Seebach (Stadt Zürich)

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Wappen von Seebach
Wappen von Zürich
Seebach
Quartier von Zürich
Karte von Seebach
Koordinaten 683700 / 25266047.4194248.547829420Koordinaten: 47° 25′ 10″ N, 8° 32′ 52″ O; CH1903: 683700 / 252660
Höhe Ø 420 m
Fläche 4,72 km²
Einwohner 22'318 (31. Mrz. 2012)
Bevölkerungsdichte 4728 Einwohner/km²
BFS-Nr. 261-119
Postleitzahl 8052
Stadtkreis Kreis 11 seit 1934

Seebach ist ein Quartier der Stadt Zürich. Die ehemals selbständige Gemeinde Seebach wurde 1934 eingemeindet und bildet heute zusammen mit Affoltern und Oerlikon den Kreis 11.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Rot ein silberner Schrägfluss mit einem aus dem Schildfuss mündenden Bach, begleitet von drei goldenen Sternen

Das Wappen stellt den Katzenbach (Seebach) dar, welcher in den grösseren Leutschenbach mündet. Die drei goldenen Sterne weisen auf die ehemaligen Grundherren Seebachs hin: der Stift Grossmünster, das Kloster Wettingen und die Herren von Kyburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Seebach (links) auf der «Gygerkarte» (1667) von Hans Conrad Gyger

Der Name Seebach wurde erstmals im Jahr 1212 urkundlich erwähnt. Jedoch gibt es Funde aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., so dass das frühere Dorf zweifelsfrei älter sein dürfte. Der Katzenbach, der früher Seebach hiess, trennte das südliche Oberdorf am Hang des Buhnhügels vom zweiten Dorfteil, dem Ausserdorf. Im 15. Jahrhundert zählte das Dorf etwa 55 Einwohner, Ende des 18. Jahrhunderts 500.

1877 baute die Schweizerische Nationalbahn (SNB) eine Eisenbahnlinie durch das Furttal mit einer Station in Seebach. Doch die Bahngesellschaft ging kurz darauf in Konkurs, da die Linienführung nicht in die grossen Zentren führte und damit keine grosse Bedeutung für den Personenverkehr erlangen konnte. Erfolgreicher war die Tramlinie von Zürich nach Seebach, die 1897 gebaut wurde.

Bis etwa 1930 hatte Seebach einen eigenen Zoo.

1935 wurde die katholische Kirche Maria Lourdes erbaut.

Eingemeindung[Bearbeiten]

Die Gemeinde innerhalb des Bezirks Zürich vor der Fusion 1933

1934 wurde Seebach – zusammen mit Oerlikon, Affoltern, Schwamendingen, Witikon, Höngg, Altstetten und Albisrieden – in Zürich eingemeindet.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Staudenbühl im Süden von Seebach

Seebach grenzt südlich an die Quartiere Oerlikon und Affoltern, östlich an das Quartier Schwamendingen, nördlich an die Gemeinden Opfikon und Rümlang.

Die Schaffhauser-, die Glattal- und die Seebacherstrasse sind die eigentlichen Hauptverkehrsachsen. Der Seebacherplatz bildet das Zentrum des Stadtteils.

Der Bahnhof Seebach wird von der Linie S6 der S-Bahn Zürich bedient. Die Bahnlinie führt vom Bahnhof Oerlikon aus in einer 50-Grad-Kurve nach Seebach und von dort aus weiter in Richtung Affoltern–Regensdorf.

Die Industrie- und Gewerbezone ist vorwiegend östlich der Schaffhauserstrasse, während westlich die Wohnquartiere und Grünflächen von Seebach zu finden sind. So sind unter anderem an der Schaffhauserstrasse RUAG Space (ehemals Oerlikon-Contraves) und EDS, entlang der Thurgauerstrasse das Airgate-Center, der Sunrise Tower, das Oerlikerhaus und am Leutschenbach das Studio des Schweizer Fernsehens beheimatet.

Kirchen[Bearbeiten]

Reformierte Kirche auf dem Buhnhügel

Die evangelisch-reformierte Kirche besitzt in Seebach zwei Kirchen:[1]

  • die Nikolauskirche (Baujahr 1664), welche an der Ecke Seebacherstrasse/Buhnrain zu finden ist und auf Fundamenten zweier Vorgängerbauten vermutlich aus dem 12. und 14./15. Jahrhundert steht,
  • und die Markuskirche (Baujahr 1948, Architekt Albert Heinrich Steiner), die etwas erhöht am Buhnhügel liegt und mit dem ca. 35 Meter hohen, freistehenden Glockenturm gut sichtbar ist.

Die römisch-katholischen Kirche ist in Seebach mit der Kirchgemeinde Maria Lourdes vertreten:

  • Die Kirche Maria Lourdes liegt an der Seebacherstrasse und wurde in den Jahren 1933–1935 vom Architekten Fritz Metzger errichtet. Die an die Kirche Maria Lourdes angebaute Kapelle mit einer Nachbildung der Lourdesgrotte ist der Marienwallfahrtsort der Stadt Zürich.

Die Gemeinde Zürich-Seebach der Neuapostolischen Kirche besitzt eine 1965-1966 erbaute Kirche, die an der Hertensteinstrasse liegt.

Verkehr[Bearbeiten]

VBZ Be 4/6 (Tram 2000), Endstation Seebach

Seebach verfügt über einen Autobahnanschluss, an die A1/A4 und ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Seebach wird durch die Tramlinie 14 mit Oerlikon und weiter in die Zürcher Innenstadt verbunden. Seit dem 10. Dezember 2006 fährt die vom Hallenstadion verlängerte Tramlinie 11 durch die Thurgauerstrasse nach Auzelg im Kreis 12, die dabei befahrene Strecke gehört zur ersten Etappe des Infratrukturprojekts Glatttalbahn.

Durch die Buslinie 768 wird Seebach auf der einen Seite direkt mit dem Bahnhof Oerlikon verbunden, andererseits mit den nördlichen Gemeinden Opfikon und Kloten sowie mit dem Flughafen Zürich. Die Buslinie 742 verbindet Seebach mit der nördlichen Nachbargemeinde Rümlang. Die Buslinien 29 und 75 bilden das Rückgrat der Feinerschliessung innerhalb Seebachs. Freitag- und Samstagnacht verkehren die Nachtbuslinien N6 und N7 ab Bellevue nach Seebach und bedienen anschliessend Vorortsgemeinden Zürichs.

Seit 1990 verkehren auf der ehemaligen Nationalbahnstrecke Züge der S-Bahn Zürich direkt bis zum Hauptbahnhof. Die S6 verkehrt heute alle 30 Minuten von Uetikon und Zürich HB über Seebach nach Regensdorf und jede Stunde weiter durch das Furttal bis nach Baden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Wohnquartier Schwandenholz im Westen, Richtung Affoltern

Literatur[Bearbeiten]

  • Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Amt für Städtebau: Affoltern, Oerlikon, Schwamendingen, Seebach. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2003 (Baukultur in Zürich, Band I), ISBN 3-03823-034-0
  • Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Seebach. Zürich 2009 (PDF; 2.23 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seebach (Quarter Zürich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. zum Folgenden: Robert Schönbächler: Kirchen und Gotteshäuser der Stadt Zürich. Neujahrsblatt Industriequartier/Aussersihl. Zürich 2013, S.117-120