Sebastiano Caboto

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Sebastian Caboto

Sebastiano Caboto, auch unter den Namen Sebastian Cabot (engl.) und Sebastián Gaboto (span.) bekannt) (* 1472 in Venedig; † 1557 in London) war ein venezianischer Entdecker zunächst in spanischen, später in englischen Diensten.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Sebastianos Vater Giovanni Caboto heiratete 1482 die Venezianerin Mattea, mit der er drei Söhne hatte. Sie hießen Ludovico, Sebastiano und Sancio. Ende 1484 waren die ersten beiden bereits geboren.

Sebastiano bereiste mit seinem Vater die Küste von Nordamerika, sie entdeckten dabei gemeinsam wahrscheinlich Labrador und St. John’s. Nach dem Tode des Vaters 1498 unternahm er noch eine weitere Fahrt im Jahr 1503. Sebastiano wurde bald die Entdeckung zugeschrieben, und er widersprach dieser Vermutung bis zu seinem Tod nicht. Die Londoner Chronik weiß schon nur noch von einem Venezianer als Flottenführer, und John Stow identifiziert mit Giovanni bereits 1580 dessen Sohn. Dieser Irrtum hielt sich bis ins zweite Viertel des 19. Jahrhunderts.[1]


1507 versuchte er im Auftrag von Heinrich VII. die Nordwestpassage zu finden. Er erreichte Cornelius van Wytfielt zu Folge als erster Seefahrer dabei den 67. Breitengrad - wurde dann aber vom Packeis zu einem Südkurs gezwungen. Dabei entdeckte er die Landschaft Baccalaos die nördlich von Estotiland (an der nördlichen Hudson Bay befindlich) gelegen ist. [2]


1512 trat Sebastian in spanische Dienste, 1516 in englische Dienste. 1517 führte er ein Geschwader nach Labrador, wo er durch die Feigheit seines Unterbefehlshabers Thomas Pert zur Rückkehr gezwungen wurde. Er trat dann abermals in spanische Dienste und sollte ein Geschwader nach den Molukken führen, kam jedoch nur bis ins heutige Argentinien, weshalb er nach seiner Rückkehr für zwei Jahre nach Oran verbannt wurde. Auf der Fahrt gründete er mit Sancti Spiritu die erste spanische Siedlung auf dem heutigen Territorium des Landes.

1544 fertigte er seine berühmte Weltkarte an. 1547 floh er aus Spanien und wurde in England Oberaufseher des Seewesens unter dem englischen König Eduard VI. In dieser Funktion sorgte er 1555 für die Öffnung des Handelsweges zwischen England und Russland, als er eine Expedition der Merchant Adventurers losschickte, die schließlich im Hafen Archangelsk anlangte.

Literatur [Bearbeiten]

  • Piero Falchetta: Carte geografiche e cartografi a Venezia al tempo di Giovanni Caboto, Vortrag vor der International Conference "Attraversare l'oceano - Crossing the Ocean", Toronto, 1997, engl.: Maps and Mapmakers in Venice in Cabot's Time, Bd. Attraversare gli oceani. Da Giovanni Caboto al Canada multiculturale, Hrsg. Rosella Mamoli Zorzi, Venedig 1999, 73-82.
  • José de Acosta: Das Gold des Kondors. Berichte aus der Neuen Welt 1590 und Atlas zur Geschichte ihrer Entdeckung. Herausgegeben und übertragen von Rudolf Kroboth und Peter H. Meurer. Edition Erdmann in K. Thienemanns Verlag, Stuttgart u. a. 1991, ISBN 3-522-60750-3 (Originalausgabe: America, Oder wie mans zu Teutsch nennet Die Neuwe Welt/ oder West India. Von Herrn Josepho De Acosta in Sieben Büchern/ eins theils in Lateinischer/ und eins theils in Hispanischer Sprach/ Beschrieben. Sutorius, Ursel 1605. Nach dem Exemplar der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Berlin.

Weblinks [Bearbeiten]

Anmerkungen [Bearbeiten]

  1. Hans-Jürgen Hübner: Giovanni Caboto oder John Cabot.
  2. José de Acosta: Das Gold des Kondors. Berichte aus der Neuen Welt 1590 und Atlas zur Geschichte ihrer Entdeckung. Herausgegeben und übertragen von Rudolf Kroboth und Peter H. Meurer. Edition Erdmann in K. Thienemanns Verlag, Stuttgart u. a. 1991, ISBN 3-522-60750-3 (Originalausgabe: America, Oder wie mans zu Teutsch nennet Die Neuwe Welt/ oder West India. Von Herrn Josepho De Acosta in Sieben Büchern/ eins theils in Lateinischer/ und eins theils in Hispanischer Sprach/ Beschrieben. Sutorius, Ursel 1605. Nach dem Exemplar der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Berlin.S. 250