Sechster Koalitionskrieg

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Die Ausgangslage 1812: Frankreich und Alliierte (rot), Koalition (blau)

Der Sechste Koalitionskrieg war der letzte der von 1792 bis 1815 geführten Koalitionskriege. Er begann 1812 mit dem für das Französische Kaiserreich verheerenden Russlandfeldzug, ging in die Befreiungskriege über und endete 1814 mit der ersten Abdankung Kaiser Napoleons. Im Frühjahr 1815 flammte der Krieg noch einmal auf, als die Koalition eine Rückkehr Napoleons zur Macht verhinderte.

Frankreich führte 1812 bereits seit Jahren mit Großbritannien, das mit Spanien und Portugal verbündet war, erfolglos einen weltumspannenden See- und Kolonialkrieg und in Europa einen Landkrieg auf der iberischen Halbinsel. Zweifel an der zukünftigen Haltung Russlands veranlassten Napoleon, diese einzige nicht von ihm unterworfene europäische Ferstlandsmacht als Bedrohungsfaktor auszuschalten. Er zwang 1812 Preußen und Österreich zu Bündnissen, um mit ihnen und Frankreichs Satellitenstaaten, darunter der Rheinbund und das Herzogtum Warschau, im Sommer 1812 in Russland einzufallen.

Nach der Niederlage und dem Rückzug der Grande Armée kam es im Dezember 1812 zur preußisch-russischen Konvention von Tauroggen, die im März 1813 zu einem Bündnis und zur preußischen Kriegserklärung an Frankreich führte. Schweden, das schon im April 1812 ein Bündnis mit Rußland eingegangen war, trat der britisch-preußisch-russischen Koalition im Frühjahr 1813 bei. Als die Kämpfe im Juni 1813 die Elbelinie erreicht hatten, schlossen die Koalition und Frankreich den dreimonatigen Waffenstillstand von Pläswitz. Währenddessen trat Österreich nach einer gescheiterten Friedensinitiative vom Bündnis mit Napoleon zurück und ging zur Koalition über. Im Herbstfeldzug von 1813 kam es zum kriegsentscheidenden Sieg der Verbündeten in der Völkerschlacht von Leipzig. In deren Folge löste sich der Rheinbund auf. Napoleon, dem nur Sachsen und das Herzogtum Warschau die Treue hielten, entkam nach Frankreich, wurde aber im Feldzug von 1814 geschlagen und musste im April 1814 abdanken.

Beim Wiener Kongress nach dem Krieg büßte Frankreich seine Vormachtstellung ein und verlor fast alle seine von 1800 bis 1812 erworbenen Kolonien und Gebiete.

Russlandfeldzug[Bearbeiten]

Hauptartikel: Russlandfeldzug 1812

Die Grande Armée, 600.000 Mann (Vielvölkerheer, unter den 150.000 deutschen Soldaten waren 23.000 preußische, 30.000 österreichische, 30.000 bayerische sowie rheinbündische), überschritt am 23. Juni 1812 die Memel. Die russischen Truppen zogen sich immer weiter ins Landesinnere zurück, während Napoleons Nachschubwege immer länger wurden. Die Schlacht von Borodino am 7. September brachte hohe Verluste auf beiden Seiten, aber keine Entscheidung. Am 14. September wurde Moskau eingenommen, nachdem die Stadt von den Einwohnern weitgehend verlassen und in Flammen gesetzt worden war. Alexander I. weigerte sich, Verhandlungen mit Napoleon aufzunehmen. Napoleon musste sich mit seinem Heer zurückziehen und wurde von den Russen wieder auf die verwüstete Smolensk-Route gezwungen. 275.000 Tote und 200.000 Gefangene der großen Armee Napoleons waren zu beklagen. Im November verblieben 70.000 Soldaten, die nur unter hohen Verlusten (weitere 30.000 Soldaten fielen) die Beresina überqueren konnten. Im Dezember kehrte Napoleon nach Paris zurück. Der russische Sieg über die Franzosen wurde von Pjotr Iljitsch Tschaikowski in der Ouvertüre 1812 künstlerisch verarbeitet.

Verlust Spaniens[Bearbeiten]

Hauptartikel: Napoleonische Kriege auf der Iberischen Halbinsel

In der Schlacht von Vitoria am 21. Juni 1813 wurde die französische Herrschaft über Spanien endgültig gebrochen. Die Franzosen mussten sich über die Pyrenäen zurückziehen.

Befreiungskriege in Mitteleuropa[Bearbeiten]

Hauptartikel: Befreiungskriege

Karte zum Feldzugsverlauf im Frühjahr 1813
Völkerschlacht bei Leipzig

In der Schlacht bei Großgörschen am 2. Mai und in der Schlacht bei Bautzen (20./21. Mai) gelangen dem französischen Heer kleinere Siege über die russisch-preußischen Truppen, die sich am 12. Juli im Trachenberg-Plan auf eine gemeinsame Strategie einigten. In der Schlacht bei Großbeeren verhinderten die Verbündeten die Besetzung Berlins durch die Franzosen. In der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. Oktober bis zum 19. Oktober 1813 (210.000 Franzosen, bis zu 310.000 Alliierte, über 110.000 Tote und Verwundete) fügten die verbündeten russischen, preußischen, österreichischen und schwedischen Truppen Napoleon die kriegsentscheidende Niederlage zu. Napoleon war gezwungen, sich nach Frankreich zurückzuziehen. Es kam zum Vertrag von Chaumont am 9. März 1814, in dem die Verbündeten gelobten, niemals mit Napoleon Frieden zu schließen und die Bourbonen wieder auf den französischen Thron zu setzen. Am 31. März nahmen die alliierten Truppen Paris ein, die preußischen unter den Klängen des Pariser Einzugsmarschs. Napoleon dankte am 6. April ab. Es folgte der Vertrag von Fontainebleau. Die Regentschaft der Bourbonen wurde wieder hergestellt, Napoleon nach Elba verbannt.
Nach Beendigung der napoleonischen Herrschaft wurde von den Siegermächten der Wiener Kongress einberufen, um die Ordnung Europas nach alten, vorrevolutionären Maßstäben wiederherzustellen (Restauration).