Seeland (Sachsen-Anhalt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Seeland
Seeland (Sachsen-Anhalt)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Seeland hervorgehoben
51.79611111111111.348611111111130Koordinaten: 51° 48′ N, 11° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Salzlandkreis
Höhe: 130 m ü. NHN
Fläche: 78,79 km²
Einwohner: 8577 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 06449 (Friedrichsaue, Schadeleben),
06464 (Frose),
06466 (Gatersleben),
06467 (Hoym),
06469 (Nachterstedt)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 034741, 039482
Kfz-Kennzeichen: SLK, ASL, BBG, SBK, SFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 89 307
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lindenstraße 1
06469 Nachterstedt
Webpräsenz: stadt-seeland.de
Lage der Stadt Seeland im Salzlandkreis
Barby Seeland Seeland Bördeaue Seeland Börde-Hakel Börde-Hakel Ilberstedt Borne Seeland Seeland Wolmirsleben Giersleben Seeland Güsten Plötzkau Alsleben (Saale) Nienburg (Saale) Egeln Barby Bernburg Calbe (Saale) Schönebeck (Elbe) Bördeland Könnern Hecklingen Aschersleben StaßfurtKarte
Über dieses Bild

Seeland ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Seeland liegt im äußersten Westen des Salzlandkreises. Die Gemeinde wird von der Selke durchflossen, die weiter flussabwärts in die Bode mündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Matthäus Seutter: Historische Karte von 1734 mit den Ortsteilen von Seeland

Teile des heutigen Stadtgebiets von Seeland waren bis zur Trockenlegung ab 1703 durch den König von Preußen Bestandteil des großen historischen Aschersleber Sees. Mit der Urbarmachung als Agrarland entstand beispielsweise erst der Ortsteil Friedrichsaue. Im frühen 19. Jahrhundert war die Entdeckung von Braunkohle der Grund für erneute Veränderungen durch den Abbau im Tagebau. Mit Einstellung des Braunkohlentagebaus wird das Landschaftsbild der Stadt Seeland im Zuge der Rekultivierung erneut überarbeitet.

Der Zusammenschluss der Stadt Hoym und der Gemeinden Friedrichsaue, Frose, Nachterstedt und Schadeleben zum 15. Juli 2009 erfolgte vor dem Hintergrund der Gemeindegebietsreform in Sachsen-Anhalt und der damit verbundenen Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Seeland zugunsten einer Einheitsgemeinde.[2] Die ebenfalls der Verwaltungsgemeinschaft angehörende Gemeinde Gatersleben wurde bis zum 1. September 2010 von der Stadt Seeland mitverwaltet, dann eingemeindet.[3]

Unglücksort Nachterstedt

Im Gebiet der Ortsteile Nachterstedt und Schadeleben liegt der Concordiasee. Am frühen Morgen des 18. Juli 2009 kam es im Ortsbereich Nachterstedt zum Abbruch eines etwa 350 Meter breiten Landstreifens in den südlichen Ausläufer des entstehenden Gewässers. Dabei wurden ein zweistöckiges Einfamilienhaus, ein Teil eines Mehrfamilienhauses sowie ein Straßenabschnitt und eine Aussichtsplattform mitgerissen.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 wurden 20 Stadträte gewählt. Die Wahl führte zu folgendem Ergebnis:[4]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 33,5 % 7
LINKE 17,2 % 4
SPD 4,4 % 1
FDP 2,4 % 1
Wählergruppen 40,6 % 7
Gesamt 20

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 8. September 2009 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt, oben in Silber ein wachsender schwarzer rotbewehrter Bär, in den oberen Schildecken rechts drei und links zwei blau fünfstrahlige Sterne, unten in Blau ein silberner Fisch.“ [5]

Der Bär im Wappen soll auf die historische Zugehörigkeit zu Anhalt verweisen und an das Wappen von Hoym anknüpfen. Die fünf Sterne sollen in Form einer Zahlensymbolik die fusionierten Gemeinden darstellen. Der Fisch als Symbol für den wieder entstehenden See und die Verbesserung der Umwelt, greift das Nachterstedter und Froser Wappen auf.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Seeland ist Schwarz-Weiß (1:1) gestreift und mittig mit dem Wappen der Stadt Seeland belegt. Bei der Längsform der Flagge (Hissflagge) verlaufen die Streifen senkrecht, bei der Querform der Flagge (Querflagge) verlaufen die Streifen waagerecht.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Seeland unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur Verbandsgemeinde Diez in Rheinland-Pfalz. Daneben haben aber einige Ortsteile weitere eigene Partnerschaftsbeziehungen: Hoym zu Hatten in Niedersachsen, Nachterstedt zu Boffzen in Niedersachsen, Frose zu Holzappel in Rheinland-Pfalz und Gatersleben zu Delligsen in Niedersachsen.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Die ehemalige B 6 (BernburgAschersleben) führt durch das Stadtgebiet und wurde durch die vierspurige „Gelbe Autobahn“ (B 6n) in unmittelbarer Nähe ersetzt. Ein Stich der Straße der Romanik führt von Falkenstein/Harz nach Frose.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Seeland hat drei Bahnhöfe. Die Bahnhöfe von Nachterstedt-Hoym, Gatersleben und Frose liegen an der Bahnstrecke Halle–Halberstadt. Von dieser zweigte bei Frose bis 2003 die Bahnstrecke über Ballenstedt nach Quedlinburg (Bahnstrecke Frose–Quedlinburg) ab.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Seelandfest am Concordiasee Mitte August

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Concordiasee
  • Evangelische Kirche Nachterstedt, erbaut 1957
  • Dorfkirche Friedrichsaue

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • Kiesberg in Nachterstedt (Ruhestätte für Kriegsopfer der ehemaligen SU)
  • Gedenkstein von 1946/47 auf dem Froser Platz unter der Linde (zur DDR-Zeit Louis-Riekehr-Platz) zur Erinnerung an den kommunistischen Nazigegner Louis Riekehr, der im Oktober 1933 in der Polizeistation Ballenstedt ermordet wurde
  • Sowjetischer Ehrenhain mit Mahnmal des Bildhauers Rudolf Herbst zur Erinnerung an sowjetische Kriegsgefangene, die Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Gedenkstein von 1978 auf dem Stadtfriedhof für Personen mehrerer Länder, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt wurden und der Zwangsarbeit zum Opfer fielen
  • Sammelgrab und Gedenkstein auf dem Ortsfriedhof in Hoym für 18 KZ-Häftlinge, die im April 1945 bei einem Todesmarsch aus dem KZ Langenstein-Zwieberge, einem Außenlager des KZ Buchenwald, erschossen und begraben wurden, sowie ein ebenfalls umgekommener italienischer Militärinternierter als ein Opfer von Zwangsarbeit

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  4. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
  5. Amtsblatt des Landkreis Nr. 40/2009 Seite 537

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seeland (Sachsen-Anhalt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien