Seenotsignal

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Seenotsignale sind Signale, die anderen Verkehrsteilnehmern anzeigen, dass sich ein oder mehrere Menschen oder Schiffe in Seenot befinden. Es handelt sich also um einen Notruf.

Die Notsignale werden durch Seenotsignalmittel abgegeben.

Seenotsignale[Bearbeiten]

N (November)


C (Charlie)

Das Flaggensignal „N über C“ (die Flagge N wird über C gehisst)

Seenotsignalmittel zeigen anderen durch die Abgabe von Seenotsignalen eine Seenot an. Es gibt Rauchsignale, Flaggensignale, Signalraketen, Lichtsignale, Schallzeichen (z. B. Knall) und andere Notsignale. Manche Seenotsignale geben einen Knall und eine Lichterscheinung ab.

Im Allgemeinen werden folgende Farbcodes verwendet:

  • rot (auch: orange): Seenotfall
  • weiß: Aufmerksamkeitssignal (z. B. um ein anderes Fahrzeug auf dessen Ausweichpflicht hinzuweisen oder von der Bundeswehr / BGS bei „illegaler“ Einfahrt eines Sportbootes in ein Schießgebiet mit laufendem Schießen: Weiß bedeutet hier „Fahrzeug anhalten“; ein Sicherungsfahrzeug wird das Sportboot, welches sich in das Schießgebiet hinein verfahren hat, heraus eskortieren)
  • grün: undefiniert, kann beispielsweise als Aufhebung eines vorherigen (roten) Seenotsignals verstanden werden

Im Zweifel sind jedoch alle wahrgenommenen potentiellen Seenotsignalmittel unabhängig von deren Farbe ernst zu nehmen. Ist ein Seenotsignal abgegeben worden, obwohl keine Notwendigkeit dafür bestand, haben Helfer unter Umständen Anspruch auf Schadenersatz.

Folgende internationalen Seenotsignale werden verwendet:

  • visuell
    • Abfeuern einer Fallschirmleuchtrakete mit rotem Lichtschein
    • Zeigen einer Handfackel mit rotem oder weißem Feuerschein
    • Zeigen orangefarbener Rauchsignale
    • Abfeuern einer Rakete mit roten Sternen in kurzen Zwischenräumen
    • Setzen der Flaggen „N“ über „C“ (Flaggenalphabet) (November über Charlie)
    • langsames synchrones seitliches Heben und Senken der Arme (müde Fliege)
    • Signal im Mast aus einer viereckigen Flagge und darüber oder darunter ein Ball
    • Abgabe des SOS-Signals durch Lichtsignale: kurz kurz kurz lang lang lang kurz kurz kurz
    • Flammen auf dem Fahrzeug, zum Beispiel brennende Teer- oder Öltonnen
    • Seewasserfärbung
  • akustisch
    • Dauerabgabe des Schallzeichens (Nebelhorn)
    • Abgabe von minütlichen Knall-Signalen
  • Funk - „Mayday“ auf Kanal 16 (Seefunk)

Es ist zulässig und sinnvoll, mehrere Notrufe gleichzeitig abzusetzen, beispielsweise zunächst eine Signalrakete abzufeuern und dann per Seefunk eine Mayday-Meldung abzusetzen. Wenn man via UKW einen Notruf über DSC- Controller gemäß GMDSS abgesetzt hat, muss - um Verwechselungen vorzubeugen - beim anschließenden Notruf auf Kanal 16 die MMSI mitgemeldet werden. Der Schiffsführer sollte sich jedoch entscheiden, welche Mittel in der aktuellen Situation angebracht sind. Es ist wenig hilfreich, sämtliche Raketen abzufeuern, wenn keine Aussicht darauf besteht, dass sie jemand sieht. Das Konzept besteht aus zwei Stufen: Mit Fallschirmsignalraketen informiert man weit entfernte Schiffe oder andere Beteiligte darüber, dass ein Notfall vorliegt und weist grob in die Richtung ein, in der sich der Havarist befindet. Mit Handfackel oder Rauchsignal weist man in Sicht befindliche Retter auf die genaue Position hin.

Gesetzliche Grundlagen[Bearbeiten]

SOLAS regelt die Ausrüstungspflicht für Seenotsignalmittel für die Berufsschifffahrt und für Charter- und Ausbildungsschiffe. Es ist jedoch für jeden Schiffsführer dringend ratsam, derartiges Gerät vorrätig zu halten und mit der Handhabung vertraut zu sein.

In der Seefahrt ist die Anzeige von Notfällen auf See in der Anlage IV der Kollisionsverhütungsregeln und dem internationalen Signalbuch oder dem Handbuch für Suche und Rettung international geregelt.

Die missbräuchliche Verwendung stellt in Deutschland ein Vergehen dar (Missbrauch von Notzeichen gemäß § 145 StGB und/oder Verstoß gemäß Waffengesetz). Der Missbrauch zieht weltweit auch enorme Schadenersatzforderungen nach sich, sofern Außenwirkung entsteht.

Pyrotechnische Seenotsignalmittel[Bearbeiten]

Der Erwerb und Besitz von pyrotechnischen Seenotsignalmitteln ist in Deutschland streng reglementiert. Die pyrotechnischen Seenotsignalmittel werden in zwei Gruppen unterteilt.

Unterklasse T1[Bearbeiten]

Signalgeber - Solche Signalgeber schießen Leuchtsterne auf eine Höhe von ca. 60 Meter und sind maximal für den Binnenbereich zu empfehlen

Pyrotechnische Seenotsignalmittel, die einmalig aus der Hand abgeschossen werden, unterliegen dem Sprengstoffgesetz und damit der Unterklasse T1. Diese Signalmittel darf jede Person über 18 Jahren erwerben.

Zu den pyrotechnischen Seenotsignalmittel der Unterklasse T1 gehören z. B.:

  • Handfackeln
  • Seenotsignalgeber mit einer Steighöhe von bis etwa 60 Metern (Signalgeber und ihre Munition, die nicht dem WaffG unterliegen).

Unterklasse T2[Bearbeiten]

Eine Fallschirmrakete in einem Einwegabschussgerät

Mit dem Fachkundenachweis für Seenotsignalmittel erlangen Inhaber eines Sportbootführerscheins die Berechtigung für den Erwerb von pyrotechnischen Seenotsignalmitteln der Unterklasse T2.

Zu den pyrotechnischen Seenotsignalmittel der Unterklasse T2 gehören z. B.:

  • Signalraketen bzw. Fallschirmsignalraketen mit einer Steighöhe von bis zu 300 Metern
  • bestimmte Rauchsignale (meist in der Berufsschifffahrt)

Werden Signalraketen aus einem Abschussgerät zur Mehrfachanwendung (z. B. NICO-Signal) oder einer Seenotsignalpistole (Signalpistolen und ihrer Munition nach PM2) abgefeuert, unterliegen diese dem Waffengesetz. Dann ist für den Besitz eine Waffenbesitzkarte erforderlich. Zum Erlangen dieser ist der Sachkundenachweis für Seenotsignalmittel erforderlich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]


Weblinks[Bearbeiten]

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