Seeland (Schweiz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seeland

Das Seeland (französisch ebenfalls Seeland) in der Schweiz umfasst das Gebiet zwischen dem Bieler-, dem Neuenburger- und dem Murtensee. Es stellt einen Teil und eine Region des Drei-Seen-Landes dar. Es war früher das grosse Überschwemmungsgebiet der Aare und war dementsprechend sehr sumpfig. Nach der ersten Juragewässerkorrektion konnte das Anbaugebiet markant erweitert werden. Das Seeland ist in heutiger Zeit zum wichtigsten Gemüseanbaugebiet der Schweiz geworden, insbesondere das Grosse Moos.

Sprache[Bearbeiten]

Im Seeland wird sowohl Schweizerdeutsch als auch Französisch gesprochen. Die Städte Biel/Bienne und Murten sind zweisprachig, wobei Schweizerdeutsch dominiert. In der Nähe zum Kanton Neuenburg und um die grösste Stadt Biel/Bienne wird auch bzw. z. T. ausschliesslich Französisch gesprochen. Der Röstigraben, der Deutschschweiz und frankophone Schweiz voneinander abgrenzt, verläuft also durchs Seeland.

Geologie[Bearbeiten]

Die Landschaft Seeland ist Teil der geographischen Grosseinheit Schweizer Mittelland. Der Untergrund besteht überwiegend aus Gesteinsschichten der Molasse, die ein Becken zwischen Alpen und dem Juragebirge füllt. Bei diesen Gesteinen handelt es sich um Sandsteine, Konglomerate (Nagelfluh) und Mergelgesteine. Sie sind die während der Tertiärzeit angeschwemmten Verwitterungsprodukte ehemaliger Flüsse aus den nahen Gebirgen, die einem See abgelagert wurden. Deshalb bezeichnet man sie als Süßwassermolasse. Unter diesen Schichten liegen Gesteine der Kreide, der Jura und aus der Trias (hier mit einer dünnen Salzschicht). In einer Tiefe von etwa 3000 Metern liegt das kristalline Grundgebirge.

Während der Eiszeitperiode war die Landschaft vom Rhonegletscher überdeckt, der nach seinem Rückzug eine glaziale Oberflächenprägung mit Moränenablagerungen hinterlassen hat. Diese Schotter sind in der Region allgegenwärtig und für den Grundwasserhaushalt sowie für das Baugeschehen von grosser Bedeutung. Die jüngsten Ablagerungen bilden limnische Sedimente, die aus Perioden ursprünglich größerer Seeausdehnungen stammen. Es handelt sich dabei um Sande und Schlämme sowie um organische Substanzen.

Die Hänge des Jura fallen steil und nahezu ohne vorgelagerte Erhebungen zum Seeland herab. Es handelt sich um meist gold- bis hellbeige Kalksteine. Sie begrenzen die westliche Flanke des Seelandes. Im Norden und Osten schließen sich weitere flache und leicht gewellte Landschaften des Mittellandes an, beispielsweise das Freiburger Land.

Am Gebirgsabhang des Jura wurde der Kalkstein bereits in gallo-römischer Zeit an verschiedenen Stellen abgebaut und mit Schiffen über den Neuenburgersee transportiert. Bis in die Gegenwart sind die wirtschaftlich genutzten Kalksteinlagerstätten des Jura für die Architektur in den Städten des Seelandes von bestimmenden Einfluss.[1][2]

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michel Septfontaine, Stefan Ansermet: Belles et utiles pierres de chez nous. Lausanne (Musée cantonal de géologique) 1999
  2. Toni P. Labhart: Geologie der Schweiz. Thun (Ott Verlag) 1992