Secosteroide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Allgemeine Struktur der Steroide; bei Secosteroiden ist der B-Ring geöffnet.
Struktur des Secosteroids Calcitriol

Secosteroide sind eine Gruppe natürlich vorkommender chemischer Verbindungen, die sich von den Steroiden ableiten. Zu ihnen zählen einige wichtige Stoffe aus der Vitamin-D-Gruppe.[1] Die physiologisch aktive Form der D-Vitamine ist das Calcitriol, das als Proteininduktor, Immunsystemmodulator sowie bei der Calciumaufnahme im Darm wirkt. [2]

Struktur und Beispiele[Bearbeiten]

Steroide bestehen aus vier kombinierten Ringstrukturen, die als Ring A bis Ring D bezeichnet werden. Bei der Bildung von Secosteroiden in Organismen wird durch UV-Strahlung meist der B-Ring des 7-Dehydrocholesterol geöffnet. Durch diese Photolyse entsteht zunächst das Prävitamin D3, das sich spontan zu Cholecalciferol umlagert (isomerisiert). Analog entsteht aus Ergosterin das Ergocalciferol (Vitamin D2).[2] Aus diesen können durch UV-Licht-Bestrahlung oder andere Umsetzungen weitere Secosteroide hergestellt werden. Da bei den meisten Secosteroiden der Ring B an der 9-10-Position geöffnet wird, nennt man diese auch exakter 9,10-Secosteroide.[1]

Bekannteste Beispiele sind neben dem Cholecalciferol (Vitamin D3) und Ergocalciferol (Vitamin D2), Calcidiol, Calcitriol, Tachysterol, Lumisterol und Tacalcitol.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Pietrzik, Ines Golly, Dieter Loew, Handbuch Vitamine: Für Prophylaxe, Therapie und Beratung, Urban & Fischer, 2007

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Steroide im Lexikon der Biochemie, abgerufen am 22. November 2009
  2. a b H.-D. Belitz, W. Grosch, P. Schieberle: Lehrbuch der Lebensmittelchemie. 6. Auflage, 2007, Springer, ISBN 978-3540732013, S. 415