Seeaufklärer

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British Aerospace Nimrod MR2
Antonow An-12 Cub
Breguet Atlantic
Lockheed P-3B Orion
CASA C-295 Persuader

Seefernaufklärer (engl. Maritime Patrol Aircraft, MPA) sind Flugzeuge, die auf Patrouillenflügen über dem Meer lange im Einsatz verbleiben und ein großes Gebiet überwachen bzw. nach Über- und Unterwasserobjekten absuchen können. Ihr Haupteinsatzzweck ist militärisch. Sie sind ein wichtiges Element in der Verteidigung von Staaten, die die See für wirtschaftliche und Transportzwecke nutzen. Gemäß diesem Anforderungskatalog verwendet man für diese Aufgabe oftmals modifizierte Verkehrsflugzeuge, bekanntestes Beispiel dürfte die Lockheed P-3 Orion sein, welche aus der Lockheed L-188 Electra entstand. Speziell wurden für diese Aufgabe z.B. die Lockheed P-2 Neptune, die Breguet Atlantic oder die Berijew Be-12 Tschaika entwickelt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Meistens sind es mit Propellerturbinen angetriebene Maschinen. Der britische Seeaufklärer Nimrod war bis zu seiner Außerdienststellung zum Mitte 2011 der einzige mit Strahltriebwerken angetriebene Seefernaufklärer der Welt. Die auf Basis der Boeing 737 neu entwickelte P-8 Poseidon nutzt ebenfalls Strahltriebwerke, da ihre Zuverlässigkeit und Sparsamkeit als ausreichend angesehen werden. Im Zweiten Weltkrieg und den 1950er Jahren wurden oft auch Flugboote oder große Schwimmerflugzeuge in der Rolle des Seefernaufklärers eingesetzt.

Von Flugzeugträgern werden Flugzeuge mit ähnlichen Aufgaben eingesetzt; ihre Ausdauer und Zuladung sind allerdings limitiert. Beispiele sind die Grumman S-2 Tracker, Breguet Alizé oder Fairey Gannet.

Ein Seefernaufklärer verfügt über verschiedene Überwasser- und Unterwassersensoren. Neben einem leistungsfähigen Radar zur Überwasserzielsuche und zur Seeraumüberwachung, elektronische Unterstützungsmaßnahmen (EloUM, engl. Electronic Support Measures (ESM)) gehören Tageslicht- und Infrarotkameras und Ausgucks zu den Überwassersensoren. Abwerfbare aktive und passive Sonarbojen und ein Magnetic Abnormaly Detector (MAD) dienen zur Ortung von U-Booten. Aufgrund ihrer Stehzeit und Einsatzradius werden einige Seefernaufklärer speziell für die elektronische Aufklärung (ELINT) ausgerüstet.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Aufklärungsflugzeugen sind Seefernaufklärer bewaffnet, das heißt, sie können selbständig gegen Schiffe und U-Boote (U-Jagd) vorgehen. Hierfür besteht die Bewaffnung aus Anti-Schiffs-Lenkwaffen und aus U-Jagd-Torpedos, die meistens in einem Waffenschacht mitgeführt werden. Dabei arbeiten sie selbständig oder im Verbund mit Marinekampfflugzeugen und/oder Überwassereinheiten zusammen, wobei das Ziel aus sicherer Entfernung beobachtet wird und den angreifenden Einheiten die erforderlichen Daten für den Einsatz der Seezielflugkörper übermittelt werden.

Bis in die Anfänge des Kalten Krieges hinein wurden auch Militärluftschiffe als Seeaufklärer verwendet.

Liste von Seeaufklärern[Bearbeiten]

vor 1945[Bearbeiten]

nach 1945[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2]
  3. [3]
  4. [4]
  5. [5]