Sedat Peker

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Sedat Peker (* 1. Dezember 1971 in Sakarya) ist der Anführer einer kriminellen Vereinigung aus der Türkei.[1]

Peker, dessen Familie ursprünglich aus Rize stammt, wuchs in Deutschland auf und ist ein bekennender Panturkist.[2]

Im Jahr 1997 wurde er wegen der Tötung des Schmugglers "Abdullah Topçu" angeklagt und freigesprochen. Zwei weitere Angeklagte, vermutlich Pekers Männer, wurden im selben Fall zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Danach floh er nach Rumänien und wurde unter anderem wegen Schutzgelderpressung, Nötigung und Anstiftung zum Mord gesucht. Während dieser Zeit besuchten ihn angeblich ein Minister und ein Abgeordneter aus der Mutterlandspartei und garantierten ihm für eine Gegenleistung, dass er nur eine kurze Freiheitsstrafe absitzen müsse.[3]
Peker wurde freiwillig am 18. August 1998 in die Türkei gebracht und ergab sich daraufhin. Der Prozess gegen ihn wurde noch im September 1998 eröffnet. Zur allgemeinen Überraschung gestand er die ihm vorgeworfenen Taten und wurde wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zu einer Haftstrafe verurteilt. Während der Gerichtsverhandlung machte Peker verschiedene, eigenartige Aussagen, die er nicht näher erläuterte: "Ein alter Abgeordneter hat mir eine SMS geschrieben und mir gesagt, ich solle mich nicht zu arrogant aufführen. Ich möchte Ihnen (dem Gericht) alles erzählen, denn wenn ich es nicht erzähle, dann könnte es sein dass ich unter zweifelhaften Umständen Selbstmord begehe." Obwohl die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von über 7,5 Jahren forderte, bekam Peker lediglich eine Strafe von acht Monaten und 29 Tagen und wurde am 14. Mai 1999 wieder freigelassen.

Am 12. März 2005 wurde er im Rahmen der Operation Schmetterling verhaftet und am 31. Januar 2007 wegen Bildung und Führung einer kriminellen Vereinigung, untauglichen versuchten Raubes, Urkundenfälschung und Freiheitsberaubung in zwei Fällen zu 14 Jahren, fünf Monaten und zehn Tagen Freiheitsstrafe verurteilt.[4][5] Am 30. Mai 2008 heiratete Sedat Peker während seiner Haftstrafe im Gefängnis seine Anwältin Özge Yilmaz "Haftanstalt Kandira Typ-F" in Izmit.[6]

Peker ist mutmaßliches Mitglied der türkischen Untergrundorganisation Ergenekon. Der entsprechende Gerichtsprozess, in dem auch Peker involviert ist, dauert noch an.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alain Labrousse, Laurent Laniel, Alan A. Block: The World Geopolitics of Drugs, 1998/1999. Kluwer Academic Publishers, 2002, S. 163.
  2. Rizeli Ünlüler - Sedat Peker, abgerufen am 26. Oktober 2008.
  3. Anklageschrift im Fall Ergenekon, S. 303 (türkisch).
  4. Sedat Peker'e 14 yıl hapis cezası, Hürriyet, abgerufen am 26. Oktober 2008.
  5. Sedat peker yeniden yargılanıyor, Sabah, abgerufen am 26. Oktober 2008.
  6. http://www.trabzonunsesi.com/news_detail.php?id=16523 Sedat Peker Avukatıyla Evlendi
  7. Türkei: Prozess gegen „Ergenekon“-Verschwörer beginnt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, abgerufen am 26. Oktober 2008.

Weblinks[Bearbeiten]