Seegräben

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Seegräben
Wappen von Seegräben
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Hinwilw
BFS-Nr.: 0119i1f3f4
Postleitzahl: 8607
Koordinaten: 700774 / 24449547.3436058.772217536Koordinaten: 47° 20′ 37″ N, 8° 46′ 20″ O; CH1903: 700774 / 244495
Höhe: 536 m ü. M.
Fläche: 3.75 km²
Einwohner: 1305 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 326 Einw. pro km²
Website: www.seegraeben.ch
Blick über den Pfäffikersee und das Robenhausener Ried auf Seegräben

Blick über den Pfäffikersee und das Robenhausener Ried auf Seegräben

Karte
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Seegräben ist eine politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

Geteilt, oben in Blau ein silberner Einbaum, unten aus der Teilung viermal von Gold und Blau geständert

Der Einbaum im Wappen steht in einem Zusammenhang mit den Pfahlbauern. Jakob Messikommer (Robenhausen/Wetzikon) erforschte 1858 im Robenhauser Ried, auf Gemeindegebiet von Seegräben, eine Pfahlbausiedlung und leistete damit wesentliche Grundarbeiten zur Pfahlbauerforschung.

Geographie[Bearbeiten]

Riedgebiete bei Seegräben, links die Ustermer Aa, Wetzikon-Robenhausen im Hintergrund

Zur Gemeinde Seegräben gehören die Dorfteile Seegräben, Aathal, Ottenhausen ZH, Steinberg, Aretshalden, Wagenburg und Sack. Sie liegt unmittelbar am südwestlichen Ende des Pfäffikersees in einer sanfthügeligen Landschaft.

Am Seeufer entlang erstrecken sich einige grosse Riedgebiete, welche zum national geschützten Naherholungsgebiet rund um den See gehören. Von der Gemeindefläche dienen 49.9 % der Landwirtschaft, 15.5 % ist mit Wald bedeckt, 5.3 % ist Verkehrsfläche und 10.4 % Siedlungsgebiet, 10.4 % sind Gewässer.

Die Topographie ist geprägt durch die Moränen des Linthgletschers, welcher sich während der letzten Eiszeit über das Gebiet erstreckte. Der Aabach durchfliesst ein Tal, an dessen steilen Flanken sich die typische Nagelfluh (Aathalschotter) zeigt. Darin finden sich zahlreiche kleinere und grössere Grotten. Die grösste davon, die sogenannte Franzosenhöhle, ist ca. 15 Meter lang und bis zu 2 Meter hoch.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2011 lebten in der Gemeinde Seegräben 1316 Menschen.[2]

Religion[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2011 gehörten 46,3 Prozent der Bevölkerung der evangelisch-reformierten Kirche und 21 Prozent der römisch-katholischen Kirche an.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Marco Pezzatti (FDP) (Stand 2014). Seine Vorgängerin war von 2010 bis 2014 Marlis Schmalzl (SVP). Pierre Dellon (FDP) war bis 2010 Gemeindepräsident. [4]

Legislative ist die Gemeindeversammlung.

Mitglieder des Seegräber Gemeinderats (2014–2018)
Name Amtsantritt Funktion Partei
Marco Pezzatti 2010 / 2014 Gemeindepräsident / Präsidiales und Strassenwesen FDP
Michael Berchtold 2010 Sicherheit und Umwelt parteilos
Philipp Küng 2014 Bildung parteilos
Katharina Hefti 2010 Gesundheitswesen / Kulturelles und Sport parteilos
Patrik Jenal 2014 Finanzen SVP
Sandra Theus Rist 2010 Sozialwesen / Alters- und Jugendfürsorge parteilos
Reto Steinmann 2014 Bauwesen / Hochbau und Planung FDP

Wahlen 2007[Bearbeiten]

Nationalratswahlen 2007: SVP: 32.7 %, SP: 16.3 %, Grüne: 11 %, FDP: 9.9 %, Grünliberale Partei: 10.4 %, EVP: 4.8 %, CVP: 5.7 %, EDU 2.7 %.

Die Kantonsratswahlen 2007 ergaben folgende Resultate: SVP: 33.0 %, SP: 14.3 %, Grüne: 13.3 %, FDP: 10.0 %, Grünliberale Partei: 9.7 %, EVP: 7.0 %, CVP: 5.7 %.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert sorgte die Textilindustrie im Aathal für einen wirtschaftlichen Aufschwung. In jener Zeit wandelte sich die Gemeinde von einem Bauerndorf zu einem wichtigen Industriestandort. Die Landwirtschaft verlor gegenüber der industriellen Produktion an Bedeutung. Heute ist die Gemeinde vor allem als Wohngemeinde geschätzt, die über eine gute Verkehrsanbindung an das Schienennetz und das kantonale Strassennetz nach Zürich verfügt. Die S-Bahn Zürich bedient die Station Aathal-Seegräben mit der S 14 Zürich HBOerlikonUsterWetzikonHinwil . Es verkehrt sehr unregelmässig die Postautolinie 909 ab Gemeindehaus zum SBB-Bahnhof.

Durch die Schliessung der Poststelle und des bedienten Bahnhofs hat die Gemeinde jedoch einiges an Infrastruktur verloren.

Der Dorfteil Sack beherbergt zudem das Schulheim Villa RA.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Saurier-Museum
Kirche Seegräben in Blickrichtung Pfäffikon ZH
Pfäffikersee mit Seegräben von Pfäffikon aus gesehen
Auf der Heidenburg im Ortsteil Sack, rechts das Tal des Aabachs

Sehr bekannt ist das Sauriermuseum Aathal, ebenfalls das Römerbrünneli. Zudem beherbergt die Gemeinde einen Abschnitt des Industrielehrpfades Zürcher Oberland. Das Dorfbild Seegräben ist von überregionaler Bedeutung.

Im Dorfteil Sack finden sich Überreste eines früheren Schutzwalls, die sogenannte Heidenburg, welche jedoch durch den geplanten Autobahnbau akut bedroht ist. Zudem wurden in Ottenhausen Funde gemacht, welche auf die Existenz eines römischen Gutshof sowie einer römischen Strasse hindeuten, welche vermutlich im Zusammenhang mit dem Römerkastell Irgenhausen standen.

Im Dorfkern, direkt neben der Kirche befindet sich der Bauernhof der Familie Jucker, auf dem jeweils von Ende August bis Anfang November die grösste Kürbisausstellung[5] der Schweiz stattfindet. Mitte November findet entlang der Dorfstrasse der Winterzauber Weihnachtsmarkt statt.

Die Industrieanlagen in Aathal sind denkmalgeschützt und dank ihrem guten Zustand wichtige Zeugen der wirtschaftlichen Blütezeit des Zürcher Oberlandes im 19. und 20. Jahrhundert.

Der Pfäffikersee, an welchem Seegräben liegt, ist dank seinen national geschützten Riedgebieten ein beliebtes Ausflugsziel und Erholungsgebiet.

Kultur[Bearbeiten]

In der Kirche Seegräben finden immer wieder Orgelzyklen und andere Konzerte statt (siehe Webseite der Gemeinde Seegräben).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Edwin Messikommer, Algenforscher (* 25. Juni 1891, † 31. März 1983)
  • Bruno Bösch [Boesch], Prof. an der Universität Freiburg i. Br. (* 13. März 1911 in Herisau, † 30. November 1981 in Seegräben)

Literatur[Bearbeiten]

  • Messikommer, Edwin: Geschichte der Gemeinde Seegräben. Zürich: NZN Buchverlag, 1973.
  • Seegräbner Bote. Seit 1978. Erscheinungsweise: monatlich.
  • Bärtschi, Hans-Peter: 100 Jahre Spinnerei Streiff AG, Aathal, 1901-2001. Aathal: Spinnerei Streiff AG, 2001.
  • Schöni, Hans: Bruno Boesch 1991-1981. Eine kurze Darstellung von Leben und Werk. Seegräben: Schulpflege, 1995.
  • Schöni, Hans: Bruno Boesch und die Herausforderung der 68er Jahre. Seine Rektoratszeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. 1968-1970. Seegräben: Schulpflege, 1998.
  • Messikommer, Werner: 100 Jahre Turnverein Aathal-Seegräben. Jubiläumsschrift 1897-1997. Seegräben: Turnverein, 1997.
  • S-Bahn Zürich: Doppelspur Wetzikon – Aathal, Informationen zur Inbetriebnahme. Zürich: SBB, 1990.
  • Boesch, Bruno ; Messikommer, Werner (et al.): 200 Jahre Zehntenplan Seegräben. Seegräben, 1981. Supplement: Grund Riss des Zehendens zu Seegräben so dem Amt Rütj zu dienet […] (1781).
  • Steinmann, Markus: Siedeln in Seegräben. Diplomarbeit, Architekturabteilung ETH Zürich, 1980.
  • Hammer, Brunhild: Pestalozzihaus Schönenwerd der Stadt Zürich in Aathal-Seegräben. Zürich: Hochbauamt, 1976.
  • Strickler, G.: Geschichte der Herrschaft Grüningen umfassend die 16 Gemeinden […] Seegräben […]. Das ist die Geschichte des Zürcher Oberlandes und seiner Beziehungen zur Stadt Zürich und dem See. Zürich: Orell-Füssli, 1908.
  • Streiff, Natalie: Faser zu Faden, Die Produktion von Baumwollgarn in der letzten Spinnerei des Zürcher Oberlandes. Spinnerei Streiff AG. Seegräben 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seegräben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. (abgerufen am 27. Februar 2012).
  3. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012)
  4. http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/FDP-und-SVP-streiten-sich-ums-Praesidium/story/29257238
  5. Kürbisausstellung. In: juckerfarm.ch. Abgerufen am 7. August 2013.