Seen von Ounianga

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Seen von Ounianga Serir
Ounianga Lakes from ISS.jpg
Geographische Lage Region Ennedi; Seen von Ounianga; Sahara; Tschad
Zuflüsse Grundwasser
Abfluss Verdunstung
Daten
Koordinaten 18° 55′ 45″ N, 20° 51′ 1″ O18.92916666666720.850277777778Koordinaten: 18° 55′ 45″ N, 20° 51′ 1″ O
Seen von Ounianga Serir (Tschad)
Seen von Ounianga Serir

Die Seen von Ounianga sind eine Reihe von Seen in der Region Ennedi im Nordostbecken des Tschad. Diese Seen fallen durch ihre in Nord-Südrichtung verlaufenden Landzungen auf, die durch den Passatwind gebildet wurden. Die Seen sind der Rest eines viel größeren Sees, der das Tschadbecken während der so genannten grünen Sahara-Zeit, die von rund 10.000 bis 1.500 v. Chr. dauerte, füllte. Es gibt derzeit 15 (bzw. 18[1]) Seen in diesem Gebiet mit einer Gesamtfläche von ca. 20 (bzw. 15,15[1]) km2. Das macht sie zu den größten Seen in der Sahara. Sie sind in zwei Ansammlungen von Seen geteilt, die etwa 40 km voneinander getrennt sind: die Ounianga Kebir und die Ounianga Serir.[2] Die Seen wurden am 1. Juli 2012 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.[3]

Ounianga Kebir[Bearbeiten]

Die Ounianga Kebir (arabisch kebir = groß) im Westen (19°05'N/20°31'E) bzw. (19°03'18″N/20°30'20″E)[4] bestehen aus 4[5] Seen.

  • Forodom-See (frz. lac Forodone)
  • Mioji-See (frz. lac Mioji)
  • Uma-See (frz. lac Uma)
  • Yoa-See (frz. lac Yoa bzw. lac Yoan)

Ounianga Serir[Bearbeiten]

Die Ounianga Serir (arabisch serir = klein) im Osten (18°55'N/21°51'E) bzw. (18°55'45″N/20°51'01″E)[4] bestehen aus 14[5] Seen.

  • Abrome-See (frz. lac Abromé)
  • Agouta-See (frz. lac Agouta)
  • Ardiou-See (frz. lac Ardjou)
  • Bedrim-See (frz. lac Bedrim)
  • Bokou-See (frz. lac Boukou)
  • Boul-See (frz. lac Boul)
  • Diara-See (frz. lac Djara)
  • Dirke-See (frz. lac Dierké)
  • Edem-See (frz. lac Edem)
  • Hogou-See (frz. lac Hogou)
  • Melekoui-See (frz. lac Melekoui)
  • Tarem-See (frz. lac Tarem)
  • Teli-See (frz. lac Teli): der größte und salzhaltigste der Seen mit einer Oberfläche von 4,36[5] km2.
  • Tibichei-See (frz. lac Tibitchei)

Etwa die Hälfte der Oberfläche der Seen von Ounianga Serir ist von Schilf bedeckt, was die Verdunstung beträchtlich verringert. In den nicht bedeckten Teilen beträgt die Verdunstung 6 bis 7,80 m im Jahr, was den Weltrekord darstellt.[1]

Hydrogeologie[Bearbeiten]

Diese Seen bilden ein hydrologisches System, das in den Wüsten der Erde einzigartig ist. Normalerweise versalzt das betreffende Wasser durch die hohe Verdunstungsrate, es wird salin, wenn die Wasseroberfläche einer sehr trockenen Umgebung ausgesetzt ist. Aber in diesem Fall, auch wenn der Verdunstungsverlust des Yoa-Sees zum Beispiel weltweit einzigartige 6 m im Jahr beträgt, bleibt die gesamte Tiefe der Seen gleich. Die Verdunstung wird durch eine stete Speisung durch mehrere Quellen kompensiert. Die einzigartige Kombination physikalischer Faktoren betrifft alle Seen, mit Ausnahme des zentralen Teli-Sees und des süßwasserhaltigen Yoa-Sees. Dies geschieht wie folgt:

Die Passatwinde blasen Sand in das Becken und trennten es in fünfzehn Seen. Wasser aus einem Grundwasserspeicher, dem Nubischen Sandstein-Aquifer, das sich während der feuchten Jahrtausende angesammelt hat, speist die Seen. Da dicke Matten aus Schilf die Oberflächen der Süßwasserseen bedecken, wird die Verdunstung aus ihnen verlangsamt. Diese Matten sind an der Oberfläche des salzhaltigen Teli-Sees nicht vorhanden: somit findet eine größere Verdunstung aus ihm statt und hält seinen Wasserstand niedriger als den der umliegenden Seen (Absenkungstrichter). Dies ermöglicht dem Wasser aus den angrenzenden Seen durch die wasserdurchlässigen Dünen in den Teli-See zu fließen, wodurch die Wasserkörper der kleineren Seen mit frischem Grundwasser aufgefüllt werden können.[6]

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seen von Ounianga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c http://whc.unesco.org/uploads/nominations/1400.pdf S.19
  2. ramsar.wetlands.org S.14 (PDF; 177 kB)
  3. UNESCO World Heritage Centre: Lakes of Ounianga
  4. a b http://whc.unesco.org/uploads/nominations/1400.pdf S.17 und 23
  5. a b c http://whc.unesco.org/uploads/nominations/1400.pdf S.28
  6. Seen in der Sahara - ein hochpräzises Umweltarchiv