen Pniowski keine Anstellung erhalten werde.[3] Boenisch gelangte über die Stationen SSVg Heiligenhaus, Borussia Velbert und Rot-Weiß Oberhausen zum FC Schalke 04.

Profidebüt bei Schalke 04 und fünf Jahre in Bremen[Bearbeiten]

Für die Schalke gab er – noch als A-Jugendspieler – beim 7:4-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen am 11. Februar 2006 sein Bundesligadebüt. Fünf Tage später wurde er beim 2:1-Sieg über Espanyol Barcelona erstmals im UEFA-Cup eingesetzt.

Im Team der A-Junioren des FC Schalke 04 war Boenisch mit elf Toren drittbester Torschütze der Saison 2005/06 und trug als einer der Leistungsträger zum Gewinn der Deutschen A-Juniorenmeisterschaft bei. Im Finale am 4. Juni 2006 steuerte er per Foulelfmeter das zweite Tor zum 2:1-Sieg gegen den FC Bayern München bei. Bereits 2005 hatte er mit Schalke den DFB-Junioren-Pokalsieg gewonnen.

Im Mai 2007 verlängerte Schalke seinen Vertrag bis 2010. Boenisch war jedoch unzufrieden, da er zu Beginn der Saison 2007/08 nicht zum 18er-Kader gehörte. Noch im August 2007 wechselte Boenisch daher zu Werder Bremen, wo er einen Vertrag bis 2011 erhielt.[4] Nach zwei Kurzauftritten fiel er zwar verletzungsbedingt für den Rest der Hinrunde aus, kam in der Rückrunde jedoch zu regelmäßigen Einsätzen. In der Saison 2008/09 erreichte er mit dem SV Werder das Endspiel im UEFA-Cup und im DFB-Pokal. Während das Endspiel im UEFA-Cup mit 1:2 n.V. gegen Schachtjor Donezk verloren wurde – Boenisch hatte durchgespielt – wurde das Endspiel im DFB-Pokal mit einem 1:0 gegen Bayer 04 Leverkusen gewonnen. Nachdem er in der Saison 2010/11 verletzungsbedingt nur ein Spiel bestritten hatte, gab er am 24. März 2012 (27. Spieltag der Saison 2011/12) nach über einem Jahr sein Comeback beim 1:1 im Heimspiel gegen den FC Augsburg, als er in der 78. Minute für Tom Trybull eingewechselt wurde.[5]

Bayer 04 Leverkusen[Bearbeiten]

Nachdem sein Vertrag bei Werder Bremen nicht verlängert worden war, war Boenisch vor der Saison 2012/13 zunächst ohne Verein. Am 4. November 2012 unterschrieb er bei Bayer 04 Leverkusen einen bis zum Ende der Spielzeit 2012/13 gültigen Vertrag.[6] Sein erstes Tor erzielte Boenisch am 19. Januar 2013 zum 1:0 beim 3:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Anfang Februar 2013 verlängerte er seinen Vertrag bis Ende Juni 2016.[7]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Boenisch (Nr. 2) neben seinen Mannschaftskollegen bei der EM 2012

Sebastian Boenisch wurde im Februar 2006 vom polnischen Fußballverband zu einem Lehrgang der polnischen U-19-Nationalmannschaft eingeladen.[8] Jedoch nahm er diese Einladung nicht wahr und entschied sich anschließend, für Deutschland zu spielen. Am 14. November 2006 debütierte Sebastian Boenisch für die U-20-Nationalmannschaft Deutschlands bei einem 4:1-Sieg gegen Österreich.[9] In der Folgezeit bestritt Boenisch mehrere Spiele für die U-20- und U-21-Auswahl Deutschlands.

Noch kurz vor seinen 21. Geburtstag − dem maßgeblichen Stichtag, bis zu dem seinerzeit ein Spieler mit mehreren Staatsbürgerschaften den Nationalverband wechseln konnte − zeigte sich Boenisch unentschlossen und überlegte, doch noch für Polen zu spielen, da er hoffte, für die anstehende Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz nominiert zu werden. Als die Nominierung ausblieb, entschied er sich schließlich dafür, weiterhin für die U-Nationalmannschaften Deutschlands zu spielen.[10] Daraufhin wurde Boenisch im Sommer 2009 von damaligen Bundestrainer Horst Hrubesch ins Aufgebot für die U-21-Europameisterschaft 2009 in Schweden berufen, wo er mit der deutschen U-21-Auswahl den Titel gewann. Nachdem Boenisch in der ersten Halbzeit des Auftaktspiels der deutschen U-21-Nationalmannschaft gegen Spanien wegen einer Bänderüberdehnung ausgewechselt wurde[11] war er beim 1:0-Sieg gegen Italien im Halbfinale und dem 4:0-Sieg im Endspiel gegen England über die volle Spieldistanz für Deutschland im Einsatz.

In der Zwischenzeit hatte die FIFA die Altersbeschränkung für einen Wechsel des Nationalverbandes abgeschafft.[12] Aufgrund besserer Perspektiven entschied sich Boenisch, in Zukunft für Polen zu spielen. Am 20. August 2010 wurde er erstmals in den Kader der A-Nationalmannschaft Polens berufen.[13] Sein A-Länderspieldebüt für Polen gab er am 4. September 2010 in einem Freundschaftsspiel gegen die Ukraine.[14]

Im Mai 2012 wurde Sebastian Boenisch in den polnischen Kader für die Europameisterschaft 2012 im eigenen Land berufen.[15] Im Eröffnungsspiel des Turniers gab Boenisch am 8. Juni 2012 in der Startaufstellung gegen Griechenland sein Pflichtländerspieldebüt für Polen, womit ein weiterer Verbandswechsel unmöglich wurde. Er spielte in allen drei Vorrundenspielen Polens in der Gruppe A der EM 2012 über die volle Spieldistanz und schied dort mit dem Gastgeber als Gruppenletzter aus.

Erfolge[Bearbeiten]

Privates[Bearbeiten]

Boenisch ist seit 2009 mit dem österreichischen Model Tatjana Batinic liiert, die 2006 Miss Austria war. Nach der Verlobung im Jahr 2011 folgte im Juni 2013 die Hochzeit.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sebastian Boenisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Burzliwe dzieje niemieckich przodków Polaków. wp.pl (poln.)
  2. [1] (poln.)
  3. Lars Werner: Sebastian Boenisch: Als Kind hieß ich Pniowski. In: Express.de. 16. Juli 2013, abgerufen am 28. September 2013.
  4. werder.de: Werder verpflichtet Sebastian Boenisch bis 2011. gesichtet am 6. September 2010
  5. Boenisch kehrt in den Spielbetrieb zurück
  6. Bayer 04 verpflichtet Sebastian Boenisch auf bayer04.de, 4. November 2012
  7. bayer04.de: Sebastian Boenisch verlängert bis 2016, 4. Februar 2013, abgerufen am 4. Februar 2013
  8. http://www.pzpn.pl/reprez_jun.php?inf=7235 (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  9. DFB: U 20-Nationalmannschaft: DFB-Auswahl gewinnt 4:1 gegen Österreich 14. November 2006
  10. kicker.de: Boenisch weiter für den DFB. gesichtet am 2. März 2008
  11. DFB: Sebastian Boenisch: Vom Pechvogel zum Hoffnungsträger 26. Juni 2009
  12. kicker.de: Boenisch kann noch für Polen spielen. gesichtet am 10. Juni 2009
  13. focus.de: Boenisch wie erwartet in Polens Aufgebot. gesichtet am 4. September 2010
  14. kicker.de: Boenisch feiert Debüt für Polen. gesichtet am 6. September 2010
  15. Polnischer Fußballverband: Squad for UEFA Euro 2012 27. Mai 2012