Sebastian Schunke

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Sebastian Schunke (* 16. Mai 1973 in Göttingen) ist ein deutscher Jazz-Pianist, Komponist und Jurist. Er gilt als „wichtiger Neuerer“ des Latin Jazz.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Zunächst studierte Schunke Rechtswissenschaft an der Universität Göttingen. Nach seinem erfolgreichen Abschluss zog er nach New York, wo er ein Jurapraktikum machen wollte. Dort interessierte sich der klassisch geschulte Pianist zunehmend für afrokubanische Rhythmen und studierte Jazzklavier an der Manhattan School of Music. Seinen Abschluss in Jazzklavier machte er nach seinem Wechsel nach Berlin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Zu seinen Lehrern zählten Garry Dial, Hilton Ruiz, Sonny Bravo und Alan Gampel.

Schunke gewann viermal den Jazzpreis des Berliner Senats und veröffentlichte Alben bei den Label Timba-Records international, Connector-Records und NWog Records. Auf seiner ersten CD Symbiosis kreierte Schunke im Jahr 2000 einen Euro-Latin-Stil, der sich im Grenzbereich von modernem europäischen Jazz und amerikanischem Latin Jazz bewegt. Auf der CD Symbiosis begleiten ihn Antonio Sanchez, Dafnis Prieto, John Benitez, Richie Flores, Yosvany Terry und Peter Brainin. Auf den folgenden Platten Mouvement (2004) und Vida Pura (2007) arbeitete Schunke mit den in Europa lebenden Künstlern Felipe Cabrera (ehemals Bassist von Gonzalo Rubalcaba), Mario Marejon El Indio, Lukmil Perez, Chris Dahlgren und der kubanischen Sängerin Olvido Ruiz Castellanos zusammen. Im Jahr 2008 führte die Zusammenarbeit mit Paquito D'Rivera zur Aufnahme der CD Back in New York.[2] 2011 nahm er mit seinem Berliner Quartett die CD Life and Death auf (2014 veröffentlicht). Auf der CD Genesis. Mystery and Magic versammelt sein Sextett Musiker aus Deutschland, Österreich, Russland, Uruguay und Curacao.[3]

2004 begleitete Schunke den deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler als musikalischer Repräsentant auf dessen erster Auslandsreise nach Afrika. Daneben hat Schunke mit seinen Projekten Konzerte in Lateinamerika, China, Europa und den USA gegeben. Schunke lebt in Berlin und New York und unterrichtet am Jazz-Institut Berlin und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Er war auch Gastprofessor für Jazz und Kompositionslehre an der Universidad de Chile in Santiago de Chile. Neben seinen musikalischen Arbeiten hat er mehrere Veröffentlichungen zu den Themen Musikbusiness und Musikrecht verfasst.

Diskografische Hinweise[Bearbeiten]

  • Symbiosis, featuring Antonio Sanchez, Richie Flores, John Benitez, Dafnis Prieto, Yosvany Terry und Peter Brainin, 2002
  • Mouvement, featuring Felipe Cabrera, Lukmil Perez, Peter Brainin, Anders Nilsson, Michael Haves, El Indio, Olvido Ruiz, Orlando Poleo, 2004
  • Vida Pura, featuring Olvido Ruiz, Felipe Cabrera, Lukmil Perez, Chris Dahlgren, Dan Freeman, Michael Haves, El Indio, 2007
  • Back in New York, mit Paquito D'Rivera, Antonio Sanchez, John Benitez, Pernell Saturnino, Anders Nilsson, 2008
  • Life and Death, mit Pernell Saturnino, Dan Freeman, Diego Piñera und Marcel Kroemker, 2011
  • Genesis. Mystery and Magic, mit Alex Sipiagin, Nils Wogram, Hans Glawischnig, Pernell Saturnino und Diego Piñera, 2014

Schriften[Bearbeiten]

  • mit Artur Wandtke: Einheitliche Lizenzierung der Klingeltöne - eine rechtliche Notwendigkeit? In: UFITA. 2007, S. 61–86.
  • Das Bearbeitungsrecht in der Musik und dessen Wahrnehmung durch die GEMA. Dissertation. Humboldt-Universität 2007. DeGruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-89949-476-1.
  • Musikrecht in Medienrecht. Praxishandbuch. Hrsg. Artur Wandtke. DeGruyter, Berlin 2008/2. Aufl. 2011.
  • Mitautor in Artur Wandtke: Urheberrecht. DeGruyter, Berlin 2009/2. Aufl. 2010/3. Aufl. 2012/4. Aufl. 2013
  • Mitautor in Artur Wandtke: Rechtsprechung zum Urheberrecht DeGruyter, Berlin 2011.
  • Die Schrankenregelungen im Urheberrecht auf dem Prüfstand, Hrsg. Bullinger/Grunert/Ohst/Wöhrn, FS für Wandtke, DeGruyter, Berlin 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rezension Genesis. Mystery and Magic (Rondo)
  2. Rezension Back in New York (Rondo)
  3. Besprechung Genesis. Mystery and Magic (Jazzthing)